Aktuelle Veranstaltungen des Referats für politische Bildung (SoSe 2018)


 09.04.2018, 20 Uhr, Studihaus

Im Gespräch mit Harald Martenstein

Wir begrüßen Harald Martenstein an der Universität Trier und freuen uns auf einen spannenden Abend! Diskutiert wird über die Koalitionsbildung, die Chancen und Probleme der Politik, sowie die Perspektive auf Alternativmodelle. Schließen wird die Veranstaltung mit einer Lesung ausgewählter Kolumnen unseres Gastes.


Also kurzum: Wie entwickelt sich die politische Landschaft Deutschlands?

Der Journalist und Autor ist durch seine Arbeit bei der Zeit zu Deutschlands berühmtesten Kolumnisten geworden und gilt als einer der bekanntesten Kultur- und Gesellschaftskritiker der deutschen Medienlandschaft.

Zuerst wird das Gespräch auf der Bühne zwischen Harald Martenstein und Alessio Scriba, vom Referat für politische Bildung, geführt, bevor es in eine moderierte Diskussion zwischen dem Publikum und unserem Gast übergehen soll. 

Das heißt ihr seid herzlichst eingeladen vorbeizukommen und mitzumachen!

Eintritt ist wie immer frei, Diskussionsbereitschaft erwünscht 😉

 

13.04.2018, 19 Uhr, Komplex-Infoladen (Hornstraße 7)

Thesen am Tresen #1: Barnausen

Monatliche Kneipe an jedem zweiten Freitag in den Vorlesungsmonaten.

Bei den Thesen am Tresen stellen sich linkspolitische und humanistische Gruppen vor und geben einen kurzen Einblick in ihre Arbeit. Um 19.15 Uhr folgt jeweils ein kurzer Input in Form einer Gruppenselbstdarstellung (ca. 30 Minuten), anschließend Kneipe. Für Getränke sorgen die gastgebenden Locations, das sind wechselnd der Komplex – Infoladen Trier und die villaWuller.

Den Anfang machen die Trunkenbolde der Barnausen. 
Thesen haben wir keine eigenen beizutragen, dafür umso mehr Erfahrung hinter dem Tresen. Und die machen wir euch zugänglich: Freut euch auf sommerliche Cocktails!

Damit es trotzdem ein paar Thesen zum diskutieren gibt, steuern die Falken einen Input Vortrag zur „Sozialistischen Erziehung in der Praxis heute“ bei. 

18.04.2018, 18 Uhr, Raum: N2

Marx!?: Einführung in die materialistische Staatskritik mit Moritz Zeiler

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe Marx!? laden wir ein zum Vortrag „Staatsfragen: Einführung in die materialistische Staatskritik“ mit Moritz Zeiler. Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit zur Diskussion. Die Veranstaltung wird von 18-20 Uhr in Raum N2 der Universität Trier stattfinden. 

Inhaltsbeschreibung:

Die Analysen des Staates gehen in der Linken weit auseinander. Das Spektrum der Interpretationen reicht von der Idealisierung bis zur Dämonisierung, von der Übernahme des Staates bis zu seiner Abschaffung. 

Während der Staat für die einen als Garant des Allgemeinwohls gilt, betrachten ihn andere als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe. In seiner Einführung präsentiert Moritz Zeiler die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Staat: Die fragmentarischen Überlegungen bei Marx und Engels, die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin, die Hegemonietheorien des Westlichen Marxismus von Gramsci, Althusser und Poulantzas sowie die Analysen von Paschukanis zum Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und später daran anknüpfende Arbeiten von Agnoli, Hirsch, Holloway und anderen. 

Zuletzt wird diskutiert, dass die Linke kein Monopol auf die Kritik des Bürgerlichen Staates besitzt. Angriffe auf bürgerliche Rechte und parlamentarische Demokratie aus konservativen bis faschistischen Kreisen sind keine reinen Krisenphänomene, sondern stellen die Linke permanent vor Herausforderungen.

Referent:

Moritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Veröffentlichungen: Materialistische Staatskritik. Eine Einführung, Stuttgart 2017 sowie zusammen mit associazione delle talpe Herausgabe der Textsammlung Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik, Berlin 2009.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa Luxemburg Stiftung Rheinland-Pfalz.

19.04.2018, 18 Uhr, Raum: B16

Konkurrenten – Über das Islambild der Neuen Rechten mit Matheus Hagedorny

Dass die Neue Rechte islamfeindlich sei, gilt als feststehende Tatsache. Dabei spricht vieles für das Gegenteil. Die „Identitäre Bewegung“ formuliert eine ausführliche „Kritik der Islamkritik“, während der neurechte Vordenker Karlheinz Weißmann den Islam in der Jungen Freiheit als „Hochreligion“ vor „Religionshaß“ in Schutz nimmt und vor einem verhängnisvollen Bündnis mit liberalen Religionskritikern warnt. Das Urgestein der französischen Nouvelle Droite, Alain de Benoist, plädiert gar für einen „gemäßigten Multikulturalismus“ und hält fest: „Die Eröffnung einer Fast-Food-Filiale oder eines Supermarktes stellt für unsere Identität sicher eine größere Bedrohung dar als der Bau einer Moschee.“

Diese Beschwichtigungen mögen angesichts der wachsenden Bedeutung des Islams in Europa überraschen. Doch entsprechen sie der radikal antiliberalen Weltanschauung unter Neuen Rechten. In der strikten Lebensweise vieler Muslime sehen sie das erfüllt, was dem ‚liberalisierten‘ Europäer zu ihrem Bedauern zusehends abgehe: Unbeugsamkeit, Härte und Gehorsam. Den alteingesessenen autoritären Strömungen erwächst Konkurrenz in Gestalt islamischer Erweckungsbewegungen. Deren Rigorismus wirft die Frage nach den Traditionen, Dogmen und Mythen auf, mit denen die Neue Rechte „die Verteidigung des Eigenen“ inszenieren will. 

Vor dem Hintergrund einer in der Szene virulenten „Politischen Theologie“ will der Vortrag die Perspektiven der Neurechten auf den Islam nachzeichnen. In welchem Verhältnis steht die Skepsis vor Islamkritik zu der Propaganda gegen die Einwanderung von zumeist muslimischen Menschen? Und wer bildet für „rechtsintellektuelle“ Ideologen den „wahren Feind“, wenn der Islam es offenbar nicht ist?

Referent:

Matheus Hagedorny studierte Philosophie, Neuere Geschichte sowie Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bonn, war Dozent am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin und zuletzt Scholar-in-Residence des Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy (ISGAP) an der Universität Oxford. Für die Wochenzeitung Jungle World schrieb er über die „rechtsintellektuelle“ Szene.

20.04.2018, 11 Uhr, Raum: A9/10

Bitte oszillieren Sie – Neurechte Morgenröte und ideologiekritische Abenddämmerung mit den Salonkommunisten

Innerhalb unserer Marx!?-Veranstaltungsreihe laden wir am 20. April von 11-17 Uhr in Raum A 9/10 (Universität Trier) ein zur Veranstaltung :

„BITTE OSZILLIEREN SIE!

Neurechte Morgenröte 
und ideologiekritische Abenddämmerung“

Der Aufstieg der neuen Rechten scheint mehr zu bezeigen als einen bloß demoskopischen Prozess. Mit der Stimmung, die zum Erfolg jener politischen Konzepte führt, worin Neid und Angst in nationalistische, xenophobe, mitunter völkische Politiken überführt werden, scheint sich auch das politische Koordinatensystem selbst verändert zu haben. Die klassischen Zuordnungen – rechts, links, liberal, konservativ usw. – sind nach wie vor gemeinverständlich, vielleicht mit einem gewissen Recht, da in ihnen menschliche Ansprüche ausgedrückt sind, erweisen sich aber als unzureichend, die gegenwärtigen Vorgänge begrifflich zu machen.

Man weiß nicht, wo genau der Wandel herkommt. Weiß nicht, was von ihm betroffen ist. Nicht, wie lang er dauern wird und wohin er führt. Immerhin darüber, dass es sich um einen Übergang handelt, scheint Einigkeit zu bestehen.
Indem politisches Denken nicht bloß entweder vorhandene Gesellschaft oder aber vorhandenes Bewusstsein betrachten kann, sondern gerade das Verhältnis von gesellschaftlichem Sein und Bewusstsein untersuchen sollte, stellt sich auch mit Rücksicht auf die jüngeren politischen Entwicklungen Europas und Nordamerikas die Frage, aus welchen Quellen sich jene Verschiebungen speisen und wie diese Verschiebungen im Bewusstsein auf das gesellschaftliche Sein zurückwirken.

Drei Vorträge sollen sich konsekutiv, doch je selbständig mit diesem Problem befassen. In »Vorsprung durch Angst« wird Arne Kellermann nach den Quellen der politischen Stimmung fragen, die in den vorliegenden Verhältnissen des real existierenden Kapitalismus zu finden wären. In »Monkeysphere reloaded« wird Konstantin Bethscheider die neue Rechte als Bewegung in Betrachtung nehmen, diskutieren, worauf sie reagiert und welche Wirkungen von ihr zu erwarten sind. In »Being a Bat« wird Felix Bartels über Möglichkeiten und Leerstellen der Ideologiekritik reden vor dem Hintergrund einer bemerkenswerten Nachsichtigkeit gegenüber dem Aufkommen der neuen Rechten.

