| Chronik


Die Massaker 1965/66 in Indonesien und ihre Folgen

indonesienVortrag und Diskussion | Donnerstag, 29. Juni 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B12 | mit PD Dr. Andreas Ufen

In dem Vortrag geht es um die bis heute nicht vollkommen geklärten Ereignisse der Jahre 1965/66 und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart hinein; also um den vereitelten Putschversuch im Oktober 1965, der einen Gegenputsch auslöste, die folgende systematische Ermordung Hunderttausender Kommunisten sowie die umstrittene Vergangenheitspolitik des Suharto-Regimes und der demokratisch gewählten Regierungen seit 1999.

PD Dr. Andreas Ufen ist Politologe und arbeitet seit 2000 am GIGA Institut für Asien-Studien in Hamburg. Von 2011 bis 2013 war er Vertretungsprofessor für Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen politische Parteien, Demokratisierung und das Verhältnis von Politik und Islam in Südostasien, insbesondere in Malaysia und Indonesien.


Aleppo: Und wieder versagt der Westen

AleppoVortrag und Diskussion | Dienstag, 27. Juni 2017, 18 Uhr | Uni Trier, C10 | mit Thomas von der Osten-Sacken | in Kooperation mit dem Rosa Salon Trier

Als Ende Dezember 2016 Aleppo von Terroristen befreit wurde, wie es offiziell in Damaskus, Moskau und Teheran hieß, ging eine jahrelange blutige Belagerung zu Ende, bei der die Weltöffentlichkeit tatenlos zuschaute. Hatten Europa und die USA zu Beginn der Aufstände in Syrien noch erklärt, sie seien „Freunde Syriens“ und das Assad Regime müsse weg, so schauten sie doch dem Gemetzel bald nur tatenlos zu. In Aleppo kamen Faßbomben und Phosphor zum Einsatz, Krankenhäuser und Schulen wurden von der russischen und syrischen Luftwaffe gezielt bombardiert, währen die Verteidiger des eingeschlossenen Ostaleppos bald nur noch Hilfe aus Saudi Arabien und der Türkei erhielten. Mit den fatalen Folgen, dass islamistische Organisationen innerhalb der Opposition zusehends die Oberhand gewannen. Aleppo war ein Symbol in Syrien und mit dem Fall des Ostteils der Stadt erlitt die syrische Opposition einen schweren Schlag. Die „Befreiung“ allerdings war eine, an deren Spitze der General der iranischen Revolutionsgardisten Quasim Suleymani stand, die Bewohner wurden evakuiert und leben heute in Flüchtlingslagern. An dem Schicksal Aleppos zeigt sich, wie schmächlich der sog. Westen in Syrien versagt hat und welche fatalen Folgen dieses Versagen hat.

Thomas von der Osten Sacken ist Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi e.V. und als solcher seit über 20 Jahren regelmäßig im Nahen Osten unterwegs. Er ist freier Publizist und schreibt u.a. für die Jungle World und Die Welt.


Einführung in die Kritische Pädagogik

KritischePaedagogikVortrag und Diskussion | Donnerstag, 22. Juni 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B21 | mit Prof. Dr. Eva Borst

Kritische Pädagogik antwortet auf die Widersprüche einer Gesellschaft, die sich zwar Bildungsgerechtigkeit auf die Fahne geschrieben hat, zugleich aber alles dafür tut, dieses vielbeschworene Ziel zu sabotieren. Dabei spielt nicht zuletzt die Bildungspolitik, eng verquickt mit den partikularen Interessen der Wirtschaft, eine entscheidende Rolle. Der Vortrag wird sich daher mit der Ökonomisierung der Bildung und den daraus resultierenden Folgen beschäftigen.

Prof. Dr. Eva Borst ist Privatdozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.


Pride

Filmnacht #8
Filmnacht-#8Filmnacht und Diskussion | Montag, 19. Juni 2017, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt | in Kooperation mit dem Autonomen Referat für schwule, trans* und queere Identitäten Trier

Um gegen Zechenschließungen und Privatisierung zu kämpfen, die Margaret Thatchers Regierung beschlossen hat, treten auch die Bergarbeiter eines walisischen Dorfs in den Streik. Unerwartete und nicht unbedingt willkommene Unterstützung erhalten sie von einer kleinen schwul-lesbischen Aktivistengruppe aus London, die für die Kumpel Spenden sammelt. Als die urbanen Exoten das Dorf besuchen, schlagen Vorurteile durch, herrscht zunächst Distanz, bis man entdeckt, dass es weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt.

Wolfgang Schmitt ist Germanist und u. a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Gruppendiskussion über Demokratie, Autoritarismus und Antisemitismus

Qualitative und quantitative Erhebungsinstrumente für antidemokratisches Denken am Frankfurter Institut für Sozialforschung von 1950-1975
autoritarismusVortrag und Diskussion | Mittwoch, 14. Juni 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B17 | mit Dr. Johannes Platz

Dr. Johannes Platz zeigt an einer Reihe von Fallstudien den Umgang mit qualitativen und quantifizierenden Ansätzen in der empirischen Sozialforschung am Frankfurter Institut für Sozialforschung auf und erörtert die bisher in der Geschichtsschreibung der Kritischen Theorie nicht ausreichend beachtete Rolle von Theodor W. Adorno als Promotor und Mentor der Empirischen Sozialforschung in der jungen Bundesrepublik. Es geht dabei um die „Praxis der kritischen Theorie“ als einer Form von „action research“ (Max Horkheimer) bzw. einer Form intervenierender Sozialforschung.

Theodor W. Adornos Schülerinnen und Schüler untersuchten mit der Gruppendiskussionsmethode so unterschiedliche Gegenstände wie das antidemokratische Denken von Bewerbern beim Aufbau der Bundeswehr, das politische Bewusstsein der Spätheimkehrer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, das demokratische Potential und das Bekenntnis zur industriellen Demokratie von Industriearbeitern in Stahlindustrie und Bergbau sowie antisemitische Ressentiments von Arbeitern, Angestellten, Schülern, Studierenden und DDR-Flüchtlingen im Umfeld des Eichmann-Prozesses 1961.

Anknüpfen konnten Adorno und seine Schülerinnen und Schüler an die Forschungen zur Authoritarian Personality im Rahmen der im Exil entstandenen Studies in Prejudice im Auftrag des AJC sowie an die Erhebung „Antisemitism among American Workers“ im Auftrag des Jewish Labor Committes. Quellengrundlage der Fallstudien sind die Untersuchungen des remigrierten IfS, die als Monographien, Sammelbände und in Form von hektographierten Forschungsberichten vorliegenden Arbeiten sowie die Projektarchivalien im Archiv des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt/Main.

Dr. Johannes Platz hat mit einer Arbeit über „Die Praxis der kritischen Theorie. Angewandte Sozialforschung in der jungen Bundesrepublik 1950-1960“ 2008 an der Universität Trier in Neuerer und Neuester Geschichte promoviert. Er arbeitet als Referent für Gewerkschaftsgeschichte im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Gewerkschaftsgeschichte, der Geschichte der Arbeitswelten, der Geschichte des Antisemitismus und in der Wissenschaftsgeschichte (Schwerpunkte: Geschichte der Soziologie und Psychologie).


Das „Eigene“ und das „Andere“

Zur Sozialpsychologie der Fremdenfeindlichkeit

PsychoFremdeVortrag und Diskussion | Dienstag, 30. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, HS10 | mit Prof. Dr. Rolf Pohl | in Kooperation mit dem Rosa Salon

Was treibt Menschen dazu, sich abwertend, feindselig oder gar gewalttätig gegenüber denen, die ihnen fremd erscheinen, zu verhalten? Der Hass auf Fremde bei gleichzeitiger Selbstdefinition durch die Zugehörigkeit zu einer „überlegenen“ Gruppe, „Rasse“, Kultur oder Nation ist irrational und trägt wahnhafte Züge. Individuell und kollektiv steht dabei ein unbewusster Mechanismus im Umgang mit dem „Eigenen“ und dem „Anderen“ im Mittelpunkt: Das im Innern abgespaltene und als fremd und bedrohlich empfundene Eigene wird auf konstruierte äußere Feinde projiziert und stellvertretend an ihnen verfolgt. Was aber ist in diesem Zusammenhang eigentlich „das Fremde“? Und welche Rolle spielen die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bei den aktuell inflationär angestiegenen Ausbrüchen von Fremdenhass? Diesen Fragen wird sich der Vortrag aus einer psychoanalytisch-sozialpsychologischen Sicht annähern.

Prof. Dr. Rolf Pohl ist Soziologe und Sozialpsychologe. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Psychoanalyse und psychoanalytischen Sozialpsychologie, der Männlichkeits- und Geschlechterforschung sowie im Antisemitismus und Nationalsozialismus.


Triumph des guten Willens

Ein politisches Portrait über Eike Geisel

GeiselFilmvorführung und Diskussion | Montag, 22. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, HS8 | mit Alex Feuerherdt

Der Dokumentarfilm setzt sich filmisch mit den Texten des Publizisten Eike Geisel (1945-1997) auseinander. Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die „Wiedergutwerdung der Deutschen“. Texte Geisels aus den 1990er Jahren, u. a. über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal in Berlin, kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Zudem analysieren ausführliche Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute.
Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend zeichnet Triumph des guten Willens ein Bild erinnerungspolitischer Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik in unmöglichen Zeiten.

Eike Geisel, der in den 1980er- und 1990er-Jahren zu den schärfsten Kritikern sowohl der Wiederaufbereitung deutscher Vergangenheit als auch des deutsch-jüdischen Verbrüderungskitsches gehörte, löste durch seine Essays und Polemiken teils große Kontroversen aus. Zudem betätigte er sich als Übersetzer und Herausgeber englischsprachiger Texte Hannah Arendts und trat auch als Verfasser historischer Arbeiten, u. a. über das Berliner Scheunenviertel und den Jüdischen Kulturbund, in Erscheinung.

