Veranstaltungen


AntiRass-Events


Für alle Veranstaltungen gilt: gemäß Paragraph 6 Versammlungsgesetz sind Anhänger oder Vertreter rechter Parteien, Gruppen oder Kameradschaften sowie StörerInnen von der Veranstaltung ausgeschlossen.
Die Veranstaltungen richten sich an Studierende der Universität Trier.


The Act of Killing

Filmnacht #7
Filmnacht-#7Filmnacht und Diskussion | Montag, 24. April 2017, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt | in Kooperation mit dem Referat Ausländischer Studierender

Ein aufrüttelndes Dokument eines vergessenen Völkermordes – inszeniert von Joshua Oppenheimer, produziert von Werner Herzog und Errol Morris. Zwischen 500.000 und 2.000.000 Menschen sind zwischen Mitte der 60er Jahre staatlich sanktionierten Todestrupps in Indonesien zum Opfer gefallen. Ein schier unglaubliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für das sich Täter wie die Killer um den hier porträtierte Anwar Congo auch heute noch rühmen. Indem er ihre Taten nacherzählen und sogar nach-spielen lässt, versucht Regisseur Oppenheimer, die Täter zumindest ansatzweise dazu zu bringen, ihre grausigen Taten zu reflektieren. In einem Klima, in dem sogar das staatliche Fernsehen die Mörder immer noch feiert, ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen.

Wolfgang Schmitt ist Germanist und u. a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Zur Kritik der Menschenrechte

MenschenrechteVortrag und Diskussion | Montag, 15. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B22 | mit Frederik Fuß

Sie gelten als Grundlegendes, auf das sich alle, die für Demokratie, Frieden und/oder Emanzipation eintreten, einigen können; ihre Missachtung und Verletzung sind geächtet, vermeintliche und wirkliche Despotien werden hierdurch gekennzeichnet; sie gelten als Gradmesser einer Zivilisation, als Gretchenfrage des Fortschritts, wie der Aufklärung: die Menschenrechte.

Seit der sogenannten Flüchtlingskrise sind sie auch bei Linken wieder in aller Munde, die das „Menschenrecht auf Asyl“ einfordern, sie sehen durch die wachsenden reaktionären Bewegungen nicht nur das Asylrecht, sondern, durch die Menschenrechte daran gekoppelt, ihr Menschsein an sich gefährdet; die Bedrohung eines oder mehrerer Menschenrechte beziehen ihre AnhängerInnen nicht auf Recht und eine damit verbundene Ordnung, sondern ihre Existenz. Alles was sich außerhalb der Menschenrechte befindet scheint die Barbarei zu sein, daher kann es in der Vorstellung der MenschenrechtlerInnen auch keine positive Aufhebung oder Überwindung der Menschenrechte geben, sonder nur einen Rückfall hinter sie.

In der öffentlichen Debatte werden dabei Begriffe wild durcheinander gemischt und selten zwischen nationalem und internationalem Recht oder deren Auswirkungen und Gültigkeit unterschieden.

Der Vortrag soll Fragen nach Ursprung und Entwicklung der Menschenrechte klären, den Unterschied zwischen nationalstaatlichem Recht und internationalen Vereinbarungen deutlich machen und schließlich die Probleme, die mit den Menschenrechten einhergehen aufzeigen: von dem ideologischen Gehalt des Begriffs, über ihre naturalistische Begründung und dem damit verbundenen kulturalistischen Rollback bis hin zu ihrem Souveränitätsdefizit.

Frederik Fuß kommt aus Bonn und setzt sich maßgeblich mit der Bedeutung der Menschenrechte für die Soziale Arbeit auseinander. Publikationen zum Thema Menschenrechte werden in der sans phrase Nr. 10 und der Tsveyfl Nr. 1 diesen Sommer veröffentlicht.


Einführung in die Psychologie des islamistischen Extremismus

PsychoIslamVortrag und Diskussion | Freitag, 19. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B22 | mit Simon D. Isemann

In seinem 1996 erschienen Werk The Clash of Civilizations prophezeite Samuel Huntington Kulturkonflikte als die drängende politische Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Gut 25 Jahre später stellen islamistische Terrorgruppen wie Al-Qaida, Boko Haram und der Islamische Staat die westliche Welt vor gesellschaftliche Probleme. Aufgrund des starken öffentlichen Interesses einerseits und fehlender empirischer Forschung andererseits wurden für islamistische Terroranschläge, wie etwa die Anschläge von Paris oder Berlin, übereilt monokausale Erklärungsansätze durch die Medien verbreitet. Viele dieser Ansätze sind wissenschaftlich nicht haltbar, bestimmten die öffentliche und politische Diskussion aber bis heute. Der Vortrag möchte diesbezüglich aufklären und unter anderem darlegen, warum Islamismus eben nicht aus Religiosität entsteht und Selbstmordattentäter in der Regel psychisch gesunde Menschen darstellen.