Matheus Hagedorny und Arthur Buckow werden die Veranstaltung moderieren. 

24.04.2018, 18 Uhr, Studihaus

American Psycho. Filmnacht #12

Patrick Bateman arbeitet an der Wall Street in New York und ist ein wohlhabender, gepflegter und erfolgreicher junger Mann, der sich am Luxus der auslaufenden achtziger Jahre ergötzt. Nur eines unterscheidet ihn von all den anderen Yuppies: Seine zunehmende Lebensleere kompensiert er mit sadistischen Morden, bevorzugt an hübschen Frauen. Immer schwerer fällt Patrick die Unterscheidung zwischen Sein und Schein, nicht einmal von einem Detective läßt er sich aus der Ruhe bringen. Oder will er gar erwischt werden, als seine Amokläufe immer willkürlicher werden? Oder bildet er sich die blutigen Ausbrüche aus seinem exakt exekutierten Alltag nur ein?

Wolfgang Schmitt ist Germanist und u. a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse.

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza sowie Getränke zu erwerben.

25.04.2018, 18 Uhr, Raum: N2

Der Jemen: Ein Krieg im Schatten mit Oliver M. Piecha

Vortrag mit Dr. Oliver M. Piecha im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Nahen Osten am 25. April um 18 Uhr (c.t.) in Raum N2.

Ankündigungstext:

Über den Krieg im Jemen wird in deutschen Medien nur sporadisch berichtet. Zu entfernt scheint das Geschehen, auch zu undurchsichtig. Dabei spielt sich hier am von Europa aus gesehenen südöstlichen Ende der Nahostregion im Grunde ein ähnliches Drama ab wie in Syrien: Ein zerfallender Staat, eine humanitäre Katastrophe und Akteure von außerhalb, die den Konflikt für ihre machtpolitischen Interessen nutzen. Dabei sind die Konstellationen der Konfliktparteien so verwirrend komplex wie in Syrien. Es treten auf: Saudi Arabien, die Emirate, der Iran, Jihadisten, ob von Al Queida oder dem „Islamischen Staat“, Separatisten, Stammesverbände, Warlords, vom „Drohnenkrieg“ ganz zu schweigen. Der Vortrag stellt vor der jüngeren Geschichte des Jemen und den Umwälzungen des „Arabischen Frühlings“ die zentralen Akteure und Konfliktlinien dar, und erläutert die verschiedenen Eskalationsstufen.

Referent: 

Oliver M. Piecha ist Historiker und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind der Nahe Osten und die Stadtgeschichte Frankfurts. Neben Buchveröffentlichungen über die Kulturgeschichte Frankfurts schreibt er regelmäßig Analysen und Essays zum Nahen Osten in der Jungle World, im Tagesspiegel, im Perlentaucher, auf opinionclub.de und in Die Welt.

08.05.2018, 18 Uhr, Raum: E51

Marx!?: Befreiung heute.

Vortrag und Diskussion mit Jan Hoff am 8. Mai um 18 Uhr (c.t.) in Raum E51 im Rahmen unserer Marx!?-Veranstaltungsreihe

Inhaltsbeschreibung:

Nicht erst die jüngste Weltwirtschaftskrise (2007ff.) wirft kritische Fragen zum Kapitalismus auf. Aber ihre Auswirkungen waren ein begründeter Anlass für eine Zusammenfassung und Bewertung der internationalen emanzipationstheoretischen Debatte. 
Hierbei handelt es sich um einen vielfältigen und differenzierten Diskussionszusammenhang, der vor spezifischen historischen Hintergründen zu erforschen und darzustellen ist. Die Entwicklung der an Marx orientierten Theoriebildung ist aktuell an einem Punkt angelangt, in dem speziell die Geschichte der verschiedenen »häretischen« Strömungen auf beachtliches Interesse trifft. 

Jan Hoff zeigt die historischen und politisch-theo­retischen Zusammenhänge auf. Sie reichen von Marx, dem frühen Anarchismus und den revolutionären Denkansätzen im Umfeld der Oktoberrevolution über die krisentheoretischen Diskussionen der Zwischenkriegszeit und die libertärsozialistischen Strömungen nach 1945 bis hin zur internationalen Diskussion um Krise und Befreiung seit 2007, von David Graeber bis zur Neuen Marx-Lektüre hierzulande. 

Referent: 

Jan Hoff ist Gesellschaftswissenschaftler und lehrte zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa Luxemburg Stiftung Rheinland-Pfalz.

11.05.2018, 19 Uhr, villaWuller

Thesen am Tresen #2: Evolutionäre Humanisten Trier

Monatliche Kneipe an jedem zweiten Freitag in den Vorlesungsmonaten.

Bei den Thesen am Tresen stellen sich linkspolitische und humanistische Gruppen vor und geben einen kurzen Einblick in ihre Arbeit. Um 19.15 Uhr folgt jeweils ein kurzer Input in Form einer Gruppenselbstdarstellung (ca. 30 Minuten), anschließend Kneipe. Für Getränke sorgen die gastgebenden Locations, das sind wechselnd der Komplex – Infoladen Trier und die villaWuller.

Dieses Mal stellen sich die Evolutionäre Humanisten Trier vor.

15.05.2018, 18 Uhr, Raum: P12

Türkischer Staat und kurdische Bevölkerung

Innerhalb unserer Nahost-Reihe laden wir ein zum Vortrag: „“Türkischer Staat und kurdische Bevölkerung: Eine konfliktreiche Geschichte“ mit Ismail Küpeli. Die Veranstaltung wird am 15. Mai um 18 Uhr (c.t.) in Raum P 12 stattfinden.

Ankündigungstext:

„Der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Bevölkerung ist einer der entscheidenden Faktoren, die die Geschichte und Gegenwart der Türkei bestimmen. Die politischen Debatten und Entscheidungen in vielen sehr unterschiedlichen Bereichen von der Bildungspolitik bis hin zur Außenpolitik lassen sich auf die sogenannte „Kurdenfrage“ zurückführen. Darüber hinaus ist der Konflikt für die geschichtliche Entwicklung und die aktuelle Lage des gesamten Nahen und Mittleren Ostens bedeutend. Dies nicht zuletzt dadurch, dass kurdische Bevölkerungsgruppen in vielen Staaten existieren und in vielen Staaten politisch relevante AkteurInnen hervorgebracht haben.

Die Geschichte des Konflikts zwischen der Türkei und der kurdischen Bevölkerung muss aufgearbeitet werden, um die gegenwärtigen Konflikte zu verstehen. Bisher konzentrierte sich die politische und wissenschaftliche Beschäftigung mit dem „Kurdenkonflikt“ auf die Gegenwart. Da eine historische Perspektive fehlt, bleiben die Verbindungen zwischen der staatlichen Homogenisierungspolitik der Türkei und den kurdischen Aufständen in den 1920er und 1930er Jahren vielfach unterbelichtet. Unbeachtet sind so die möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung für die gegenwärtige politische Lage.

Die Etablierung eines türkischen Nationalstaats, einschließlich der Schaffung einer türkischen Nation ging einher mit der Vernichtung, Vertreibung und Marginalisierung von nicht-muslimischen und nicht-türkischen Bevölkerungsgruppen. Die Kurden waren als die letzte große nicht-türkische Gruppe in der Türkei das Haupthindernis für das kemalistische Staatsprojekt einer homogenen türkischen Nation. Zuvor waren die christlichen Bevölkerungsgruppen als nicht-türkisch deklariert worden der Vernichtung und Vertreibung ausgesetzt. Der Genozid an den Armeniern 1915 und die Vertreibung der übrig gebliebenen christlichen Bevölkerung im sogenannten „Türkischen Befreiungskrieg“ (1919-1923) sind zentrale Säulen dieser Gewaltpolitik. Die Kurden dagegen sollten als eigenständige Bevölkerungsgruppe aufgelöst und in die türkische Nation assimiliert werden. Dagegen wuchs Widerstand seitens der Kurden und in den kurdischen Gebieten im Osten der Türkei kam es immer wieder zur Aufständen, Militäroffensiven und Vertreibungen.“

Referent: 

Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler und Historiker. Er analysiert die Konflikte in der Türkei und im Nahen und Mittleren Osten. Er schreibt für Tages- und Wochenzeitungen (Neues Deutschland, Jungle World), Zeitschriften (Analyse&Kritik), gibt Interviews (ZDF, WDR, arte, RTL, Deutschlandfunk u.v.m.) hält Vorträge und moderiert Podiumsdiskussionen. Derzeit schreibt er eine Dissertation über die kurdischen Aufstände in der Türkei der 1920er und 30er Jahre am Institut für Diaspora- und Genozidforschung (Ruhr-Universität Bochum).

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz.

17.05.2018, 18 Uhr, Hörsaal 1

Podiumsdiskussion: Wie geht es weiter mit Kurdistan?

Diskussionsveranstaltung mit Danyal Casar, Roland Röder und Thomas Osten Sacken im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe zum Nahen Osten. 17. Mai, 18 Uhr (c.t.), Hörsaal 1.