Anschließende Diskussion mit dem freien Autor Alex Feuerherdt. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu den Themen Antisemitismus und Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, Konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World. Zudem ist er der Betreiber des Blogs Lizas Welt.


Einführung in die Psychologie des islamistischen Extremismus

PsychoIslamVortrag und Diskussion | Freitag, 19. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B22 | mit Simon D. Isemann

In seinem 1996 erschienen Werk The Clash of Civilizations prophezeite Samuel Huntington Kulturkonflikte als die drängende politische Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Gut 25 Jahre später stellen islamistische Terrorgruppen wie Al-Qaida, Boko Haram und der Islamische Staat die westliche Welt vor gesellschaftliche Probleme. Aufgrund des starken öffentlichen Interesses einerseits und fehlender empirischer Forschung andererseits wurden für islamistische Terroranschläge, wie etwa die Anschläge von Paris oder Berlin, übereilt monokausale Erklärungsansätze durch die Medien verbreitet. Viele dieser Ansätze sind wissenschaftlich nicht haltbar, bestimmten die öffentliche und politische Diskussion aber bis heute. Der Vortrag möchte diesbezüglich aufklären und unter anderem darlegen, warum Islamismus eben nicht aus Religiosität entsteht und Selbstmordattentäter in der Regel psychisch gesunde Menschen darstellen.

Simon D. Isemann ist Diplom-Psychologe und Dozent im Bereich der Sozialpsychologie an der Universität Trier.


Zur Kritik der Menschenrechte

MenschenrechteVortrag und Diskussion | Montag, 15. Mai 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B22 | mit Frederik Fuß

Sie gelten als Grundlegendes, auf das sich alle, die für Demokratie, Frieden und/oder Emanzipation eintreten, einigen können; ihre Missachtung und Verletzung sind geächtet, vermeintliche und wirkliche Despotien werden hierdurch gekennzeichnet; sie gelten als Gradmesser einer Zivilisation, als Gretchenfrage des Fortschritts, wie der Aufklärung: die Menschenrechte.

Seit der sogenannten Flüchtlingskrise sind sie auch bei Linken wieder in aller Munde, die das „Menschenrecht auf Asyl“ einfordern, sie sehen durch die wachsenden reaktionären Bewegungen nicht nur das Asylrecht, sondern, durch die Menschenrechte daran gekoppelt, ihr Menschsein an sich gefährdet; die Bedrohung eines oder mehrerer Menschenrechte beziehen ihre AnhängerInnen nicht auf Recht und eine damit verbundene Ordnung, sondern ihre Existenz. Alles was sich außerhalb der Menschenrechte befindet scheint die Barbarei zu sein, daher kann es in der Vorstellung der MenschenrechtlerInnen auch keine positive Aufhebung oder Überwindung der Menschenrechte geben, sonder nur einen Rückfall hinter sie.

In der öffentlichen Debatte werden dabei Begriffe wild durcheinander gemischt und selten zwischen nationalem und internationalem Recht oder deren Auswirkungen und Gültigkeit unterschieden.

Der Vortrag soll Fragen nach Ursprung und Entwicklung der Menschenrechte klären, den Unterschied zwischen nationalstaatlichem Recht und internationalen Vereinbarungen deutlich machen und schließlich die Probleme, die mit den Menschenrechten einhergehen aufzeigen: von dem ideologischen Gehalt des Begriffs, über ihre naturalistische Begründung und dem damit verbundenen kulturalistischen Rollback bis hin zu ihrem Souveränitätsdefizit.

Frederik Fuß kommt aus Bonn und setzt sich maßgeblich mit der Bedeutung der Menschenrechte für die Soziale Arbeit auseinander. Publikationen zum Thema Menschenrechte werden in der sans phrase Nr. 10 und der Tsveyfl Nr. 1 diesen Sommer veröffentlicht.


The Act of Killing

Filmnacht #7
Filmnacht-#7Filmnacht und Diskussion | Montag, 24. April 2017, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt | in Kooperation mit dem Referat Ausländischer Studierender

Ein aufrüttelndes Dokument eines vergessenen Völkermordes – inszeniert von Joshua Oppenheimer, produziert von Werner Herzog und Errol Morris. Zwischen 500.000 und 2.000.000 Menschen sind zwischen Mitte der 60er Jahre staatlich sanktionierten Todestrupps in Indonesien zum Opfer gefallen. Ein schier unglaubliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für das sich Täter wie die Killer um den hier porträtierte Anwar Congo auch heute noch rühmen. Indem er ihre Taten nacherzählen und sogar nach-spielen lässt, versucht Regisseur Oppenheimer, die Täter zumindest ansatzweise dazu zu bringen, ihre grausigen Taten zu reflektieren. In einem Klima, in dem sogar das staatliche Fernsehen die Mörder immer noch feiert, ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen.

Wolfgang Schmitt ist Germanist und u. a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Prävention von Rechtsextremismus aus Geschlechterperspektive

Analysen und Herausforderungen für Soziale Arbeit

frauen_webVortrag und Diskussion | Freitag, 17. Februar 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B13 | mit Dr. Heike Radvan | in Kooperation mit dem Queerfeministischen Frauenreferat und dem FSR Erziehungswissenschaft

Prävention von Rechtsextremismus wird erst seit wenigen Jahren aus Geschlechterperspektive theoretisch fundiert und in der Praxis konzipiert bzw. umgesetzt. Dies verwundert, da rechtsextreme Lebenswelten in hohem Masse vergeschlechtlicht sind; der Orientierung an Bildern „der deutschen Mutter“ und „dem richtigen, soldatischen Mann“ kommen für Personen, die in rechtsextremen Gruppierungen leben und agieren, besondere Funktionen zu. Diese Analyse ist aus Perspektive der Prävention für verschiedene Handlungsfelder Sozialer Arbeit von Bedeutung. Um die Erscheinungsformen modernen Rechtsextremismus zu erkennen, ist eine geschlechterreflektierende Perspektive notwendig. Im Vortrag wird ein Focus auf Strategien rechtsextremer Frauen gelegt, die in der Nachbarschaft, im sozialen Nahraum mit ihren Einstellungen und Handlungen häufig übersehen werden. Hier zeigt sich, dass die Wahrnehmung rechtsextremer Frauen durch stereotype Bilder über „die Frau“ als „friedfertig“ und „unpolitisch“ überformt und eingeschränkt wird. Die Herausforderungen, die sich hieraus für Fachkräfte Sozialer Arbeit ergeben, werden mit Praxisbeispielen aus den Handlungsfeldern Jugendarbeit, frühkindliche Pädagogik und Familienhilfe diskutiert.

Dr. Heike Radvan ist Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet in der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung.


Globalisierung – Transnationalisierung – Translokalisierung

Hoerning_webVortrag und Diskussion | Donnerstag, 16. Februar 2017, 18 Uhr | Uni Trier, B18 | mit Dr. Johanna Hoerning

Generelle Veränderungen der räumlichen Bezüge von Gesellschaften werden derzeit insbesondere mit den Begriffen der Globalisierung und Transnationalisierung verbunden. Die Spannweite der Thesen reicht dabei von einer vollständigen Ent-Räumlichung von Gesellschaft über die beharrlich territorialisierende Funktion des Nationalstaates, die aber immer stärker durch- und überschritten wird im Zuge ökonomischer, politischer und sozialer Netzwerkbildungen, bis hin zur Postulierung des Lokalen als dem Ort, an dem die Prozesse der Globalisierung und Transnationalisierung gestaltet und verknüpft werden. Der Vortrag eruiert die Verschiebungen und Überlappungen räumlicher und sozialer Ungleichheit(en), wie sie sowohl auf der lokalen Ebene der Städte als auch übergreifend durch die benannten Dynamiken hergestellt werden.

Dr. Johanna Hoerning ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der TU Berlin im Bereich Planen Bauen Umwelt. Zum Thema veröffentliche sie das Buch „Megastädte“ zwischen Begriff und Wirklichkeit – Über Raum, Planung und Alltag in großen Städten.


Zauberei und Herrschaft

Zur Ideologie der Harry Potter-Romane

harrypotter_webVortrag und Diskussion | Mittwoch, 15. Februar 2017, 18 Uhr | Uni Trier, HS6 | mit Melanie Babenhauserheide

Rowlings Heptalogie, die davon erzählt, wie der Waisenjunge Harry erfährt, dass er ein Zauberer ist, in das magische Internat Hogwarts aufgenommen wird und mit seinen FreundInnen gegen den Mörder seiner Eltern kämpft, hat sich als beispielloser Kassenschlager erwiesen. Nicht wenige LeserInnen der ersten Generation, die gleichzeitig mit der Hauptfigur während der Veröffentlichungen zwischen 1997 und 2007 von Band zu Band grob ein Jahr älter geworden sind, verwenden Formulierungen wie die, sie seien “mit Harry Potter aufgewachsen”, die Reihe habe sie durch ihre Kindheit und Jugend “begleitet” und sie “geprägt”. Die Harry Potter Reihe ist somit Bestandteil der Initiation in Kultur und an ihrem Erfolg kann ein Stück weit der Zeitgeist abgelesen werden.

Was wird da eigentlich so enthusiastisch gelesen? Welche Ideologien enthält dieses Artefakt der Kulturindustrie? In welchem Verhältnis stehen affirmative und kritische, reaktionäre, konservative und emanzipatorische Aspekte der Erzählung?

Basierend auf einer ideologiekritischen Analyse aus Perspektive der Kritischen Theorie Theodor W. Adornos wird in diesem Vortrag der Fokus auf die ideologischen Spannungen der Widersprüche der Erzählung gerichtet und der Frage nachgegangen, inwiefern diese Romane in ihrer spezifischen ästhetischen Formensprache reale gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse bestätigen, rechtfertigen, verschleiern, in Frage stellen.