Simon D. Isemann ist Diplom-Psychologe und Dozent im Bereich der Sozialpsychologie an der Universität Trier.


Triumph des guten Willens

Ein politisches Portrait über Eike Geisel

GeiselFilmvorführung und Diskussion | Montag, 22. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, HS8 | mit Alex Feuerherdt

Der Dokumentarfilm setzt sich filmisch mit den Texten des Publizisten Eike Geisel (1945-1997) auseinander. Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die „Wiedergutwerdung der Deutschen“. Texte Geisels aus den 1990er Jahren, u. a. über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal in Berlin, kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Zudem analysieren ausführliche Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute.
Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend zeichnet Triumph des guten Willens ein Bild erinnerungspolitischer Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik in unmöglichen Zeiten.

Eike Geisel, der in den 1980er- und 1990er-Jahren zu den schärfsten Kritikern sowohl der Wiederaufbereitung deutscher Vergangenheit als auch des deutsch-jüdischen Verbrüderungskitsches gehörte, löste durch seine Essays und Polemiken teils große Kontroversen aus. Zudem betätigte er sich als Übersetzer und Herausgeber englischsprachiger Texte Hannah Arendts und trat auch als Verfasser historischer Arbeiten, u. a. über das Berliner Scheunenviertel und den Jüdischen Kulturbund, in Erscheinung.

Anschließende Diskussion mit dem freien Autor Alex Feuerherdt. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu den Themen Antisemitismus und Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, Konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World. Zudem ist er der Betreiber des Blogs Lizas Welt.


Das „Eigene“ und das „Andere“

Zur Sozialpsychologie der Fremdenfeindlichkeit

PsychoFremdeVortrag und Diskussion | Dienstag, 30. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, C10 | mit Prof. Dr. Rolf Pohl | in Kooperation mit dem Rosa Salon

Was treibt Menschen dazu, sich abwertend, feindselig oder gar gewalttätig gegenüber denen, die ihnen fremd erscheinen, zu verhalten? Der Hass auf Fremde bei gleichzeitiger Selbstdefinition durch die Zugehörigkeit zu einer „überlegenen“ Gruppe, „Rasse“, Kultur oder Nation ist irrational und trägt wahnhafte Züge. Individuell und kollektiv steht dabei ein unbewusster Mechanismus im Umgang mit dem „Eigenen“ und dem „Anderen“ im Mittelpunkt: Das im Innern abgespaltene und als fremd und bedrohlich empfundene Eigene wird auf konstruierte äußere Feinde projiziert und stellvertretend an ihnen verfolgt. Was aber ist in diesem Zusammenhang eigentlich „das Fremde“? Und welche Rolle spielen die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bei den aktuell inflationär angestiegenen Ausbrüchen von Fremdenhass? Diesen Fragen wird sich der Vortrag aus einer psychoanalytisch-sozialpsychologischen Sicht annähern.

Prof. Dr. Rolf Pohl ist Soziologe und Sozialpsychologe. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Psychoanalyse und psychoanalytischen Sozialpsychologie, der Männlichkeits- und Geschlechterforschung sowie im Antisemitismus und Nationalsozialismus.


Pride

Filmnacht #8
Filmnacht-#8Filmnacht und Diskussion | Montag, 19. Juni 2017, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt | in Kooperation mit dem Autonomen Referat für schwule, trans* und queere Identitäten Trier

Um gegen Zechenschließungen und Privatisierung zu kämpfen, die Margaret Thatchers Regierung beschlossen hat, treten auch die Bergarbeiter eines walisischen Dorfs in den Streik. Unerwartete und nicht unbedingt willkommene Unterstützung erhalten sie von einer kleinen schwul-lesbischen Aktivistengruppe aus London, die für die Kumpel Spenden sammelt. Als die urbanen Exoten das Dorf besuchen, schlagen Vorurteile durch, herrscht zunächst Distanz, bis man entdeckt, dass es weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt.

Wolfgang Schmitt ist Germanist und u. a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Argumentieren lernen gegen Stammtischparolen

Anmeldung per Email erforderlich!
Argumentieren-WorkshopWorkshop | Freitag, 7. Juli 2017, 10.00 – 15.30 Uhr | Universität Trier, Raum folgt | mit zwei ReferentInnen vom Netzwerk für Demokratie und Courage

Anmeldung per Email (Betreff: Argumentieren-Workshop) mit Angabe von Vorname und Alter an astaanti[ä]uni-trier.de nötig!
Die Teilnahme ist kostenlos, die Plätze sind begrenzt. Es gibt eine Mittagspause, während der wir (gemeinsam) in die Mensa gehen können.