23.05.2018, 18 Uhr, Raum: P12

Anarcho-Syndikalismus – Konzept, Geschichte und Perspektiven einer revolutionären Arbeiterbewegung

Wir laden euch in den Pfingstferien zu einem Vortrag von Emmelie Öden und Marcel Faust vom Institut für Syndikalismusforschung über das Konzept des Anarcho-Syndikalismus ein. Der Vortrag wird um 18 Uhr beginnen und im Raum P13 stattfinden.

Als traditionsreiche, freiheitliche Arbeiterbewegung ist der Anarcho-Syndikalismus mehr als nur eine Strömung des Anarchismus. Seine Ideen einer sozialistischen Gesellschaft auf der Basis von ökonomischer Selbstverwaltung sind in der Lage, der Philosophie des Anarchismus eine Form zu geben. Seit rund 150 Jahren ist er immer wieder treibende Kraft bei internationalen Arbeitskämpfen und gesellschaftlichen Umwälzungen, etwa während der Spanischen Revolution 1936. Der Einführungsvortrag erläutert die Ziele und Methoden der anarcho-syndikalistischen Bewegung: Sein Konzept einer kollektivierten Wirtschaft, seinen Kampf gegen Staat und Zentralismus und seine Betätigungsfelder von Gewerkschaft bis Kultur. Dabei werden aktuelle Perspektiven ebenso beleuchtet wie die historische Bewegung.

28.05.2018, 18 Uhr, Raum: N2

Die AfD und die soziale Frage mit Stefan Dietl

Vortrag und Diskussion mit Stefan Dietl um 18 Uhr (c.t.) in Raum N2. 

Innerhalb von gerade einmal vier Jahren zog die Alternative für
Deutschland (AfD) mit teils zweistelligen Ergebnissen in vierzehn
Landesparlamente ein. Mit der Wahl in den deutschen Bundestag 2017 wurde sie endgültig zur erfolgreichsten Parteineugründung der
Bundesrepublik. Zu ihrem Programm gehört neben der Hetze gegen
Mirgant*innen und Geflüchtete, dem Kampf gegen die Rechte von Frauen und der Diskriminierung von Behinderten, Homosexuellen und Transgender, auch die Ausgrenzung von sozial Benachteiligten. Trotz ihrer neoliberalen Programmatik ist die Partei vor allem auch unter denjennigen erfolgreich die von marktradikalen Umbaumaßnahmen besonders betroffen sind.

Stefan Dietl wirft einen genaueren Blick darauf, welche Forderungen die AfD in der Wirtschafts- und Sozialpolitik
eigentlich vertritt und welche verheerenden Auswirkungen deren Umsetzung hätte.

Stefan Dietl ist seit seiner Ausbildung Mitglied der Gewerkschaft ver.di, und ehrenamtlich im Landesvorstand von ver.di Bayern aktiv. Er schreibt regelmäßig zu sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, u.a. für die Wochenzeitung Jungle World.

28.03.2018, 18 Uhr, Studihaus

Als Unku Edes Freundin war. Filmnacht #13 mit Wolfgang Schmitt

Berlin Ende der zwanziger Jahre: Die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem einheimischen Jungen und einem „Zigeunermädchen“, das mit einer Gruppe von Schaustellern auf dem Rummelplatz kommt. Der Film beruht auf Motiven des Kinderbuchs „Ede und Unku“ von Alex Wedding. Es gehörte zu den Werken, welche bei der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland auf dem Index standen und vernichtet sowie verboten wurden. Im Buch werden die authentischen Erlebnisse von Erna Lauenburger beschrieben, welche die Autorin kannte. Sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet.

Wolfgang Schmitt ist Germanist und u. a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse.

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza sowie Getränke zu erwerben.

29.05.2018, 18 Uhr, P12

Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die Uno den jüdischen Staat deligitimiert mit Alex Feuerherdt

„Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die Uno den jüdischen Staat delegitimiert“: Vortrag und Diskussion mit Alex Feuerherdt am 29. Mai um 18 Uhr (c.t.) in Raum P 12 der Uni Trier. Der Vortrag ist Teil unserer Veranstaltungsreihe zum Nahen Osten. 

Inhaltsbeschreibung:

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Menschenrechtsrat beispielsweise haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel unlängst als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert, für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN-Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.

Wie kommt es, dass sich der jüdische Staat derart im Visier der Vereinten Nationen und ihrer Untereinrichtungen befindet? Liegt das tatsächlich an Israel selbst – oder gibt es dafür womöglich ganz andere Gründe? Wie ist die Uno heute überhaupt aufgestellt, und worin unterscheidet sie sich von früheren Jahren? Welches Verständnis von den Menschenrechten herrscht bei ihren Mitgliedern vor?

Referent:

Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, die Jungle World und die Medienbeobachtungsstelle Naher Osten in Wien. Außerdem ist er Betreiber des Blogs Lizas Welt.

31.05.2018, 18 Uhr, RAUM FOLGT

Der Arabische Frühling der Frauen mit Hannah Wettig

Vortrag und Diskussion mit Hannah Wettig im Rahmen unserer Reihe zum Nahen Osten am 31. Mai um 18 Uhr (c.t.). Der Raum wird noch bekannt gegeben.

Ankündigungstext: 

Tunesien, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon: In vier ganz unterschiedlichen Ländern der arabischen Welt sind im vergangenen Jahr wichtige Gesetze abgeschafft worden, die Frauen diskriminierten. Dort wie auch in Ägypten und Marokko ist die Frauenbewegung deutlich breiter aufgestellt als früher. Die Bedingungen in diesen Ländern sind kaum vergleichbar. Aber überall hat der arabische Frühling Denkstrukturen aufgebrochen. Gerade wo sich demokratische Reformen derzeit kaum durchsetzen lassen, gewinnen soziale Bewegungen bei der Frauenfrage an Schlagkraft.

Referentin:

Hannah Wettig ist Publizistin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Arabische Welt, Entwicklungszusammenarbeit, Feminismus. Ihre Reportagen und Analysen erscheinen regelmäßig in der Jungle World, analyse & kritik sowie verschiedenen anderen Zeitungen, darunter Die Welt, Emma, die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte und die Jüdische Allgemeine.

02.06.2018, 10 Uhr, Raum: A8 (Anmeldung erforderlich!)

Die israelische Demokratie und der Nahostkonflikt mit Ulrike Becker und Jörg Rensmann

Die Situation im Nahen Osten ist immer wieder Anlass für heftige Kontroversen. Dabei sind Fakten- und Hintergrundwissen oft unzulänglich. Es ist wichtig, sich im Themenkomplex Israel und Nahostkonflikt gründlich auszukennen, um Zerrbildern und Vorurteilen entgegentreten zu können. Häufig wird der Staat Israel dabei an anderen Maßstäben gemessen als der Rest der internationalen Gemeinschaft. Historische Ereignisse und Quellen werden oftmals tendenziös dargestellt bzw. unterschlagen und Ressentiments weiter verbreitet.

Veranstalter: Mideast Freedom Forum BerlinReferat für Politische Bildung Asta Uni TrierReferat für Antirassismus und Antifaschismus im AStA der Universität Trier
Teilnahmebeitrag: 1€ / pro Person

Verbindliche Anmeldung bis spätestens 27.5.2018 per E-Mail an: astaanti[äht]uni-trier[punkt]de

Der Fokus dieses vom Mideast Freedom Forum Berlin entwickelten und vom Bundesfamilienministerium geförderten Seminars liegt darauf, Israel als demokratischen Staat vorzustellen und die Geschichte des Zionismus näher kennenzulernen. In diesem Kontext wird auf den Konflikt mit der palästinensischen Führung und den arabischen Staaten eingegangen und dessen wichtigste Stationen (Unabhängigkeitskrieg, Sechstagekrieg, Friedensschluss mit Ägypten, Osloer Friedensprozess etc.) beleuchtet. Ziel des Seminars ist es, eine politische Analyse auf Faktenbasis zu erarbeiten, um die gängigen medialen und politischen Urteile zu Israel und zum Nahostkonflikt zu reflektieren. MultiplikatorInnen, Interessierte und LehrerInnen sollen eine Sicherheit im Thema erlangen, die ihnen hilft, in ihrem Unterricht sowie im gesellschaftlichen Umfeld über den Nahostkonflikt adäquat zu kommunizieren.

Seminarplan
Station I: Die israelische Demokratie in der Praxis: Gewaltenteilung, Grundrechte und Pressefreiheit
Station II: Israel und Palästina – Zur wechselvollen Geschichte des Nahen Ostens bis zur Gründung des jüdischen Staates 
Station III: 1948 und die Folgen – Die Gründung Israels als jüdischer Nationalstaat
Station IV: Vom Sechstagekrieg bis heute / Die palästinensischen Akteure PLO und Hamas
Station V: Versuche einer Zweistaatenlösung zwischen Israelis und Palästinensern

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms: Demokratie leben!

07.06.2018, 15 Uhr, Komplex

Marx!?: Marx und die sozialistische Strategie mit Oliver Nachtwey

Im Rahmen unserer Marx!?-Reihe laden wir am 7. Juni um 15 Uhr (c.t.) in Raum P1 zur Diskussion „Marx und die sozialistische Strategie“ mit Oliver Nachtwey ein.