Melanie Babenhauserheide ist Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Bielefeld und promoviert zu der Ideologie in der Harry Potter-Reihe.


Freiheit oder Barbarei – Danke für Kobâne

Die Rolle der PKK im Kampf gegen den IS und warum sie in Deutschland und der Türkei verboten ist. Ein Plädoyer für eine politische Lösung des Türkei-Kurdistan-Konfliktes

roeder_webVortrag und Diskussion | Montag, 13. Februar 2017, 18 Uhr | Volkshochschule Trier, Raum 5 | mit Roland Röder

Als der IS im Kampf um die nordsyrische kurdische Stadt Kobâne im Februar 2015 seine erste militärische Niederlage erlitt, stand eine bis dato verfemte Organisation im Mittelpunkt: Die kurdische Arbeiterpartei PKK und die mit ihr verbündete syrisch-kurdische Partei PYD (Partei der Demokratischen Union).

Sie waren es, die mit punktuellen Bombardements und Waffenlieferungen durch die USA dem IS diese Niederlage beibrachten. Der Kampf um Kobâne fand aufgrund der geografischen Lage an der Grenze zur Türkei vor laufenden Kameras statt. Monatelang war er weltweit in allen relevanten Medien präsent.

Kurz zuvor hatte die PKK im August 2014 bereits tausende yesidischer Frauen, Männer und Kinder aus den Klauen des IS und der brütenden Hitze im irakischen Sindschar Gebirge befreit und ihnen das Leben gerettet. Gleichzeitig schaute ein großer Teil der Weltöffentlichkeit tatenlos dem IS Terror zu.

Damit rückte auch das so genannte PKK Verbot in Deutschland in den Mittelpunkt. In allen Berliner Parteien konnte man sich plötzlich mehr oder weniger eine Aufhebung des Verbotes vorstellen.

Während die Aktivitäten der PKK zum Beispiel in Luxemburg und in Frankreich meist erlaubt werden, ist sie in Deutschland seit 1993 (!) verboten. In der Folge führte die Durchsetzung des Verbotes zu einer massiven Einschränkung politischer Aktivitäten und Bürgerrechte von Kurden und Kurdinnen in Deutschland: Festnahmen, politische Verfahren, Verurteilungen, Bespitzelungen.

Deutschland setzt damit seine Türkeipolitik der letzten 100 Jahre fort. Dazu gehört:

  • das Schweigen zum Völkermord an den Armeniern im osmanischen Reich durch die Jungtürken und späteren Gründer der Türkei während des 1. Weltkrieges unter „Aufsicht“ der kaiserlichen deutschen Armee
  • enge wirtschaftliche und politische Kooperation mit dem „NATO Partner“ Türkei; zum Beispiel Waffenlieferungen
  • das umstrittene Flüchtlingsabkommen mit der Türkei.

Gleichzeitig gewährt(e) Deutschland aber auch politisch verfolgten TürkInnen und KurdInnen politisches Asyl.

Die PKK wurde 1978 gegründet und nahm 1984 den bewaffneten Kampf auf. Strebte sie zunächst einen eigenen kurdischen Staat an, plädierte sie seit März 1994 für eine föderale Lösung des Kurdenkonfliktes innerhalb der bestehenden türkischen Grenzen. Ihr Vorsitzender Abdullah Öcalan wurde am 15. Februar 1999 von der Türkei vor der griechischen Botschaft in Kenia festgenommen und zu lebenslänglich verurteilt.

Die kurdische Seite hat im Konflikt mit der Türkei in den letzten 2 Jahrzehnten zahlreiche Vorschläge für eine politische Lösung unterbreitet, Zeitungen, TV Stationen und Parteien gegründet. Die Antwort der Türkei: Bomben, Liquidationen von KurdInnen, Zerstörung von über 3000 kurdischen Dörfern, Verbot von Zeitungen, TV Stationen und von kurdischen Parteien. Anfang November 2016 wurden die beiden Vorsitzenden der pro kurdischen HDP ( Demokratische Partei der Völker), Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag mit mehreren Abgeordneten festgenommen. Lediglich zwischen Winter 2012 und Juli 2015 verhandelte die türkische Regierung mit der PKK und insbesondere mit deren Vorsitzenden Abdullah Öcalan über eine politische Lösung. Die Verhandlungen wurden postwendend abgebrochen, nachdem die PKK große Erfolge im Kampf gegen den IS verzeichnete. Direkt nach Abbruch der Verhandlungen bombardierte die Türkei kurdische Städte im Osten des Landes. Wie in Südafrika nur eine politische Lösung mit dem ANC und mit Nelson Mandela möglich war, so kann es eine politische Lösung in der Türkei nur mit der PKK und mit Abdullah Öcalan geben.

Roland Röder ist Geschäftsführer der Aktion 3.Welt Saar e.V. Diese setzt sich für eine politische Lösung des Türkei-Kurdistan-Konfliktes unter Einschluss der PKK ein. In seinem Vortrag behandelt er die Rolle der kurdischen Seite im Kampf gegen den IS und betrachtet die türkische Kurdenpolitik in den letzten Jahrzehnten und setzt sich mit dem schwierigen Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei auseinander.
Die Aktion 3.Welt Saar ist eine allgemeinpolitische Organisation, die bundesweit arbeitet. Ihren Sitz hat sie im Saarland.
www.a3wsaar.de


Cash for Kim

Wieso nordkoreanische Zwangsarbeiter auf Europas Feldern Ackern

nordkoreapolen_webFilmvorführung, Vortrag und Diskussion | Donnerstag, 9. Februar 2017, 18 Uhr | Universität Trier, HS5 | mit Nicolai Sprekels

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un wird oft belächelt. Dass das von ihm geführte Regime jedoch ernstzunehmende Menschenrechtsverletzungen am eigenen Volk begeht, ist spätestens seit dem 2014 erschienen Bericht einer UN-Untersuchungskommission zur Menschenrechtssituation in Nordkorea bekannt. 2016 deckten Journalisten des VICE Magazins auf, dass Kim dabei auch auf Unterstützung aus Europa zählen kann: Bei der Ausbeutung nordkoreanischer Arbeitskräfte. Der aus ihren Recherchen entstandene Film entwirrt ein Geflecht aus bürokratischem Chaos, behördlichem Desinteresse, politischer Ignoranz bis hin zur EU-Kommission und Arbeitskonditionen, die nicht zuletzt nach der Europäischen Menschenrechtskonvention und der Internationalen Arbeitsorganisation Zwangsarbeit genannt werden müssen.

Die Filmvorführung wird von Nicolai Sprekels begleitet, der sich als Vorsitzender des Vereins SARAM e.V. für Menschen in Nordkorea engagiert.


Ausstellungsversteigerung Back to Rojava

Rojava_versteigerungVersteigerung | Samstag, 4. Februar 2017, 18 Uhr | Tuchfabrik Trier, Wechselstraße 4 | zu Gunsten der Hilfsorganisationen Wadi e.V. und medico international

Zum Abschluss der Kampagne versteigert das Multikulturelle Zentrum Trier e.V. die 25 Exponate – den gesamten Erlös spenden wir zu gleichen Teilen an medico international und an WADI e.V., die sich beide in Rojava engagieren.
Kommt vorbei und ersteigert euch die beeindruckenden Fotos von Mark Mühlhaus / Attenzione Photographers.

Krieg und Zerstörung aber auch Hoffnung und Aufbruch – all das zeigen die Werke des Fotografen Mark Mühlhaus. Er hat die kurdische Autonomieregion Rojava mehrfach besucht und auf 25 eindrucksvollen Fotos den Alltag im syrischen Bürgerkrieg festgehalten. Entstanden ist die Ausstellung Back to Rojava.

Die Ausstellung wurde von der Hilfsorganisation medico international konzipiert und bereits in mehreren Städten gezeigt. Ausstellungsorte in Trier waren die Universität Trier, die Volkshochschule Trier und die TUFA Trier.

Informationen zu den designierten Spendenempfängern finden sich hier: https://rojavatrier.wordpress.com/versteigerung/.


Die Russische Föderation unter der Herrschaft von Wladimir Putin

Meister der Rackets

russland_webVortrag und Diskussion | Donnerstag, 26. Januar 2017, 18 Uhr | Universität Trier, Raum P12 | mit Thorsten Fuchshuber

„Wenn Demokratie Staatszerfall bedeutet“, sagte Wladimir Putin im Jahr 2003 im Gespräch mit Journalisten, „dann brauchen wir keine solche Demokratie“. Dieser Satz ist paradigmatisch für eine Politik, die als „System Putin“ bekannt geworden ist. Doch was ist das für ein Staatswesen, als dessen Garant der russische Staatspräsident gelten möchte? Kann Putin tatsächlich für sich beanspruchen, dass er es vor dem Zerfall bewahrt und mit welchen Mitteln geht er dabei vor?
Bei näherer Betrachtung erweist sich die Einheit der Russischen Föderation als prekär. Aufgrund der Rivalität der verschiedenen Machtgruppen lässt sie sich auch als Staats-Racket begreifen. Die fragile Souveränität soll durch eine Politik gestärkt werden, die durch ein zunehmend rigides Freund-Feind-Schema gekennzeichnet ist. Mit der Feindbestimmung nach innen und nach außen möchte Putin eine „in sich befriedete … organisierte politische Einheit“ (Carl Schmitt) erzwingen. In Russland selbst resultiert dies nicht zuletzt in einem immer zügelloseren Hass auf Homosexuelle als halluzinierter Feinde einer solchen Einheit. Zugleich liefert die Vorstellung von einer ‚Eurasischen Bewegung‘ eine Gemeinschaftsideologie, in die zumindest teilweise auch die aggressive Außenpolitik und der Expansionismus der russischen Regierung eingebettet sind.

Thorsten Fuchshuber ist Philosoph und hat zur Racket-Theorie von Max Horkheimer promoviert. Veröffentlichungen u. a. in sans phrase, Jungle World und konkret.