Auf der Arbeit, an der Uni, in der Kneipe oder beim Anstehen an der Kasse, nahezu überall in unserem Alltag begegnen uns derzeit Diskussionen, die mit Statements wie: „Ich bin ja kein Rassist, aber…“ beginnen. Und viele stellen sich die Frage, wie diesen rechten Stammtischparolen begegnen und entgegentreten?
In dem Workshop werden wir uns mit aktuellen Diskursen um Migration und Flucht beschäftigen und diesen auf rassistische Argumentationen hin untersuchen. Im Anschluss werden wir uns Argumentationsstrategien gegen rassistische und rechte Argumente erarbeiten und diese ausprobieren. Ziel ist, die eigene Handlungsfähigkeit in Diskussionen und Gesprächen zu erhöhen um sich gegen Rassismus positionieren zu können.

Das Netzwerk für Demokratie und Courage macht rassismuskritische Bildungsarbeit und bietet Projekttage zu den Themen Rassismus und Handlungsmöglichkeiten dagegen, Menschen verachtende Einstellungen, extreme Rechte und Antidiskriminierungsarbeit u.a. für Schulen an. Zudem ist es durch spezielle Angebote in der Fortbildung von Lehrer*innen und Multiplikator*innen tätig.


Der Vorleser

Filmnacht #9
Filmnacht-#9Filmnacht und Diskussion | Montag, 10. Juli 2017, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers: Sie ist rätselhaft und viel älter als er. Und sie wird seine erste Leidenschaft. Eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael sie wieder – als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrem persönlichen Schicksal und von ihrer grausamen Vergangenheit als KZ-Aufseherin. Am Ende wird er sie durch seine nie verloren gegangene Zuneigung erlösen.

Wolfgang Schmitt ist Germanist und u. a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Die theoretischen Grundlagen des Rechts- und Linkspopulismus

PopulismusTagesseminar | Mittwoch, 15. November 2017, 11-18 Uhr | Uni Trier, Raum folgt | mit Dr. Ingo Elbe

Seminarinhalte:
1) Was ist Populismus? Allgemeine Kriterien 2) Demokratie von rechts? Carl Schmitt als Vordenker des Rechtspopulismus 3) Gibt es einen Linkspopulismus? Die politische Theorie von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau 4) Autoritärer Charakter und populistische Agitation. Erklärung und Kritik populistischer Ideologien in der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule

Populistische Bewegungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Gegen ‚die korrupten Eliten‘ wird an den ‚wahren Volkswillen‘ appelliert, der nicht durch formale Wahlverfahren ermittelt wird und dessen Inhalt die populistischen Führerinnen und Führer letztlich eigenmächtig und autoritär festlegen. Das Seminar gibt einen Überblick über prominente Theorien des Rechtspopulismus und ihrer linkspopulistischen Gegenspieler. Im Zentrum stehen dabei die Fragen, welche antiparlamentarischen und antidemokratischen Elemente rechtspopulistische Anrufungen des Volkes transportieren, welche Strategien rechtspopulistische Agitatoren verwenden und wie der Aufstieg des Rechtspopulismus überhaupt zu erklären ist. Dabei wird zunächst der Beitrag von Carl Schmitt, dem Vordenker des Rechtspopulismus und einer faschistischen Artikulation des Demokratiebegriffs, untersucht. Auf dieser Grundlage werden die ProtagonistInnen des aktuellen Linkspopulismus, Chantal Mouffe und Ernesto Laclau, vorgestellt, deren Begriff des Politischen und ‚postmarxistische‘ Theorie des Populismus von Bewegungen wie Syriza oder Podemos aufgegriffen wurden. Es wird die Frage gestellt, in welchem Verhältnis diese linkspopulistischen Theorien zum Rechtspopulismus stehen und ob sie eine brauchbare Alternative zu diesem darstellen. Insbesondere das Phänomen einer an Laclau und Mouffe anknüpfenden ideologischen Querfront, einer „productive convergence of the far Right and the far Left“, wie es eine amerikanische Philosophin mit begeisterter Zustimmung ausdrückt, soll kritisch thematisiert werden. Schließlich wird mit Rekurs auf die Theorie des autoritären Charakters von Erich Fromm und Theodor W. Adorno sowie Leo Löwenthals Analyse faschistischer Agitatoren ein weiterer Erklärungsansatz für rechtspopulistische Ideologien, Bewegungen und Strategien vorgestellt, der jeden Populismus als antiemanzipatorisch kritisiert.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Letzte Publikationen zum Thema: Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015; Rezension zu Jan-Werner Müller: Was ist Populismus? Ein Essay. http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/Jan-Werner-Muller-Was-ist.html; „Politische Macht, Faschismus und Ideologie. Ernesto Laclaus Auseinandersetzung mit Nicos Poulantzas“. In: A. Hetzel (Hg.): Radikale Demokratie. Zum Staatsverständnis von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Baden-Baden 2017