08.06.2018, 19 Uhr, Komplex

Thesen am Tresen #3: Referat für politische Bildung

Monatliche Kneipe an jedem zweiten Freitag in den Vorlesungsmonaten.

Bei den Thesen am Tresen stellen sich linkspolitische und humanistische Gruppen vor und geben einen kurzen Einblick in ihre Arbeit. Um 19.15 Uhr folgt jeweils ein kurzer Input in Form einer Gruppenselbstdarstellung (ca. 30 Minuten), anschließend Kneipe. Für Getränke sorgen die gastgebenden Locations, das sind wechselnd der Komplex – Infoladen Trier und die villaWuller.

Dieses Mal stellt sich das Referat für Politische Bildung Asta Uni Trier vor.

21.06.2018, 18 Uhr, Raum: B16

Syrien – Symptom einer neuen Welt-Unordnung

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Nahen Osten laden wir ein zum Vortrag „Syrien – Sympton einer neuen Welt-Unordnung“ mit Kristin Helberg. Die Veranstaltung wird am 21. Juni um 18 Uhr (c.t.) in Raum B16 stattfinden.

Inhaltsbeschreibung:

Seit mehr als sieben Jahren sucht die Welt Begriffe, um den Konflikt in Syrien zu beschreiben: Revolution, bewaffneter Aufstand, Bürgerkrieg, Stellvertreterkrieg, Weltkonflikt. Wie konnte es so weit kommen? Was sind die Hintergründe dieser Entwicklung? Machthaber Bashar al-Assad hat geschafft, was bislang keinem arabischen Despoten gelang. Er kann trotz Hunderttausender Toten und 12 Millionen Vertriebener weiterherrschen wie bisher – mit staatlicher Willkür, dem Einsatz von geächteten und chemischen Waffen, geheimdienstlicher Verfolgung und der systematischen Massenvernichtung von Zivilisten in den Haftzentren des Regimes. Alle internationalen Akteure verfolgen ausschließlich eigene Interessen und scheinen sich mit Assads Verbleib an der Macht abgefunden zu haben. Aber was bedeutet das für die Syrer? Wie soll aus wertlosen Waffenruhen, Gleichschaltung und Grabesruhe echter Frieden erwachsen? Und welchen Beitrag könnte Deutschland leisten – im eigenen Interesse? Kristin Helberg erklärt, warum es nicht reicht, zerbombte Städte wiederaufzubauen, wenn die Menschen sich nach einem Leben ohne Angst, in Würde und Freiheit sehnen. Und warum das Versagen der internationalen Gemeinschaft in Syrien der Beginn einer neuen Welt-Unordnung ist.

Referentin:

Die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Kristin Helberg gilt als eine der besten Syrien-Kennerinnen im deutschsprachigen Raum. Sieben Jahre lang berichtete sie aus Damaskus für die Hörfunkprogramme der ARD, den ORF und das Schweizer Radio und Fernsehen SRF sowie verschiedene Print- und Onlinemedien. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Nahostexpertin in Berlin. Im Herder Verlag erschienen von ihr:

„Brennpunkt Syrien. Einblick in ein verschlossenes Land“ (überarbeitet 2014)

„Verzerrte Sichtweisen – Syrer bei uns. Von Ängsten, Missverständnissen und einem veränderten Land“ (2016)

„Der Syrienkrieg. Lösung eines Weltkonflikts“ (August 2018)

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz.

13.07.2018, 18 Uhr, villaWuller

Thesen am Tresen #4: Antirassismus-und-Antifaschismus-Referat

Monatliche Kneipe an jedem zweiten Freitag in den Vorlesungsmonaten.

Bei den Thesen am Tresen stellen sich linkspolitische und humanistische Gruppen vor und geben einen kurzen Einblick in ihre Arbeit. Um 19.15 Uhr folgt jeweils ein kurzer Input in Form einer Gruppenselbstdarstellung (ca. 30 Minuten), anschließend Kneipe. Für Getränke sorgen die gastgebenden Locations, das sind wechselnd der Komplex – Infoladen Trier und die villaWuller.

Dieses Mal stellt sich das Referat für Antirassismus und Antifaschismus im AStA der Universität Trier vor.
Wir geben einen kurzen Einblick in unsere 25-jährige Geschichte und widmen uns in diesem Zusammenhang auch einem Evergreen aus unserer Geschichte: der Extremismustheorie.

09.07.2018, 19 Uhr, Komplex

Thesen am Tresen #5: Die Falken Stadtverband Trier

Monatliche Kneipe an jedem zweiten Freitag in den Vorlesungsmonaten.

Bei den Thesen am Tresen stellen sich linkspolitische und humanistische Gruppen vor und geben einen kurzen Einblick in ihre Arbeit. Um 19.15 Uhr folgt jeweils ein kurzer Input in Form einer Gruppenselbstdarstellung (ca. 30 Minuten), anschließend Kneipe. Für Getränke sorgen die gastgebenden Locations, das sind wechselnd der Komplex – Infoladen Trier und die villaWuller.

Dieses Mal stellt sich SJ – Die Falken Stadtverband Trier vor.

Alle Termine im Überblick:
13.4. (Infoladen): Thesen am Tresen #1: Barnausen
11.5. (Villa): Thesen am Tresen #2: Evolutionäre Humanisten Trier
8.6. (Infoladen): Thesen am Tresen #3: Referat für Politische Bildung
13.7. (Villa): Thesen am Tresen #4: Antirassismus und Antifaschismus-Referat
9.11. (Infoladen): SJ – Die Falken Stadtverband Trier
14.12. (Villa): Thesen am Tresen #6: Rosa Salon

14.07.2018, 19 Uhr, villaWuller

Thesen am Tresen #6: Rosa Salon

 


Vergangene Veranstaltungen des Referats für politische Bildung (WiSe 2016/2017)


27.10.2016, 19 Uhr, Raum: P12

In Vielfalt ver(n)eint: Strukturaler Nationalismus und EU-Integration im Kontext von Verfassungsprozess und Brexit-Referendum mit Wolf Schünemann

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Der Vortrag befasst sich aus vergleichender Perspektive mit einem besonders irritierenden Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Seit der Gründung der Europäischen Union mit dem Maastricht-Vertrag vor etwa 25 Jahren haben europapolitische Volks

abstimmungen regelmäßig zu Krisen des Integrationsprojekts geführt. Im Verfassungsprozess der 2000er Jahre kam das problematische Verhältnis von EU-Integration und direkter Demokratie besonderes deutlich zum Vorschein. Mit dem jüngsten britischen Referendum ist ein neuer Typus europapolitischer Volksabstimmungen in Erscheinung getreten: das gegenstandsunabhängig veranlasste Misstrauensreferendum. Wird das britische Beispiel Schule machen? Müssen wir uns vermehrt auf solche offensiven Abstimmungen einstellen? Was würde dies für die Zukunft der EU bedeuten? Droht sie daran zu scheitern? Und warum tut sich die EU überhaupt so schwer mit der direktdemokratischen Legitimation?


03.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Formen und Funktionen utopischen Denkens mit Alexander Neupert-Doppler

utopia

500 Jahre nach dem Erscheinen der ‚Utopia‘ (1516) von Thomas Morus sind viele Inhalte dieser ersten Roman-Utopie längst nicht mehr utopisch: Allgemeine Schulpflicht, gewählte Regierungen und Scheidungsrecht kommen mittlerweile durchaus auch in der Realität vor. Rückblickend erscheint Morus‘ literarische Utopie als Antizipation späterer Entwicklungen. Nachdem der Begriff Utopie, der zunächst nur ein literarisches Genre bezeichnete, seit dem 19. Jahrhundert sowohl auf Siedlungsexperimente als auch auf ganze Gesellschaftstheorien übertragen wurde, stellt sich die Frage nach dem Utopischen neu: Was leistet utopisches Denken in der kritischen Auseinandersetzung mit seiner jeweiligen Gegenwart?

Neben einer Ideengeschichte der Formen utopischen Denkens wird es im Vortrag daher vor allem um mögliche Funktionen von Utopiebewusstsein gehen. Als Ausdruck von Bestrebungen und Kritik am Bestehenden, als Möglichkeitssinn, Motivation sozialer Bewegungen und Artikulation von Bedürfnissen wird Utopie zu einer Denkfigur kritischer Theorien.

Kann kritisch-utopisches Denken heute ein Korrektiv sein gegen ideologisch-nostalgische Volkstümelei? Wie wäre das Prinzip Hoffnung gegen das Prinzip (Abstiegs-)Angst in Stellung zu bringen? Wie lässt sich die Reichweite und Beschränktheit utopischen Denkens bestimmen? Darüber wird an diesem Abend vorgetragen und beraten werden.

Dr. Alexander Neupert-Doppler studierte Philosophie, Geschichte und Politik in Osnabrück, wo er 2013 mit einer Kritik des Staatsfetischismus promoviert wurde. 2015 folgte der Band Utopie – Vom Roman zur Denkfigur. Er arbeitet als Bildungsreferent für die Sozialistische Jugend in Hannover und lehrt Gesellschaftstheorie an der Uni Gießen.