Von der Willkommenskultur zum offenen Rassismus

eine Chronologie und ideologiekritische Beleuchtung deutscher Befindlichkeiten

ebermann_webVortrag und Diskussion | Dienstag, 17. Januar 2017, 18 Uhr | Universität Trier, Raum P12 | mit Thomas Ebermann

2016: Überall in Deutschland schlagen »Besorgte Bürger« Alarm beziehungsweise Flüchtlinge zusammen.
Um Unterkünfte in der Nachbarschaft zu verhindern, greift der Mob immer öfter zum Benzinkanister – oder in Nobelstadtteilen wie Hamburg-Blankenese zum Telefon, um einen Anwalt einzuschalten. Was in der Bundesrepublik jahrzehntelang als undenkbar galt – eine etablierte Partei rechts der CDU – ist mittlerweilein Gestalt der AfD bittere Realität.

Ursprünglich als rechtskonservative Professorenpartei bestimmter Fraktionen des deutschen Unternehmerkapitals gegründet, ist sie seit der Abwahl von Bernd Lucke zum Türöffner genuin faschistischer und völkischer Milieus geworden. Nicht trotz, sondern wegen dieses parteiinternen Rechtsrucks ist die AfD derzeit erfolgreich wie nie: Bei den Landtagswahlen vor wenigen Wochen konnte sie bis zu 24 Prozent erzielen. Dabei ist sie ausgerechnet in jenen Milieus (Arbeitslose, Geringverdienende) überdurchschnittlich erfolgreich, die das autoritär-neoliberale Programm der AfD eigentlich fürchten müssten.Noch dramatischer als eine etablierte Rechtspartei ist allerdings der Rechtsruck im Rest der Gesellschaft: Alle anderen Parteien übernehmen in Wort und Tat fleißig Positionen der AfD.

Und spätestens seit der Silvesternacht in Köln beziehungsweise dem folgenden rassistischen und sexistischen Diskurs ist auch in linksliberalen Zeitungen das wutbürgernde »Es reicht jetzt mit unserer Geduld gegenüber Flüchtlingen« zur Blattlinie geworden. Eingeleitet wurde das, was in Zeitungen, Politikerreden und Volkes Mund als »Flüchtlingskrise« firmiert, mit einer kurzen Phase letzten Sommer, in der es Antifa-Parolen wie »Refugees welcome« sogar auf die Titelseite der BILD schafften. Dieser Hype, der schnell mit der Floskel der »Willkommenskultur« in die nationale Meistererzählung des guten, weltoffenen Deutschlands integriert wurde, erleichterte es Angela Merkel & Co, moralisch sauber dazustehen, während sie die Kernsanierung der Festung Europa reibungslos umsetzten und das Asylrecht verschärften. Während die Forderung Frauke Petrys, an der Grenze notfalls auf Flüchtlinge schießen zu lassen, auf allen Kanälen skandalisiert wird, verschärft Merkel ungestört die militärische Abschirmung der europäischen Außengrenze, zuletzt durch den EU-Pakt mit Massenmörder Erdogan.

Und was ist, polemisch formuliert, eigentlich schon von Flüchtlingshilfe in einem Land zu halten, in dem die Redewendung »Dir werde ich schon helfen« in der Regel als Drohung gemeint ist? In Frankreich gehen dieser Tage hunderttausende Schüler*innen und Studierende auf die Straße, um sich mit antirassistischen Parolen und Pflastersteinen an einer Beantwortung der sozialen Frage zu versuchen. In Deutschland herrscht dagegen wie stets soziale Friedhofsruhe. Statt die Verbesserung der Lebensbedingungen in die eigene Hand zu nehmen, scheint es jenen, die sich in erster Linie als Deutsche verstehen, zu reichen, nach unten treten zu dürfen. Ob Obdachlose, Arbeitslose oder Flüchtlinge: Die Revival feiernde Parole »Wir sind das Volk« macht zunehmend gewalttätig deutlich, wer dazugehören darfund wer nicht.
Auch wenn AfD-Gegner*innen aller Lager gerne so tun: Die Partei und ihr Fußtrupp auf der Straße sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind ideologische Abfallprodukte dieser Gesellschaft: »Nationalismus – die Sorge um Erfolg und Gedeih der eigenen Nation – ist keine Ausnahme, sondern der von Küchentisch bis Bundestag durchgesetzte Betrachtungsstandpunkt des gesamten Weltgeschehens« (Gruppe gegen Kapital und Nation Hamburg).

Wer also jetzt bloß den Status Quo gegen AfD und Pegida verteidigen will, anstatt die gesellschaftlichen Verhältnisse in den Blick der Kritik zu rücken, macht sich der Verharmlosung jener Brutalität schuldig, die Ursache des Rechtsrucks ist und zum Bestehenden gehört wie die vollgepisste Jogginghose zum Pogrom.

Thomas Ebermann ist Publizist, Schauspieler und Autor der Zeitschrift konkret. In seiner oft satirisch-polemischen Arbeit analysiert er die gesellschaftspolitische Situation.


Ziemlich beste Freunde

Filmnacht #6

filmnacht6_webFilmnacht und Diskussion | Montag, 16. Januar 2017, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt

Der arbeitslose und frisch aus dem Knast entlassene Driss bewirbt sich pro forma als Pfleger beim querschnittsgelähmten reichen Erbe Philippe, um den Stempel für die Arbeitslosenunterstützung zu bekommen. Gegen jede Vernunft engagiert ihn der reiche Aristokrat, weil er spürt, dass dieser farbige Junge aus der Banlieue ihm nicht mit Mitleid begegnet. Statt mit dem Behindertenauto düsen die beiden bald mit dem Maserati durch Paris, rauchen Joints, laden schon mal zu einer Orgie ein. Beide respektieren sich, und Philippe gewinnt neue Kraft für das, was ihm vom Leben bleibt.

Wolfgang Schmitt ist Dozent im FB Germanistik und u.a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.

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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2

Filmnacht #5

filmnacht5_web-1-724x1024Filmnacht und Diskussion | Montag, 12. Dezember 2016, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt

Während Lord Voldemort seine Anhänger zum Endkampf um Hogwarts versammelt, versuchen Harry, Hermine und Ron die letzten verbleibenden Horkruxe zu vernichten, um Voldemort und seine gesplittete Seele entscheidend schwächen zu können. Viele Opfer wird es im Kampf gegen Todesser, Dementoren und Riesen zu beklagen geben. Fast scheint der siegessichere Fürst der Finsternis tatsächlich triumphieren zu können, doch eine eigene Fehleinschätzung, eine fremde List und Harry Potter besiegeln schließlich sein Schicksal…

Wolfgang Schmitt ist Dozent im FB Germanistik und u.a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.

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Der alte und der neue Terror

Von der RAF zum IS

terror_webVortrag und Diskussion | Donnerstag, 1. Dezember 2016, 18 Uhr | Universität Trier, P3 | mit Dr. Michel Dormal

Von Terrorismus ist viel die Rede seit den jüngsten, mörderischen Angriffen des IS in Europa und Amerika. Aber was bedeutet der Begriff? Ist er überhaupt geeignet, die Bedrohung zu beschreiben? Als „Terrorist“ galt schließlich auch mal Nelson Mandela. Wie lassen sich verschiedene Formen von Terror unterscheiden? Haben wir es mit religiösen Fanatikern oder mit kühlen Strategen zu tun? Oder handelt es sich nur um Amokläufe frustrierter Einzelgänger? Erst eine vergleichende Analyse des Kontexts, der Mittel, Motive und politischen Ziele erlaubt es, die jeweilige Dynamik der Gewalt zu verstehen. Eine solche Analyse soll in dem Vortrag geleistet werden, indem die Besonderheiten des neuen Terrorismus, den wir derzeit erleben, herausgestellt werden. Terror gab es auch früher schon. Doch die Bedrohung erscheint heute gleichzeitig konkreter und abstrakter. Konkreter, weil die Gewalt jeden im Alltag treffen kann. Abstrakter, weil es keine einzelne, identifizierbare Organisation mehr gibt, die man bekämpfen könnte: Dank des Internets funktionieren Terrorgruppen längst als transnationales Franchise-Unternehmungen. Vor allem aber ist die Gewalt längst von einem Mittel der Politik zu einem Selbstzweck geworden. Der IS nennt sich zwar „Staat“, will aber alle bestehenden Staaten abschaffen. Seine Anhänger werden durch die Lust am Ausnahmezustand zusammengehalten, nicht durch ein gemeinsames politisches Projekt.

Michel Dormal ist Politikwissenschaftler an der Universität Trier. Er forscht u. a. zu politischer Gewalt und Terror aus Sicht der Politischen Theorie.


Back to Rojava

Zerstörung und Aufbruch im syrischen Kurdistan

backtorojavaFotoausstellung | Donnerstag, 1. Dezember – Freitag, 9. Dezember 2016, während der Öffnungszeiten der Universität | Universität Trier, AB-Gebäude | mit Fotos von Mark Mühlhaus (attenzione) | in Kooperation mit dem Kulturreferat, dem Referat Ausländischer Studierender und dem Multikulturellen Zentrum Trier e.V.

Jeder Ort, jeder Augenblick hat seine Besonderheit. Die Kurd_innen sind die größte nichtarabische Minderheit Syriens. Sie nennen den von ihnen bewohnten Teil des Landes Rojavayê Kurdistan, «Westkurdistan», oder einfach: Rojava, «Westen». Seine 2,5 Millionen Bewohner_innen treten jetzt aus dem Schatten ihrer Leidensgeschichte heraus. Ihre gemeinsame Erinnerung ist das Syrien eines schier ewigen Baath-Regimes, das sie gewaltsam verfolgte, ihnen die eigene Sprache verbat und die Bürgerrechte vorenthielt.

Heute erproben die syrischen Kurd_innen das Experiment einer direkten kommunalen Demokratie und damit auch die Möglichkeit von Konfliktlösungen jenseits der alten, von Überwachen und Strafen geprägten Kultur der Gewalt. Ihre politischen Institutionen legen großen Wert auf die Beteiligung der Frauen nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in den politischen Entscheidungsgremien und Bildungseinrichtungen. Ein neues Gesundheitswesen wird aufgebaut, eine eigene Polizei entsteht. In den Schulen lernen die Kinder Arabisch und Kurdisch: ein absoluter Tabubruch mit den Jahrzehnten unter dem Assad-Regime.

(Text weiterlesen bei medico.de)

Mark Mühlhaus
ist Fotograf und Teil des Foto-Kollektivs Attenzione Photographers. Er besuchte seit Herbst 2014 mehrmals die kurdische Region in Syrien und in der Türkei. In der kurdischen Kleinstadt Suruç (kurdisch: Pirsûs) dokumentierte er das Flüchtlingsleben derer, die dort Schutz und Obdach fanden, nachdem der IS ihre Stadt Kobanê angegriffen hatte. In Rojava selbst besuchte Mühlhaus die christlich-kurdische Stadt Dêrik (arabisch: Al-Malikiya) nahe der Grenze zum Irak und das dortige yezidische Flüchtlingslager. Er nahm an Beerdigungen von kurdischen Kämpfer_innen teil und konnte mit christlichen Milizen die vom IS zerstörten Dörfer der assyrischen Bevölkerung besuchen.

Mühlhaus geht es nicht nur um Fotografien des Wiederaufbaus, sondern gleichsam darum, Momente des Menschlichen, ja sogar der Schönheit, festzuhalten. Etwa das Bemühen der örtlichen Ärzt_innen trotz fehlendem Strom Notfalloperationen durchzuführen; oder aber jenen Moment, wenn er, als einer der wenigen europäischen Fotografen, die Ufer des Euphrat erreicht.


Freude und Verzweiflung

Flucht über die Balkanroute

freudeverzweiflungFotovortrag mit anschließender Ausstellungseröffnung | Mittwoch, 30. November 2016, 18 Uhr | Universität Trier, Hörsaal 2 | mit Roland Geisheimer (attenzione) | in Kooperation mit dem Kulturreferat, dem Referat Ausländischer Studierender und dem Multikulturellen Zentrum Trier e.V.

Im Herbst 2015 blickte ganz Europa auf die von Flüchtlingen genutzte Route auf dem Balkan. Der Fotograf Roland Geisheimer machte sich zusammen mit seinem attenzione-Kollegen Mark Mühlhaus auf dem Weg. Gemeinsam bereisten sie einen Teil der sog. Balkanroute. Dabei entstanden emotionale Bilder, die Menschen zwischen Freude und Verzweiflung zeigen. Ein Jahr zuvor waren die beiden Fotografen an einem Ort, wo für viele Menschen die Flucht begann: in Kurdistan an der Grenze zum syrischen Kobani. Von dort berichtete er über die vielen, meist in Camps untergebrachten Geflüchteten und über die Situation in dem Ort, dessen Einwohnerzahl sich von einem Tag auf den anderen verdoppelte. In seinem Vortrag wird er Bilder von den Reisen zeigen und dazu seine Eindrücke schildern.

Roland Geisheimer ist Gründungsmitglied des seit 2002 eistierenden Fotografenkollektivs Attenzione Photographers. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Fotograf. Neben dem Alltagsgeschäft zählen Themen wie soziale Bewegungen, Flucht, Vertreibung, Rassismus und die extreme Rechte, zu seinen Schwerpunkten. Er ist Vorsitzender von FREELENS, dem größten deutschen Verband für Fotojournalisten und Fotografen. attenzione-photo.com

Im Anschluss wird die Ausstellung Back to Rojava eröffnet. Sie zeigt auf 25 Fotos von Mark Mühlhaus die Zerstörung und den Aufbruch im syrischen Kurdistan.


Die Identitäre Bewegung

Bewegung oder virtuelles Phänomen?
identitarebewegung_webVortrag und Diskussion | Donnerstag, 24. November 2016, 18 Uhr | Universität Trier, B19 | mit Gürcan Kökgiran

Die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) und ihr französisches Vorbild, die „Génération Identitaire“,sorgen spätestens seit Oktober 2012 für Aufsehen und haben kontroverse Debatten provoziert. In der öffentlich-medialen Berichterstattung wie auch in Internetforen herrscht weitestgehend Uneinigkeit, wie diese Gruppierungen einzustufen und zu verorten sind. Der Vortrag wird einen Einblick in die ideologische und strategische Selbstverortung der neuen sozialen Bewegung bieten und aktuelle Entwicklungen thematisieren.
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Gürcan Kökgiran promoviert an der Helmut-Schmidt Universität Hamburg über die Formen und Ursachen alltäglicher Vorurteilskonstruktionen.


Refugees erzählen ihre Geschichten

refugees_webErfahrungsberichte | Mittwoch, 23. November 2016, 18 Uhr | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Geflüchteten aus Syrien | in Kooperation mit dem Referat Ausländischer Studierender

Im gesellschaftlichen Diskus wird immer nur über, aber nie mit Geflüchteten gesprochen. Daher möchten wir den Marginalisierten eine Stimme und ein Gesicht geben. Auf der Veranstaltung berichten Geflüchtete von ihren Erfahrungen der Flucht, der Vertreibung und ihrer Ankunft in Deutschland, über Rassismus und Alltagsprobleme und ihre Sicht auf ein neues Leben.
Moderation: Multikulturelles Zentrum Trier

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Die Volkspartei des gesunden Menschenverstandes

Die AfD und ihre Gegner

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Vortrag | Donnerstag, 10. November 2016, 18 Uhr | Universität Trier, Raum A9/10 | mit Mario Möller und David Schneider

Bundesjustizminister Heiko Maas, der vom Lifestyle-Magazin GQ wegen seiner „ausnahmslos perfekt“ sitzenden Anzüge Anfang des Jahres zum bestangezogenen Mann in Deutschland gekürt wurde, besticht nicht nur durch seine Kleiderwahl. Auch im entschlossenen Kampf gegen die nach seinen Worten nationalistische, autoritäre und frauenfeindliche AfD zeigt er sich als smartes Kerlchen, das weiß, was angesagt ist: „Bleiben wir ein modernes und weltoffenes Land, oder werden wir eine Nation verkniffener Spießer, die ihr Heil in der Vergangenheit sucht?“

Die nationale Schicksalsfrage, die Maas am 17.05. via Spiegel Online der Zukunft stramm zugewandt ans Volk gerichtet hatte, wurde knapp zwei Wochen später in seinem Sinne beantwortet. Als die Fehleinschätzung des AfD-Politikers Alexander Gauland, dass der Fußballspieler Jérôme Boateng von vielen Deutschen als Nachbar unerwünscht sei, publik wurde, brachte er damit nahezu das gesamte Land gegen sich auf. Die Deutschen, die natürlich alles andere als verkniffene Spießer sein wollen, erklärten den Fußballhipster Boateng prompt zum „Lieblingsnachbar“ und Gauland zum Depp der Nation. Zum Ergebnis, dass die AfD und ihre Vorturner in allen Belangen eine antiquierte Spießertruppe auf dem Neid-Trip sei, kam auch WELT-Autor Ulf Poschardt, der in Stilfragen mindestens so bewandert ist wie das GQ-Magazin. Der „AfD-Senior“ wohne wie die „Drombuschs“ in den Achtzigern, sehe in seinen britischen Sakkos aus wie ein „Edelmann vor den Zeiten der Globalisierung“ und gehe damit bloß noch als Vorbild für das muffige Kleinbürgertum durch, dessen kleines Spießerglück längst aus der Mode gekommen sei: „Das körperliche und spielerische Genie Boatengs dagegen verkörpert etwas Unerreichbares: Physisch, zeitgeistig, ökonomisch. Und so sehr Boateng auch mit einfarbigen T-Shirts und nüchternen Turnschuhen die Wucht seines Reichtums dimmt, so sehr nervt es den Fertighausbesitzer in bald entvölkerten Landkreisen, dass sich diese neue Elite weder für ihr Deutschsein noch ihr bescheidenes kleines Glück interessieren muss.“ [1]

Abgesehen davon, dass diese neue Elite, als deren Klassensprecher Poschardt sich aufführt, beim Betonen der eigenen Weltläufigkeit entschieden provinzieller wirkt als Tante Erna mit Hut beim Sonntagsspaziergang um den Fertighausblock: Die AfD wird hier nicht wegen ihrer ideologischen Ausrichtung oder einfach deswegen angegriffen, weil sie darauf zielt, notorischen Futterneidern die miesesten Instinkte zu entlocken. Das Establishment der Berliner Republik bekämpft die AfD als Partei der Ewiggestrigen und Abgehangenen, die beim permanenten Flottmachen im Dienste des Kapitals als potentielle Hemmnisse beunruhigen. Die Zurückgebliebenheit der Krethis und Plethis aus entvölkerten Landkreisen wird zum Anlass genommen, ganz Deutschland auf Trab zu bringen: Wenn ihr euch „physisch, ökonomisch und zeitgeistig“ nicht anstrengt, endet ihr wie die Loser von der AfD, so die unverhohlene Botschaft.