08.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Neoanarchism: Utopia Reawakened or the New Spirit of Capitalms? mit Blair Taylor

utopia

Since the collapse of actually-existing socialism, anarchism has experienced a renaissance within the global left as the historical rival tradition to Marxism. A variety of recent left movements from the Zapatistas, the Spanish indignados, Argentine Piqueteros, to Occupy Wall Street have embraced what some have called neoanarchism, a politics that seeks to “change the world without taking power.” This lecture will offer a critical analysis of contemporary anarchist politics in theory and practice, focusing on three main themes. First, it will examine the content of neoanarchism and how it differs from classical anarchism: its particular political analysis, social critique, and utopian vision. Second, it will trace the major historical moments, movements, and intellectual debates which shaped its emergence and political logic – focusing especially on the experience of the New Left and New Social Movements, the anarchist turn in the 1990s by the radical ecology and alterglobalization movement, its hegemony within Occupy Wall Street. Along the way I will discuss the interplay of movements and ideas as various thinkers such as Murray Bookchin, John Zerzan, and David Graeber sought to reformulate anarchist theory in light of changing social and historical conditions.

The talk concludes with an exploration of neoanarchism’s latent affinities with neoliberalism; as neoanarchism developed primarily in opposition to state-led Fordist capitalism and its Marxist opposition, aspects of its social critique overlap with that of neoliberalism. This makes neoanarchism especially prone to recuperation – the process of incorporating radical ideas and movements into power – an important but overlooked factor contributing to both movement decline and the legitimization of power. Whereas the anti-corporate politics of the alterglobalization movement was recuperated as ethical consumption, the anti-statist communitarian politics of movements like Occupy Wall Street have also been absorbed into the neoliberal discourse of the post-crisis era. Echoed in the Tory Big Society program and the U.S. Tea Party manifesto, their shared emphasis on direct action self-provisioning by non-state actors, critique of “politics,” and emphasis on economic alternatives is increasingly attractive to both left and right. Thus just as New Left critiques of the hierarchical Fordist order lent ethical legitimacy to neoliberalism, neoanarchism offers a potential glimpse of a new spirit of capitalism perfectly adapted to the austerity conditions of “post” or “zombie” neoliberalism. In this light, neoanarchism’s allegedly impractical and utopian politics can also be understood as the vanguard of capitalist development, prefiguring not the new society but the means to modernize and stabilize the old.

Der Vortrag wird auf englisch gehalten!


09.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Von der Muslimbruderschaft zu ISIS mit Matthias Küntzel


vortrag_muslimbruderschaft_kuentzel_plakat_light_1Das frohlockende Selbstverständnis, mit dem die IS-Terroristen Kreuzigungen, Versklavungen und Enthauptungen Andersdenkender feiern, schockiert und verängstigt – und wirft Fragen auf.
Haben wir es mit einem Rückfall in das schwärzeste Mittelalter zu tun oder ist der IS eine moderne Bewegung? Was ist der Unterschied zwischen IS-Salafisten und Muslimbrüdern, zwischen al-Qaida-Terroristen und iranischen Islamisten? Und warum einigt sie ein antisemitischer Hass auf Juden und auf Israel?
Der Referent wird auf die Notwendigkeit, aber auch auf die Schwierigkeit der Abgrenzung von „Islamismus“ und „Islam“ eingehen und den historischen Hintergrund skizzieren, vor dem der gegenwärtige globale Vormarsch des Islamismus stattfindet.
Ausgangspunkt ist die Gründung der Muslimbruderschaft im Jahre 1928, zu einem Zeitpunkt also, als in Italien der Faschismus und in Deutschland der Nationalsozialismus entstanden. Weitere Etappen sind die islamistische Revolution von 1979 in Teheran und das al-Qaida-Fanal von 2001. Die anschließende Diskussion wird Gelegenheit bieten, die Politik der Staatengemeinschaft und der Bundesregierung gegenüber der neuen totalitären Bewegung zu prüfen.

Matthias Küntzel ist Politikwissenschaftler und Historiker und hat mehrere Bücher zum Thema islamischer Antisemitismus veröffentlicht. 2011 wurde er von der Anti-Defamation League (ADL) mit dem Ehrlich-Schwerin-Menschenrechtspreis ausgezeichnet.


11.11.2016, 19:30 Uhr, Audimax

Vortrag von Dr. Peter Tauber, MdB, Generalsekretär der CDU Deutschland


14.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Der Traum ist aus: warum ich Utopien selbst ausprobiere mit Greta Taubert

utopia

Der Club of Rome weiß es, K.I.Z. weiß es. Wir alle wissen: Die Welt, wie wir sie kennen, geht unter. Angesichts sich immer weiter verschärfender ökologischer, ökonomischer
 und sozialer Krisen drängt sich der Diskurs um einen neuen Wohlstandsbegriff auf. Überarbeitung, Arbeitslosigkeit, Hyperkonsum, Kohlendioxid-Emissionen, Arm-Reich-Gefälle, Demographie, Klimawandel, Artensterben, Rohstoffknappheit, Landgrabbing, Flüchlingsströme sind alle Spätfolgen einer rasanten, enthemmten Wirtschaft, die nur
ein Ziel kennt: immer schneller immer mehr haben (wollen). Aber dieses Mehr lässt sich nicht ewig steigern. Das alte Versprechen „Wohlstand durch Wirtschaftswachstum“ gelingt
allmählich nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt hat als Gradmesser gesellschaftlichen Wachstums ausgedient.
In Europa, den USA und in Lateinamerika formiert sich derzeit eine immer größere werdende Bewegung des „Postwachstums“. Sie schlägt eine „sozial-ökologische Transformation“ vor, an deren Ende eine umfassende neu justierte Vorstellung von Gesellschaft steht.
Wissenschaftler wie der Ökonom Nico Paech oder der Beschleunigungsforscher Hartmut Rosa forschen an neuen Zeitmodellen. Politische Parteien wie Die Grünen und Die Piraten haben das Thema „Zeitpolitik“ in ihre Programmdebatten übernommen, Thinktanks
wie die Heinrich-Böll-Stiftung, Attac oder das Konzeptwerk Neue Ökonomie erarbeiten konkrete Alternativen für eine ökologische Wirtschafts- und Lebensweise, die auf einem
neuen Zeitverständnis aufbaut. Darüber zu diskutieren, ist das eine. Aber was kommt, wenn man sich tatsächlich aus dem
Hamsterrad des Müssens befreit? Was passiert, wenn man selbst nicht mehr will, sondern weniger? Wie funktioniert die Utopie des Zeitwohlstands ganz konkret? Nicht nur in meiner
eigenen Welt, sondern auch in der anderer Menschen. In einem einjährigen Experiment stieg ich eine Weile aus der schnellen Welt des Erwerbslebens aus, organisierte mir ein
Grundeinkommen, sagte alles ab – und stellte mich auf bessere Zeiten ein. Es kam anders.


17.11.2106, 19 Uhr, Raum: P12

Until it burns the crusader armies in dabiq – Endzeitvorstellungen in der Propaganda des IS mit Christoph Panzer

utopia

Der selbsternannte Islamische Staat (IS) wirbt erfolgreich wie keine andere vergleichbare Organisation weltweit SympathisantInnen und Mitglieder. In der Propaganda werden dafür häufig apokalyptische Visionen mit der utopischen Verheißung einer „idealen“ Gesellschaft verbunden und so eine auch in „westlichen“ Gesellschaften attraktive Alternative in der Deutung der heutigen Weltlage und ihrer Widersprüche geschaffen. Dieses Element der IS-Propaganda wird am Beispiel des Magazins Dabiq betrachtet.


21.11.2016, 19 Uhr, Studihaus

PolBil-Filmnacht: Divergent – die Bestimmung (Eintritt frei)

utopia

Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und Ferox – die Furchtlosen … Fünf Fraktionen, fünf verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in ihrer Welt als hoch gefährlich …


05.12.2016, 19 Uhr, Studihaus

PolBil-Filmnacht: Lauf Junge Lauf (Eintritt frei)

filmnacht_laufjungelauf_plakat_1Srulik (Andrzej und Kamil Tkacz) ist knapp neun Jahre alt, als ihm gerade noch rechtzeitig die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Um den deutschen Soldaten zu entkommen, flieht er in das riesige, unwegsame Waldgebiet Kampinoski und muss dort lernen, wie es ist, ganz auf sich allein gestellt in der Wildnis zu überleben. Wie man auf Bäumen schläft, Kleintiere jagt und sich von Beeren ernährt.

Von einem unerschütterlichen Überlebensinstinkt getrieben, übersteht er die ersten Monate seiner Flucht. Doch die eisige Kälte des Winters und die unerträgliche Einsamkeit treiben den Jungen in die Zivilisation zurück.

Wie kann er erkennen, wem er vertrauen kann und wem nicht? Nur wenige Menschen sind bereit, ihr Leben zu riskieren für einen kleinen fremden Jungen, der ein Jude sein könnte.

Erst als er eines Tages an die Tür der alleinstehenden Bäuerin Magda Janczyk (Elisabeth Duda) klopft, deren Mann und Söhne sich den Partisanen angeschlossen haben, lernt Srulik die wohl wichtigste und zugleich schmerzlichste Lektion, um zu überleben: Magda bringt ihm bei, seine Religion und damit auch seine Identität zu verleugnen und sich fortan als katholischer Waisenjunge Jurek durchzuschlagen.