Derweil haben sich die guten Deutschen im Kampf gegen die AfD zur Antifaschistischen Aktion Deutschland zusammengeschlossen und führen sich seit Monaten auf, als bestünde die Gefahr, dass sie morgen schon gegen den aufziehenden Faschismus an die Gewehre müssten. Was beim ganzen Nazipopanz jedoch auf der Strecke bleibt, ist eine einigermaßen realistische Einschätzung der neuen Problempartei. Ihr Erfolg basiert darauf, dass sie den in der infantilisierten Gesellschaft sich ausbreitenden Typus des streitsüchtigen und zunehmend enthemmt agierenden Narzissten mit den passenden Sprüchen im Glauben bestärken, zu den betrogenen Durchblickern zu zählen. Das nachbürgerliche Subjekt, das es zum rechthaberischen Politisieren treibt, kompensiert seine reale Ohnmacht durch die affektive Besetzung der eigenen Meinung, deren triumphale Inszenierung das Gefühl verschafft, zu denen zu gehören, die wissen, wo es lang geht. Ihre größte Fanbase hat die AfD gegenwärtig im Osten, wo das Bedürfnis, konformistisch zu rebellieren, besonders hoch ist. Dort wetteifert sie mit der Linkspartei um das volksnaheste Heimatschutzprogramm und hat gegenüber der parteipolitischen Konkurrenz den Vorteil, den fremdenscheuen Ossi mit Ausländer-Raus-Sprüchen umschmeicheln zu können, ohne parteiintern Widerspruch zu provozieren.

Unter den vielen angeknacksten Spinnern, die es zur AfD zieht, befinden sich auch antisemitische. Einer von ihnen ist der ehemalige AfD Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon, ein politisch verwahrloster Ex-Maoist, der einen Fimmel für Holocaustleugner hat, das „Talmud-Judentum“ als inneren Feind des christlichen Abendlandes halluziniert und im letzten Gefecht gegen den jüdisch unterwanderten Amerikanismus auf das deutsch-russische Kampfbündnis setzt. Nach einem langwierigen Hin und Her zum Fall Gedeon innerhalb der baden-württembergischen AfD Landtagsfraktion, das in dem lächerlichen Unterfangen gipfelte, Gedeons Hardcore-Antisemitismus mithilfe eines wissenschaftliches Gutachtens auf Echtheit zu prüfen, musste dieser schließlich doch gehen – nicht zuletzt auf Druck der Öffentlichkeit. Ein Druck, den die aktivistischen Antisemiten, die sich in der Linkspartei tummeln, noch nie zu befürchten hatten. Die im Bundestag sitzenden Gazagroupies Inge Höger und Annette Groth lassen seit Jahren keine Gelegenheit aus, die Palästinenser oder wahlweise sich selbst als Opfer zu inszenieren, um die Weltöffentlichkeit gegen Israel aufzuwiegeln, ohne dass es jemanden stört, wenn zwei deutsche Berufspolitikerinnen ihren Judenhass mit Friedenssticker am Wollpulli und antizionistischer Tarnkappe ausleben. Denn nach wie vor gilt linker Antisemitismus, so lange er als Antizionismus im demokratischen Jargon vorgetragen wird, als ehrenwertes Engagement für das unterdrückteste aller Opfervölker, während alle Bilderbuchdemokraten die Reihen schließen und kollektiv entrüstet sind, wenn ein isolierter Rechter vom Talmud-Judentum schwadroniert.

Zum Lieblingsfeind der Deutschen wurde die AfD, weil sie den Islam nicht ausnahmslos als beglückende Bereicherung betrachtet, sondern auf die Scheußlichkeiten hinweist, die seine Anhänger fortwährend anrichten. Die Wahlerfolge der Rechten haben hierzulande endgültig dazu geführt, dass der Islam in einer Mischung aus Selbstekel und kulturrelativistischer Dummheit aufs Wahnsinnigste verteidigt wird. Schließlich will keiner mitschuldig sein, wenn hässliche Deutsche gegen Ausländer mobil machen – ganz so, als könne eine pointierte Kritik der islamischen Gewalt die Triebökonomie intellektuell und charakterlich vollends deformierter Ausländerhasser in irgendeine Richtung entscheidend beeinflussen.

Momentan zerlegt sich die AfD selbst. Die frustrierten und bis vor kurzem auf einsamem Posten streitenden Grantler, die nun auf Parteitagen, in Programmgremien oder Parlamentsfraktionen aufeinandertreffen, kommen nicht nur mit dem versifften System und angepassten Gutmenschen nicht klar, sie können sich offenkundig auch untereinander nicht ausstehen. Hinzu kommt, dass ihnen zur notwendigen Konfliktvermeidung die Soft Skills abgehen, die ihnen der Poschardt gerne als Integrationsmaßnahme zum besseren Klarkommen in der globalisierten Welt verordnen würde.

Ihr Abgang wäre gewiss kein Verlust. Aber was machen dann die Schönredner der fortschreitenden Islamisierung, denen als Entgegnung auf jede Islamkritik nicht wesentlich mehr einfällt als der inzwischen obligatorische Satz „Dann geh‘ doch gleich zur AfD“, der besonders authentisch klingt, wenn er mit leicht erregter Stimme und fuchtelndem Zeigefinger vorgetragen wird?

[1] http://www.welt.de/kultur/article155826348/Warum-die-AfD-die-Nationalelf-nicht-lieben-kann.html

David Schneider und Mario Möller sind Autoren der Zeitschrift Bahamas. Einen Aufsatz über das Phänomen AfD und seine Gegner haben sie in Ausgabe #73 veröffentlicht.


Monsieur Claude und seine Töchter

Filmnacht #4
filmnacht4_web-724x1024Filmnacht und Diskussion | Montag, 7. November 2016, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt

Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles‘ Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen als sie zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht…

Wolfgang Schmitt ist Dozent im FB Germanistik und u.a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Pink Pride

Über Homosexualität in Israel
pinkpride_web-1-724x1024Vortrag | Donnerstag, 03. November 2016, 18 Uhr | Volkshochschule Trier, Raum 5 (Domfreihof 1b) | mit Alex Feuerherdt | in Kooperation mit dem Queerfeministischen Frauenreferat, dem Autonomen Referat für schwule, trans* und queere Identitäten und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier.

Im gesamten Nahen Osten gibt es nur ein einziges Land, in dem Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender weitgehend frei von staatlicher Diskriminierung sind und fortgeschrittene Rechte haben – und das ist Israel. Unter anderem werden Homosexuelle und queere Menschen dort durch ein Antidiskriminierungsgesetz geschützt, sie dürfen Kinder adoptieren, und die Armee nimmt Bewerber ohne Ansehen der sexuellen Orientierung an. In anderen Ländern der Region dagegen wird eine von der heterosexuellen Norm abweichende sexuelle Orientierung oftmals von Staats wegen verfolgt, nicht selten droht sogar die Todesstrafe.

In seinem Vortrag wird Alex Feuerherdt analysieren, wie es zur weitgehenden rechtlichen und politischen Gleichstellung von homosexuellen und queeren Menschen in Israel kam, welche Auseinandersetzungen dafür geführt wurden und wie es um die gesellschaftliche Akzeptanz der Homosexualität bestellt ist. Er wird einen Blick auf die vielfältigen Aktivitäten der israelischen LGBTIQ-Szene in Geschichte und Gegenwart werfen und dabei auch prüfen, mit welchen Widerständen diese Szene konfrontiert war und ist – sowohl vonseiten homophober Kräfte als auch durch jene, die dem jüdischen Staat unterstellen, durch seine progressive Politik gegenüber Homosexuellen lediglich von seinen Verbrechen gegenüber den Palästinensern abzulenken. (»Pinkwashing«).

Der Referent wird aber auch darlegen, wie die Situation für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender konkret in Israels Nachbarländern aussieht – und inwieweit der jüdische Staat für sie einen Schutzraum darstellt.

Alex Feuerherdt ist freier Autor und lebt in Köln. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu den Themen Antisemitismus und Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, Konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World. Zudem ist er der Betreiber des Blogs Lizas Welt.


Nordkorea – Erfahrungsberichte aus einem isolierten Land

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Vortrag und Filmvorführung | Dienstag, 11. Oktober 2016, 18 Uhr | Universität Trier, HS1 | mit Hyeong Soo Kim und Eunkyoung Kwon | in Kooperation mit den Evolutionären Humanisten Trier

Über Nordkorea liest man seit einigen Jahren regelmäßig Artikel in Zeitungen und hört von neuen Drohungen oder Atomwaffentests. Von der sehr schlechten Menschenrechtslage hat inzwischen auch beinahe jeder in Europa gehört. Aber was können wir wirklich über Nordkorea – „das am meisten isolierte Land der Welt“ wissen? Ist der Führer der „Steinzeitkommunisten“ wirklich so verrückt, wie er häufig dargestellt wird? Ist das Regime in Nordkorea eine Gefahr für den internationalen Frieden? Und gibt es für politische Institutionen und NGOs überhaupt Möglichkeiten etwas für eine Verbesserung der Menschenrechte zu erreichen? Wir haben Gäste eingeladen, die viele offene Fragen beantworten können:

Hyeong Soo Kim, der in Nordkorea lebte und unter anderem für die Erforschung der gesundesten Nahrung für Kim Jong Il verantwortlich war. 2009 floh er aus Nordkorea und schaffte es über China nach Südkorea zu fliehen.

Eunkyoung Kwon (ICNK, Südkorea), die sich international für eine Verbesserung der Menschenrechte in Nordkorea einsetzt. Sie arbeitete mit verschiedenen internationalen NGOs und Institutionen, wie der UN, zusammen und wurde mit dem Menschenrechtspreis der Südkoreanischen Regierung ausgezeichnet.

Im Anschluss wird um 20:00 Uhr der südkoreanischen Film „Crossing“, der die Geschichte einer Familie aus Nordkorea erzählt, aufgeführt.


Gedenkstättenfahrt Ravensbrück

in das ehemalige Frauenkonzentrationslager

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mehrtägige Fahrt | 3. – 7. Oktober 2016 | 50€ Teilnahmebeitrag | Anmeldung via Email an astaanti@uni-tier.de

In dem preußischen Dorf Ravensbrück, nahe dem ehemals mecklenburgischen Luftkurort Fürstenberg, ließ die SS 1939 das größte Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet errichten. Binnen 6 Jahren waren an diesem Ort insgesamt ca. 133.000 Frauen und Kinder sowie 20.000 Männer aus über 20 Nationen interniert, von denen Schätzungen zufolge etwa 28.000 die Befreiung des Lagers durch die Rote Armee am 23. April 1945 nicht mehr erlebten oder noch in den Wochen danach den Folgen von Zwangsarbeit, Folter, Hunger und Krankheit erlagen.

Rund 70 Jahre später möchten wir euch nun dazu einladen, mit uns die Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück zu besuchen, euch unter der pädagogischen Leitung deren fachkundigen Personals der besonderen Geschichte jenes Ortes anzunähern und gemeinsam den Opfern dieser Verbrechen zu Gedenken.

In dem individuellen Teilnahmebeitrag von 50€ sind sämtliche Kosten für An- und Abreise, Verpflegung, Unterkunft und Programm enthalten. Die Teilnehmer*innenzahl ist zunächst auf 8 Personen beschränkt, lässt sich im Falle größerer Nachfrage aber ggf. noch flexibel erweitern. Allen potentiellen Teilnehmer*innen sei dennoch angeraten, sich bei Interesse möglichst bald mit einer Email an astaanti@uni-trier.de für die Fahrt anzumelden, denn wie so häufig gilt auch hier das Prinzip “first come, first draw”.

Das nachfolgend aufgeführte Programm dient im übrigen lediglich der groben Orientierung, einen genauen Ablaufplan samt inhaltlicher Schwerpunktsetzung wollen wir gemeinsam mit euch und dem pädagogischen Personal vor Ort erarbeiten.

Aufgrund der größeren zurückzulegenden Distanz ist indes bereits jetzt absehbar, dass der erste und letzte Tag der Fahrt gänzlich der An- und Abreise sowie des Beziehens und Verlassens unserer Unterkunft gewidmet sein wird.

Solltet ihr noch Fragen zur Fahrt haben, stehen wir euch gerne via Email astaanti@uni-trier.de zur Verfügung.

### Programm ###

Mehrtagesseminare »Forschendes Lernen« | »Aktive Medienarbeit«
Dauer: 5 Tage / 4 Übernachtungen

Die Gruppe erkundet am Anreisetag mit Unterstützung der Pädagogischen Dienste das Gelände der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. In einer »Selbstführung« nähert sie sich dem Ort und seiner Geschichte selbständig an, um in einer »Nachführung« entstandene Fragen mit dem pädagogischen Personal zu besprechen.

Am ersten Arbeitstag werden aus den Fragen und Interessen der Teilnehmenden – in enger Abstimmung mit Pädagogischen und Wissenschaftlichen Diensten – die Themen für die Projektarbeit geklärt und die weiteren Arbeitsschritte geplant. Außerdem erhalten sie Unterstützung, die notwendigen forscherischen, technischen und inhaltlichen Kompetenzen zu entwickeln. Sie beginnen mit den ersten Recherchen, die das Fotografieren und Filmen des heutigen Zustands der Gedenkstätte, die Informationssuche in Ausstellungen, Bibliothek, Sammlungen und im Internet einschließen können.

Am zweiten Arbeitstag stehen die Recherchen im Vordergrund, die von den Pädagogischen und Wissenschaftlichen Diensten unterstützt werden. Allmählich wird der Übergang in die Erarbeitung einer Präsentation (PowerPoint-Präsentation oder web-ähnlich) vorbereitet, wobei die Kommunikation zwischen »ForscherInnen«, »GestalterInnen« und »TechnikerInnen« eine große – und auch pädagogisch besonders wertvolle – Rolle spielt.

Der dritte Arbeitstag ist der Erstellung der Präsentation gewidmet, die am Abreisetag präsentiert wird. Das Arbeitsergebnis kann von der Gruppe auf CD-ROM gebrannt mitgenommen werden.

Vor der Abreise steht eine Abschlussrunde, in der die Arbeit vor Ort reflektiert wird. Phasen der Reflexion sollen in allen Arbeitsschritten enthalten sein.

Bei diesem sehr kompakten Seminarangebot sind die Abende als Freizeit eingeplant; zur Gestaltung kann die Jugendherberge Ravensbrück Tipps für mögliche Aktivitäten geben. Die Recherchethemen können in enger Kooperation mit Pädagogischen und Wissenschaftlichen Diensten nach den besonderen Interessen der Gruppe profiliert werden. Als methodischer Zugang bietet sich z.B. die Auseinandersetzung mit exemplarischen Biografien (in Interviews, Erinnerungen und Briefen), die Geländeerkundung mit historischen Fotos, Plänen und Karten oder die themenzentrierte Recherche im Sammlungsbereich an. Dabei können Themen wie die Lebensbedingungen im KZ (z.B. zum Thema Ernährung) »Überlebensstrategien im KZ«, die Geschichte bestimmter Häftlingsgruppen, »Kinder und Jugendliche im KZ« (auch zum sogenannten »Jugendschutzlager Uckermark«), Zwangsarbeit im KZ, die Geschichte der Außenlager oder geschlechtsspezifische Fragen (zu weiblichen Häftlingen und Aufseherinnen) an.

Weiterführende Informationen zur Gedenkstätte Ravensbrück sowie der Geschichte des Konzentrationslagers erhaltet ihr unter http://www.ravensbrueck.de/mgr.


In Erinnerung an Samuel Yeboah

Schluss mit der Verharmlosung rechten Terrors!
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Vortrag zur Gedenkdemonstration | Mittwoch, 14. September 2016, 18 Uhr | Multikulturelles Zentrum Trier, Balduinstraße 6 | mit der Kampagne „Hass hat Konsequenzen“ | in Kooperation mit dem Multikulturellen Zentrum Trier e.V.

Der Vortrag geht auf den Mord an Samuel Kofi Yeboah, seinen gesellschaftspolitischen Kontext, seine Konsequenzen und Formen des Gedenkens ein. Vor diesem Hintergrund findet am 24. September eine Gedenkdemonstration der Kampagne „Hass hat Konsequenzen“ statt.

In dem Aufruf dazu heißt es:
„Am 19. September 2016 jährt sich zum 25. Mal der Todestag von Samuel Kofi Yeboah. Er fiel 1991 einem rassistischen Brandanschlag in Saarlouis zum Opfer. Für den 24. September 2016 rufen wir daher zu einer Gedenkdemonstration in Saarlouis auf. Wir wollen Taten wie den Mord an Samuel Yeboah in ihrem gesellschaftlichen Kontext betrachten und verdeutlichen, wohin uns der Mob führt, der aktuell auf den Straßen und in den Parlamenten gegen Flüchtlinge hetzt. Wenn die saarländische Zivilgesellschaft menschenfeindliche Entwicklungen nicht tolerieren will, muss sie sich mit den hier begangenen Akten rechten Terrors auseinandersetzen. Wir nehmen dieses traurige Jubiläum daher zum Anlass, unserer Forderung nach einem würdigen Gedenken an die Opfer rechten Terrors erneut Nachdruck zu verleihen. Unsere Ziele sind ein würdiges Gedenken an die Opfer rechter Gewalt sowie das Hinterfragen unseres eigenen Denkens und Handelns. Welche Konsequenzen gilt es vor dem Hintergrund der begangenen Taten für jede_n Einzelne_n bezüglich rechter Tendenzen im Alltag zu ziehen? […] Wir rufen daher anlässlich des 25. Jahrestages der Ermordung Samuel Yeboahs in Saarlouis zu einer Gedenkdemonstration auf. Im Rahmen unserer Kampagne Hass hat Konsequenzen werden wir außerdem auf andere Akte rechten Terrors im Saarland hinweisen. Nur wenn die Taten der alten und neuen Nazis und der Brandstifter in Nadelstreifen im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet werden, können daraus effektive und sinnvolle Gegenstrategien entwickelt werden. Wir setzen uns daher für ein würdiges Gedenken an die Todesopfer reaktionärer Gewalt ein.“

Die Kampagne „Hass-hat-Konsequenzen“ wurde von der Antifa Saar / Projekt AK initiiert und hat sich zur Aufgabe gemacht, das Gedenken an Menschen, die durch Neonazis im Saarland ermordet wurden, aufrecht zu erhalten.


Islamismus in Europa

Wie wir mit Terror umgehen sollten

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Vortrag | Mittwoch, 20. Juli 2016, 18 Uhr | Volkshochschule Trier, Raum 5 (Domfreihof 1b) | mit Thomas von der Osten-Sacken | in Kooperation mit dem Referat für politische Bildung

Der Islamische Staat hat durch die jüngsten Anschläge in Paris und Brüssel gezeigt, dass auch Europa ein verwundbares Ziel des djihaddistischen Terrors ist. In den Pariser Banlieues existiert eine Sharia-Subkultur, der Brüsseler Stadtteil Molenbeek gilt als eine Hochburg des Terrors in Europa und auch Deutschland ist nicht vor dem Islamismus gefeit. In Essen verübten Jugendliche aus der salafistischen Szene jüngst einen Bombenanschlag auf die Hochzeit in einem Sikh-Tempel. Wie ist es also um die terroristische Islamistenszene in Europa bestellt? Wie hängt die Entwicklung islamistischer Bewegungen mit der Lage im Nahen Osten zusammen? Welche Rolle spielen Syrien-Rückkehrer? Und wie schaffen es salafistische Vereinigungen wie die „Lies!“-Bewegung Jugendliche zu rekrutieren?

Auf die Herausforderungen des islamistischen Terrors reagieren europäische Staaten bislang vor allem mit der Einschränkung bürgerlicher Freiheiten. Wie kann man den islamistischen Terrorismus bekämpfen, gleichzeitig aber Demokratie und Freiheit bewahren? Was kann Europa in dieser Hinsicht von Israels Erfahrungen im Umgang mit Terror lernen?