Auf seiner dreijährigen Odyssee durch das besetzte Polen bleibt die Angst vor Entdeckung sein ständiger Begleiter. Er begegnet Menschen, die ihm helfen, aber auch solchen, die ihn verraten. Nur dadurch, dass Srulik immer stärker mit seiner falschen Identität verschmilzt und seine wahre Herkunft immer mehr verdrängt, gelingt ihm das Unmögliche: den Wahnsinn dieser Zeit zu überstehen.


29.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12 (Kooperation mit dem Ökoreferat)

Kreislauf statt Wachstum – geplante Obsoleszenz mit Stefan Schridde

vortrag_oeko1_schridde_plakat_1

 

 

 

 

 

 

 

 


06.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12 (Kooperation mit dem Frauenreferat)

Star Trek als (feministische) Utopie mit Lisa Doppler

utopia

Geschlechtslose Humanoide, ein Symbiont abwechselnd in weiblichem und männlichem Körper, ein schwangerer Mann, weibliche Kapitäninnen, Kommandeurinnen und Admirälinnen – das alles gibt es bei Star Trek. Utopie oder „nur“ Science Fiction?
Anhand allgemeiner und feministischer Utopietheorie untersucht die Referentin den utopischen Gehalt bei Star Trek, insbesondere in den Serien „The Next Generation“ und „Deep Space Nine“. Ein Vortrag, der sowohl für gesottene Fans als auch Star Trek-Neulinge verspricht unterhaltsam zu werden.


08.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Völkermord an den Armeniern, Deutschland und die Türkei
Vortrag und Diskussion mit Ilias Uyar

 

Der Völkermord an den Armeniern, Deutschland und die Türkei
Dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts in Europa sind 1,5 Millionen Armenier in der osmanischen Türkei zum Opfer gefallen. Hinter dem von den osmanischen Machthabern als „Umsiedlung“ getarnten Vorhaben verbarg sich die systematische und planmäßige Vernichtung des jahrtausendealten Armenischen Volkes.

Die Türkei verweigert bis heute die Anerkennung des Genozides an den Armeniern und versucht durch Leugnung und Geschichtsverfälschung die armenischen Opfer als Täter darzustellen. Die Leugnung ist dabei nicht auf die Türkei beschränkt, sondern wird auch in Deutschland betrieben. Bislang hatte Deutschland offiziell zum Völkermord geschwiegen. Anlässlich des 100. Jahrestags hat der Bundespräsident dieses Schweigen gebrochen. Der Bundestag hat in einer Resolution wider die Leugnung den Genozid anerkannt. Die Bundesregierung schweigt weiterhin aus politischem Kalkül, um die Türkei nicht zu verärgern.

In seinem Vortrag wird der Referent auf die Auswirkungen der Leugnung des Genozides bis in die Gegenwart eingehen, den langen Weg bis zur Anerkennung in Deutschland darstellen und auf die Verhinderungsversuche der großen türkischen Migrantenverbände eingehen.

Der Referent: Ilias Kevork Uyar ist Rechtsanwalt und aktives Mitglied der zivilgesellschaftlichen Initiative Anerkennung Jetzt. Regelmäßig veröffentlicht er Arbeiten zu den Themen Genozid an den Armeniern und Menschenrechte
In diesem Jahr sind von Ihm erschienen:

„Die armenische Minderheit in der Türkei“
Armenisch-Deutsche Korresondenz, 171 / Jg. 2016 / Heft 2
DITIB, türkische Organisationen und die Lobby gegen die Armenische Community, Armenisch-Deutsche Korresondenz, 172 / Jg. 2016 / Heft 3

Interview der Ruhrbarone mit Ilias Uyar: „Für meine Familie ist es beängstigend, wenn Gruppen von „Allahu Akbar“-Schreiern marschieren“
http://www.ruhrbarone.de/fuer-meine-familie-ist-es-beaengstigend-wenn-gruppen-von-allahu-akbar-schreiern-marschieren/131958

 


13.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Die Ideologie im Nationalsozialismus und in der DDR im Vergleich mit Dr. Manuel Becker

vortrag_ideologien_becker_plakat_1Deutschland ist weltweit ein einzigartiger Fall für den Diktaturenvergleich. Kaum ein anderes Land hat in seiner Geschichte zwei Diktaturen entgegen gesetzter ideologischer Richtung dieser Intensität erlebt und durchlitten. Dieses historische Vermächtnis ist Mahnung und Auftrag für die gegenwärtige Geschichtspolitik: Wie lassen sich beide Diktaturen in einem adäquaten Verhältnis erinnern? Wie können die Verbrechen des DDR-Regimes angemessen vergegenwärtigt werden, ohne damit die nationalsozialistischen Gräueltaten zu relativieren, zu verharmlosen oder zu banalisieren? Ist es überhaupt gerechtfertigt, von zwei Diktaturen oder gar von zwei Totalitarismen zu sprechen, ohne damit Nationalsozialismus und DDR gedanklich gleichzusetzen? Auf diese und weitere Fragen wird der Vortrag versuchen, Antworten zu formulieren.


16.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Frauenbilder in Game of Thrones mit Britta Colligs

vortrag_got_colligs_plakat_1Ob als Königin, Matriarchin, perfekte Tochter, Rebellin oder Kriegerin – die HBO Fernsehserie Game of Thrones, nach den Bestseller-Romanen von George R. R. Martins A Song of Ice and Fire, porträtiert die unterschiedlichsten Frauenbilder in einer von Männern dominierten und kontrollierten Welt. In dieser Welt kämpft jede einzelne Figur auf ihre Weise um bei dem Spiel um den Thron nicht unterzugehen.

Der Vortrag „Frauenbilder in Game of Thrones“ wird die unterschiedlichen Frauenbilder der Fernsehserie darstellen, sowie ihre jeweiligen Rollen und Handlungen analysieren.

 

 


11.01.2017, 19 Uhr, Raum: P12

Deutschland-Russland: Sackgasse oder Kalter Frieden? mit Bernhard Kaster, MdB

Die deutsch-russischen Beziehungen sind so schlecht, dass sogar wieder vom Kalten Krieg gesprochen wird. Angesichts der weltweiten Herausforderungen ist das sicherlich das Letzte, was wir gebrauchen können. Wir brauchen mehr Dialog, statt gegenseitiger politischer Monologe. Wir brauchen mehr als einen Kalten Frieden. Im fehlenden Vertrauen liegt das Hauptübel der derzeitigen deutsch-russischen Beziehungen. Wie können wir wieder dazu kommen, uns besser zu verstehen, auch wenn wir nicht immer Verständnis für die gegenseitigen Interessen haben? Europa muss Russland verstehen. Russland muss aber auch Europa verstehen. Dazu brauchen wir einen echten Dialog. Der Vortrag wird Einblicke in die aktuelle Lage der Beziehungen geben und gleichzeitig aufzeigen, wie die deutsch-russischen Beziehungen auf eine neue Basis gestellt werden können.


Aktuelle Veranstaltungen des Referats für politische Bildung (SoSe 2018)


 

13.04.2018, 19 Uhr, Komplex-Infoladen (Hornstraße 7)

Thesen am Tresen

18.04.2018, 18 Uhr, Raum: N2

Staatsfragen: Einführung in die materialistische Staatskritik mit Moritz Zeiler

19.04.2018, 18 Uhr, Raum: B16

Konkurrenten – Über das Islambild der Neuen Rechten mit Matheus Hagedorny

20.04.2018, 11 Uhr, RAUM FOLGT

Bitte oszillieren Sie – Neurechte Morgenröte und ideologiekritische Abenddämmerung mit den Salonkommunisten

25.04.2018, 18 Uhr, Raum: N2

Jemen mit Oliver M. Piecha

 

 


Vergangene Veranstaltungen des Referats für politische Bildung (aktuelles Semester)

09.04.2018, 20 Uhr, Studihaus

Im Gespräch mit Harald Martenstein

 


Vergangene Veranstaltungen des Referats für politische Bildung (WiSe 2016/2017)


27.10.2016, 19 Uhr, Raum: P12

In Vielfalt ver(n)eint: Strukturaler Nationalismus und EU-Integration im Kontext von Verfassungsprozess und Brexit-Referendum mit Wolf Schünemann

vortrag_brexit_schuenemann_plakat_1

Der Vortrag befasst sich aus vergleichender Perspektive mit einem besonders irritierenden Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Seit der Gründung der Europäischen Union mit dem Maastricht-Vertrag vor etwa 25 Jahren haben europapolitische Volks

abstimmungen regelmäßig zu Krisen des Integrationsprojekts geführt. Im Verfassungsprozess der 2000er Jahre kam das problematische Verhältnis von EU-Integration und direkter Demokratie besonderes deutlich zum Vorschein. Mit dem jüngsten britischen Referendum ist ein neuer Typus europapolitischer Volksabstimmungen in Erscheinung getreten: das gegenstandsunabhängig veranlasste Misstrauensreferendum. Wird das britische Beispiel Schule machen? Müssen wir uns vermehrt auf solche offensiven Abstimmungen einstellen? Was würde dies für die Zukunft der EU bedeuten? Droht sie daran zu scheitern? Und warum tut sich die EU überhaupt so schwer mit der direktdemokratischen Legitimation?


03.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Formen und Funktionen utopischen Denkens mit Alexander Neupert-Doppler

utopia

500 Jahre nach dem Erscheinen der ‚Utopia‘ (1516) von Thomas Morus sind viele Inhalte dieser ersten Roman-Utopie längst nicht mehr utopisch: Allgemeine Schulpflicht, gewählte Regierungen und Scheidungsrecht kommen mittlerweile durchaus auch in der Realität vor. Rückblickend erscheint Morus‘ literarische Utopie als Antizipation späterer Entwicklungen. Nachdem der Begriff Utopie, der zunächst nur ein literarisches Genre bezeichnete, seit dem 19. Jahrhundert sowohl auf Siedlungsexperimente als auch auf ganze Gesellschaftstheorien übertragen wurde, stellt sich die Frage nach dem Utopischen neu: Was leistet utopisches Denken in der kritischen Auseinandersetzung mit seiner jeweiligen Gegenwart?

Neben einer Ideengeschichte der Formen utopischen Denkens wird es im Vortrag daher vor allem um mögliche Funktionen von Utopiebewusstsein gehen. Als Ausdruck von Bestrebungen und Kritik am Bestehenden, als Möglichkeitssinn, Motivation sozialer Bewegungen und Artikulation von Bedürfnissen wird Utopie zu einer Denkfigur kritischer Theorien.

Kann kritisch-utopisches Denken heute ein Korrektiv sein gegen ideologisch-nostalgische Volkstümelei? Wie wäre das Prinzip Hoffnung gegen das Prinzip (Abstiegs-)Angst in Stellung zu bringen? Wie lässt sich die Reichweite und Beschränktheit utopischen Denkens bestimmen? Darüber wird an diesem Abend vorgetragen und beraten werden.

Dr. Alexander Neupert-Doppler studierte Philosophie, Geschichte und Politik in Osnabrück, wo er 2013 mit einer Kritik des Staatsfetischismus promoviert wurde. 2015 folgte der Band Utopie – Vom Roman zur Denkfigur. Er arbeitet als Bildungsreferent für die Sozialistische Jugend in Hannover und lehrt Gesellschaftstheorie an der Uni Gießen.


08.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Neoanarchism: Utopia Reawakened or the New Spirit of Capitalims? mit Blair Taylor

utopia

Since the collapse of actually-existing socialism, anarchism has experienced a renaissance within the global left as the historical rival tradition to Marxism. A variety of recent left movements from the Zapatistas, the Spanish indignados, Argentine Piqueteros, to Occupy Wall Street have embraced what some have called neoanarchism, a politics that seeks to “change the world without taking power.” This lecture will offer a critical analysis of contemporary anarchist politics in theory and practice, focusing on three main themes. First, it will examine the content of neoanarchism and how it differs from classical anarchism: its particular political analysis, social critique, and utopian vision. Second, it will trace the major historical moments, movements, and intellectual debates which shaped its emergence and political logic – focusing especially on the experience of the New Left and New Social Movements, the anarchist turn in the 1990s by the radical ecology and alterglobalization movement, its hegemony within Occupy Wall Street. Along the way I will discuss the interplay of movements and ideas as various thinkers such as Murray Bookchin, John Zerzan, and David Graeber sought to reformulate anarchist theory in light of changing social and historical conditions.

The talk concludes with an exploration of neoanarchism’s latent affinities with neoliberalism; as neoanarchism developed primarily in opposition to state-led Fordist capitalism and its Marxist opposition, aspects of its social critique overlap with that of neoliberalism. This makes neoanarchism especially prone to recuperation – the process of incorporating radical ideas and movements into power – an important but overlooked factor contributing to both movement decline and the legitimization of power. Whereas the anti-corporate politics of the alterglobalization movement was recuperated as ethical consumption, the anti-statist communitarian politics of movements like Occupy Wall Street have also been absorbed into the neoliberal discourse of the post-crisis era. Echoed in the Tory Big Society program and the U.S. Tea Party manifesto, their shared emphasis on direct action self-provisioning by non-state actors, critique of “politics,” and emphasis on economic alternatives is increasingly attractive to both left and right. Thus just as New Left critiques of the hierarchical Fordist order lent ethical legitimacy to neoliberalism, neoanarchism offers a potential glimpse of a new spirit of capitalism perfectly adapted to the austerity conditions of “post” or “zombie” neoliberalism. In this light, neoanarchism’s allegedly impractical and utopian politics can also be understood as the vanguard of capitalist development, prefiguring not the new society but the means to modernize and stabilize the old.

Der Vortrag wird auf englisch gehalten!


09.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Von der Muslimbruderschaft zu ISIS mit Matthias Küntzel


vortrag_muslimbruderschaft_kuentzel_plakat_light_1Das frohlockende Selbstverständnis, mit dem die IS-Terroristen Kreuzigungen, Versklavungen und Enthauptungen Andersdenkender feiern, schockiert und verängstigt – und wirft Fragen auf.
Haben wir es mit einem Rückfall in das schwärzeste Mittelalter zu tun oder ist der IS eine moderne Bewegung? Was ist der Unterschied zwischen IS-Salafisten und Muslimbrüdern, zwischen al-Qaida-Terroristen und iranischen Islamisten? Und warum einigt sie ein antisemitischer Hass auf Juden und auf Israel?
Der Referent wird auf die Notwendigkeit, aber auch auf die Schwierigkeit der Abgrenzung von „Islamismus“ und „Islam“ eingehen und den historischen Hintergrund skizzieren, vor dem der gegenwärtige globale Vormarsch des Islamismus stattfindet.
Ausgangspunkt ist die Gründung der Muslimbruderschaft im Jahre 1928, zu einem Zeitpunkt also, als in Italien der Faschismus und in Deutschland der Nationalsozialismus entstanden. Weitere Etappen sind die islamistische Revolution von 1979 in Teheran und das al-Qaida-Fanal von 2001. Die anschließende Diskussion wird Gelegenheit bieten, die Politik der Staatengemeinschaft und der Bundesregierung gegenüber der neuen totalitären Bewegung zu prüfen.

Matthias Küntzel ist Politikwissenschaftler und Historiker und hat mehrere Bücher zum Thema islamischer Antisemitismus veröffentlicht. 2011 wurde er von der Anti-Defamation League (ADL) mit dem Ehrlich-Schwerin-Menschenrechtspreis ausgezeichnet.


11.11.2016, 19:30 Uhr, Audimax

Vortrag von Dr. Peter Tauber, MdB, Generalsekretär der CDU Deutschland


14.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Der Traum ist aus: warum ich Utopien selbst ausprobiere mit Greta Taubert

utopia

Der Club of Rome weiß es, K.I.Z. weiß es. Wir alle wissen: Die Welt, wie wir sie kennen, geht unter. Angesichts sich immer weiter verschärfender ökologischer, ökonomischer
 und sozialer Krisen drängt sich der Diskurs um einen neuen Wohlstandsbegriff auf. Überarbeitung, Arbeitslosigkeit, Hyperkonsum, Kohlendioxid-Emissionen, Arm-Reich-Gefälle, Demographie, Klimawandel, Artensterben, Rohstoffknappheit, Landgrabbing, Flüchlingsströme sind alle Spätfolgen einer rasanten, enthemmten Wirtschaft, die nur
ein Ziel kennt: immer schneller immer mehr haben (wollen). Aber dieses Mehr lässt sich nicht ewig steigern. Das alte Versprechen „Wohlstand durch Wirtschaftswachstum“ gelingt
allmählich nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt hat als Gradmesser gesellschaftlichen Wachstums ausgedient.
In Europa, den USA und in Lateinamerika formiert sich derzeit eine immer größere werdende Bewegung des „Postwachstums“. Sie schlägt eine „sozial-ökologische Transformation“ vor, an deren Ende eine umfassende neu justierte Vorstellung von Gesellschaft steht.
Wissenschaftler wie der Ökonom Nico Paech oder der Beschleunigungsforscher Hartmut Rosa forschen an neuen Zeitmodellen. Politische Parteien wie Die Grünen und Die Piraten haben das Thema „Zeitpolitik“ in ihre Programmdebatten übernommen, Thinktanks
wie die Heinrich-Böll-Stiftung, Attac oder das Konzeptwerk Neue Ökonomie erarbeiten konkrete Alternativen für eine ökologische Wirtschafts- und Lebensweise, die auf einem
neuen Zeitverständnis aufbaut. Darüber zu diskutieren, ist das eine. Aber was kommt, wenn man sich tatsächlich aus dem
Hamsterrad des Müssens befreit? Was passiert, wenn man selbst nicht mehr will, sondern weniger? Wie funktioniert die Utopie des Zeitwohlstands ganz konkret? Nicht nur in meiner
eigenen Welt, sondern auch in der anderer Menschen. In einem einjährigen Experiment stieg ich eine Weile aus der schnellen Welt des Erwerbslebens aus, organisierte mir ein
Grundeinkommen, sagte alles ab – und stellte mich auf bessere Zeiten ein. Es kam anders.


17.11.2106, 19 Uhr, Raum: P12

Until it burns the crusader armies in dabiq – Endzeitvorstellungen in der Propaganda des IS mit Christoph Panzer

utopia

Der selbsternannte Islamische Staat (IS) wirbt erfolgreich wie keine andere vergleichbare Organisation weltweit SympathisantInnen und Mitglieder. In der Propaganda werden dafür häufig apokalyptische Visionen mit der utopischen Verheißung einer „idealen“ Gesellschaft verbunden und so eine auch in „westlichen“ Gesellschaften attraktive Alternative in der Deutung der heutigen Weltlage und ihrer Widersprüche geschaffen. Dieses Element der IS-Propaganda wird am Beispiel des Magazins Dabiq betrachtet.


21.11.2016, 19 Uhr, Studihaus

PolBil-Filmnacht: Divergent – die Bestimmung (Eintritt frei)

utopia

Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und Ferox – die Furchtlosen … Fünf Fraktionen, fünf verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in ihrer Welt als hoch gefährlich …


05.12.2016, 19 Uhr, Studihaus

PolBil-Filmnacht: Lauf Junge Lauf (Eintritt frei)

filmnacht_laufjungelauf_plakat_1Srulik (Andrzej und Kamil Tkacz) ist knapp neun Jahre alt, als ihm gerade noch rechtzeitig die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Um den deutschen Soldaten zu entkommen, flieht er in das riesige, unwegsame Waldgebiet Kampinoski und muss dort lernen, wie es ist, ganz auf sich allein gestellt in der Wildnis zu überleben. Wie man auf Bäumen schläft, Kleintiere jagt und sich von Beeren ernährt.

Von einem unerschütterlichen Überlebensinstinkt getrieben, übersteht er die ersten Monate seiner Flucht. Doch die eisige Kälte des Winters und die unerträgliche Einsamkeit treiben den Jungen in die Zivilisation zurück.

Wie kann er erkennen, wem er vertrauen kann und wem nicht? Nur wenige Menschen sind bereit, ihr Leben zu riskieren für einen kleinen fremden Jungen, der ein Jude sein könnte.

Erst als er eines Tages an die Tür der alleinstehenden Bäuerin Magda Janczyk (Elisabeth Duda) klopft, deren Mann und Söhne sich den Partisanen angeschlossen haben, lernt Srulik die wohl wichtigste und zugleich schmerzlichste Lektion, um zu überleben: Magda bringt ihm bei, seine Religion und damit auch seine Identität zu verleugnen und sich fortan als katholischer Waisenjunge Jurek durchzuschlagen.

Auf seiner dreijährigen Odyssee durch das besetzte Polen bleibt die Angst vor Entdeckung sein ständiger Begleiter. Er begegnet Menschen, die ihm helfen, aber auch solchen, die ihn verraten. Nur dadurch, dass Srulik immer stärker mit seiner falschen Identität verschmilzt und seine wahre Herkunft immer mehr verdrängt, gelingt ihm das Unmögliche: den Wahnsinn dieser Zeit zu überstehen.


29.11.2016, 19 Uhr, Raum: P12 (Kooperation mit dem Ökoreferat)

Kreislauf statt Wachstum – geplante Obsoleszenz mit Stefan Schridde

vortrag_oeko1_schridde_plakat_1

 

 

 

 

 

 

 

 


06.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12 (Kooperation mit dem Frauenreferat)

Star Trek als (feministische) Utopie mit Lisa Doppler

utopia

Geschlechtslose Humanoide, ein Symbiont abwechselnd in weiblichem und männlichem Körper, ein schwangerer Mann, weibliche Kapitäninnen, Kommandeurinnen und Admirälinnen – das alles gibt es bei Star Trek. Utopie oder „nur“ Science Fiction?
Anhand allgemeiner und feministischer Utopietheorie untersucht die Referentin den utopischen Gehalt bei Star Trek, insbesondere in den Serien „The Next Generation“ und „Deep Space Nine“. Ein Vortrag, der sowohl für gesottene Fans als auch Star Trek-Neulinge verspricht unterhaltsam zu werden.


08.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Völkermord an den Armeniern, Deutschland und die Türkei
Vortrag und Diskussion mit Ilias Uyar

 

Der Völkermord an den Armeniern, Deutschland und die Türkei
Dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts in Europa sind 1,5 Millionen Armenier in der osmanischen Türkei zum Opfer gefallen. Hinter dem von den osmanischen Machthabern als „Umsiedlung“ getarnten Vorhaben verbarg sich die systematische und planmäßige Vernichtung des jahrtausendealten Armenischen Volkes.

Die Türkei verweigert bis heute die Anerkennung des Genozides an den Armeniern und versucht durch Leugnung und Geschichtsverfälschung die armenischen Opfer als Täter darzustellen. Die Leugnung ist dabei nicht auf die Türkei beschränkt, sondern wird auch in Deutschland betrieben. Bislang hatte Deutschland offiziell zum Völkermord geschwiegen. Anlässlich des 100. Jahrestags hat der Bundespräsident dieses Schweigen gebrochen. Der Bundestag hat in einer Resolution wider die Leugnung den Genozid anerkannt. Die Bundesregierung schweigt weiterhin aus politischem Kalkül, um die Türkei nicht zu verärgern.

In seinem Vortrag wird der Referent auf die Auswirkungen der Leugnung des Genozides bis in die Gegenwart eingehen, den langen Weg bis zur Anerkennung in Deutschland darstellen und auf die Verhinderungsversuche der großen türkischen Migrantenverbände eingehen.

Der Referent: Ilias Kevork Uyar ist Rechtsanwalt und aktives Mitglied der zivilgesellschaftlichen Initiative Anerkennung Jetzt. Regelmäßig veröffentlicht er Arbeiten zu den Themen Genozid an den Armeniern und Menschenrechte
In diesem Jahr sind von Ihm erschienen:

„Die armenische Minderheit in der Türkei“
Armenisch-Deutsche Korresondenz, 171 / Jg. 2016 / Heft 2
DITIB, türkische Organisationen und die Lobby gegen die Armenische Community, Armenisch-Deutsche Korresondenz, 172 / Jg. 2016 / Heft 3

Interview der Ruhrbarone mit Ilias Uyar: „Für meine Familie ist es beängstigend, wenn Gruppen von „Allahu Akbar“-Schreiern marschieren“
http://www.ruhrbarone.de/fuer-meine-familie-ist-es-beaengstigend-wenn-gruppen-von-allahu-akbar-schreiern-marschieren/131958

 


13.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Die Ideologie im Nationalsozialismus und in der DDR im Vergleich mit Dr. Manuel Becker

vortrag_ideologien_becker_plakat_1Deutschland ist weltweit ein einzigartiger Fall für den Diktaturenvergleich. Kaum ein anderes Land hat in seiner Geschichte zwei Diktaturen entgegen gesetzter ideologischer Richtung dieser Intensität erlebt und durchlitten. Dieses historische Vermächtnis ist Mahnung und Auftrag für die gegenwärtige Geschichtspolitik: Wie lassen sich beide Diktaturen in einem adäquaten Verhältnis erinnern? Wie können die Verbrechen des DDR-Regimes angemessen vergegenwärtigt werden, ohne damit die nationalsozialistischen Gräueltaten zu relativieren, zu verharmlosen oder zu banalisieren? Ist es überhaupt gerechtfertigt, von zwei Diktaturen oder gar von zwei Totalitarismen zu sprechen, ohne damit Nationalsozialismus und DDR gedanklich gleichzusetzen? Auf diese und weitere Fragen wird der Vortrag versuchen, Antworten zu formulieren.


16.12.2016, 19 Uhr, Raum: P12

Frauenbilder in Game of Thrones mit Britta Colligs

vortrag_got_colligs_plakat_1Ob als Königin, Matriarchin, perfekte Tochter, Rebellin oder Kriegerin – die HBO Fernsehserie Game of Thrones, nach den Bestseller-Romanen von George R. R. Martins A Song of Ice and Fire, porträtiert die unterschiedlichsten Frauenbilder in einer von Männern dominierten und kontrollierten Welt. In dieser Welt kämpft jede einzelne Figur auf ihre Weise um bei dem Spiel um den Thron nicht unterzugehen.

Der Vortrag „Frauenbilder in Game of Thrones“ wird die unterschiedlichen Frauenbilder der Fernsehserie darstellen, sowie ihre jeweiligen Rollen und Handlungen analysieren.

 

 


11.01.2017, 19 Uhr, Raum: P12

Deutschland-Russland: Sackgasse oder Kalter Frieden? mit Bernhard Kaster, MdB

Die deutsch-russischen Beziehungen sind so schlecht, dass sogar wieder vom Kalten Krieg gesprochen wird. Angesichts der weltweiten Herausforderungen ist das sicherlich das Letzte, was wir gebrauchen können. Wir brauchen mehr Dialog, statt gegenseitiger politischer Monologe. Wir brauchen mehr als einen Kalten Frieden. Im fehlenden Vertrauen liegt das Hauptübel der derzeitigen deutsch-russischen Beziehungen. Wie können wir wieder dazu kommen, uns besser zu verstehen, auch wenn wir nicht immer Verständnis für die gegenseitigen Interessen haben? Europa muss Russland verstehen. Russland muss aber auch Europa verstehen. Dazu brauchen wir einen echten Dialog. Der Vortrag wird Einblicke in die aktuelle Lage der Beziehungen geben und gleichzeitig aufzeigen, wie die deutsch-russischen Beziehungen auf eine neue Basis gestellt werden können.