Thomas von der Osten Sacken ist Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi e.V. und als solcher seit über 20 Jahren regelmäßig im Nahen Osten unterwegs. Er ist freier Publizist und schreibt u.a. für die Jungle World und Die Welt.


Gedenkstättenfahrt ins ehemalige KZ Hinzert

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Vortrag und Fahrt | Mittwoch, 13. Juli 2016, 18 Uhr und Donnerstag, 14. Juli 2016, 11 Uhr | Uni Trier, B10 bzw. C-Parkplatz | mit Georg Mertes (Gedenkstätte KZ Hinzert) und Dr. Thomas Grotum (Fachbereich Neuere und Neueste Geschichte)

Besucht mit dem Referat für Antirassismus und Antifaschismus, Georg Mertes (Gedenkstätte KZ Hinzert) und Dr. Thomas Grotum (FB Neuere und Neueste Geschichte) das SS-Sonderlager in Hinzert; ein wichtiges Stück Zeitgeschichte im Trierer Umland.

Ursprünglich als „Umerziehungslager“ der Nationalsozialisten konzipiert, wandelte sich das 1939 eingerichtete Lager schon bald zu einem Umverteilungs-/Arbeitserziehungslager, in dem bis zu 1200 Menschen gleichzeitig inhaftiert gewesen waren. Obwohl das Lager nicht zur Vernichtung von tatsächlichen oder vermeintlichen Regimegegnern angelegt worden war, führten die Lagerbedingungen trotzdem zu zahlreichen Todesfällen unter den Inhaftierten Oppositionellen, Kritikern und Widerstandskämpfern, vornehmlich luxemburgischer sowie französischer Herkunft.

Zusammen mit den beiden Experten möchten wir an zwei Tagen die Geschichte des Lagers in Hinzert anschaulich machen und laden zur eingehenden Reflexion ein.

Ablauf:

1. Vorbesprechung am 13. Juli, 18 Uhr, B10.

2. Fahrt in das ehemalige KZ Hinzert am 14. Juli, Abfahrt: 11 Uhr Universitätsparkplatz C mit einem Bus.

3. Führung mit Herrn Mertes und Dr. Thomas Grotum, ca. 12-14.30 Uhr.

4. Rückfahrt: ca. 15 Uhr

5. Gemeinsame Reflexion : ca. 16 Uhr

Die Fahrt ist für Studierende kostenlos. Busfahrt sowie Lunchpakete werden von uns übernommen.

Anmeldungen für die Fahrt bitte _verbindlich_ an astaanti@uni-trier.de. Eine kurze Nachricht mit Vor- und Zuname des/der Teilnehmerin reicht dabei vollkommen. Bitte beachtet, dass sowohl die Vorbesprechung als auch die anschließende Reflexion Teil des Programms sind!

Anmeldeschluss
für die Veranstaltung ist Mittwoch, 6. Juli 2016.


Einblicke in Nordkorea

Menschenrechte in einem totalitären Staat
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Vortrag | Donnerstag, 7. Juni 2016, 18.00 Uhr | Universität Trier, Raum A9/10 | mit Nicolai Sprekels | in Kooperation mit den Evolutionären Humanisten Trier

Über Nordkorea wird inzwischen regelmäßig in den Medien berichtet: Raketentests, nukleare Aufrüstung, öffentliche Hinrichtungen und ein „sonderbarer“ oder gar „verrückter“ Führer. Aber was kann bzw. sollte man noch über das am meisten abgeschottete Land der Welt wissen? Steinzeitkommunismus oder faschistoide Diktatur? Wie sieht der Alltag in Nordkorea aus? Ist die Demokratische Volksrepublik Korea eine Bedrohung für die Sicherheit der Region oder gar der Welt? Und vor allem: sollte es uns in Europa interessieren?

Nicolai Sprekels, Vorsitzender des Vereins „Saram e.V.“ (www.saram-ev.de) gibt einen Einblick nach Nordkorea.

 


Der schwarze Falke

Filmnacht #3

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Filmnacht und Diskussion | Montag, 4. Juli 2016, 18.00 Uhr Einlass / 18.30 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt | in Kooperation mit dem Referat für politische Bildung

Einsam und verbittert steht der Cowboy Ethan Edwards (John Wayne) vor den rauchenden Trümmern der Ranch seines Bruders. Die ganze Familie wurde von den Comantschen getötet, seine kleine Nichte Debbie (Natalie Wood) verschleppt. Von blindem Hass getrieben, entfesselt Edwards einen gnadenlosen Rachefeldzug. John Wayne und Natalie Wood als Debbie sind die Stars in dem spannenden Westernklassiker, der für viele Kritiker als bester Film des legendären Starregisseurs John Ford gilt.

Filmsprache: Deutsch.

Wolfgang Schmitt ist Dozent im FB Germanistik und u.a. bekannt durch seinen Youtube-Channel https://www.youtube.com/user/Filmanalyse.

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza sowie Getränke zu erwerben.

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„Willkommenskultur“ und andere Märchen

Juristische und soziale Ungleichbehandlung von Refugees

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Vortrag | Mittwoch, 15. Juni 2016, 18 Uhr | Uni Trier, B17 | mit ReferentInnen des Multikulturellen Zentrums Trier | in Kooperation mit dem Referat Ausländischer Studierender

Zunächst werden die ReferentInnen eine kurze Übersicht über die aktuelle asylpolitische Lage geben. Dafür werden sie die Hauptherkunftsländer sowie Fluchtgründe bennen, einen kurzen Einblick in Asylverfahren geben und erläutern, welche Lebenssituationenen sich daraus für Refugees in Deutschland ergeben. Anschließend werfen sie einen Blick in die Vergangenheit und betrachten die Kämpfe von selbstorganisierten Refugees in Deutschland. Sie schließen den Vortrag mit Ausführungen zu den Asylgesetzänderungen 2015/16 (Asylpaket 1&2) und zu der damit verbundenen Aushöhlung des Asylrechts in Deutschland.

Die beiden ReferentInnen engagieren sich im Multikulturellem Zentrum Trier e.V. Der Verein setzt sich für die gleichberechtigte Teilhabe von MigrantInnen und Refugees ein.

 

 


No World Order

Wie antisemitische Verschwörungsmythen die Welt verklären

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Vortrag | Donnerstag, 09. Juni 2016, 18 Uhr | Uni Trier, A9-10 | mit Jan Rathje

Verschwörungserzählungen begleiten auch die aktuellen Krisen. Als „Lügenpresse“ und „Volksverräter“ Vorwürfe begegnet man ihnen auf Demonstrationen der aktuellen rechtsextremen Bewegungen, in ihren „alternativen“ Medien und den Sozialen Netzwerken. Die Anhängerinnen und Anhänger von Verschwörungsideologien und -mythen machen auf diese Weise deutlich, dass es sich bei den zugrundeliegenden Erzählungen eben nicht ausschließlich um Unterhaltung handelt, sondern ihnen der Wunsch nach der Vernichtung von Widersprüchen innewohnt.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion behandelt die Funktionen und Ursachen von Verschwörungsideologien sowie gesellschaftliche Probleme, die aus ihnen erwachsen.

Jan Rathje ist Politikwissenschaftler und Mitarbeiter der Amadeu Antonio Stiftung. Dort arbeitet er schwerpunktmäßig zu Verschwörungstheorien.
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Der Kuaför aus der Keupstrasse

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Filmvorführung | Mittwoch, 08. Juni 2016, 20 Uhr | Uni Trier, Hörsaal 3 | in Kooperation mit dem Cineasta Trier

Der Film erzählt die Geschichte des Nagelbombenanschlags vor einem türkischen Frisörsalon in der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004. Er konzentriert sich dabei auf die Folgen für die Opfer und ihre Angehörigen, gegen die als Hauptverdächtige jahrelang ermittelt wurde. Der Film rekonstruiert die Ermittlungen der Polizei anhand der Verhörprotokolle und es wird deutlich, dass als Täter für die Polizei vor allem die Opfer in Frage kamen. Ein ausländerfeindliches Motiv wurde weitestgehend ausgeblendet. Erst Jahre später wurde der Anschlag dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeordnet.

Auf eindrückliche Weise zeigt DER KUAFÖR AUS DER KEUPSTRASSE wie tiefgreifend der Bombenanschlag, aber auch die Verdächtigungen danach, das Leben im Kölner Stadtteil Mülheim erschüttert haben.

So wie in Köln wurden auch in den anderen Städten, in denen der NSU gemordet hat, zumeist die Angehörigen und ihr Umfeld verdächtigt. Der Film eröffnet die Diskussion über die Frage einer strukturellen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland auf eine neue Art, nämlich aus der Perspektive der Betroffenen.

D 2015 – 92 Min

Der Eintritt ist frei!


Für einen Campus ohne Angst!

#CampusOhneAngst

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Abholung von Spachteln | Montag, 30. Mai bis Freitag, 03. Juni: 12.30 – 13.30 Uhr, sowie Mittwoch, 01. Juni von 15.30 – 17.00 Uhr | Universität Trier, Studierendenhaus

In den letzten Wochen brachten Rechte der „Identitären Bewegung“ im größeren Stil Sticker auf dem Campus an. Die Rede ist von „Multikulti-Wahn“, auf ihrer Website propagieren sie den „Ethnopluralismus“, also die Vorstellung jede „Ethnie und Kultur“ gehöre in ihr „geschichtlich gewachsenes Gebiet“. Sie wollen eine Gesellschaft, die ethnisch homogen ist und wenden sich gegen alle, die nicht in ihre starren Kategorien von „Identität“ und „Volk“ hinein passen (wollen).

Wir möchten eine Universität, in der man „ohne Angst verschieden sein kann“ (Theodor W. Adorno). Der Campus sollte ein Ort sein, wo sich Menschen als Individuen begegnen und sich als Verschiedene achten. Ein Ort, wo Menschen nicht gleich sein müssen, um Teil der Gesellschaft zu sein. Hier sollten die Entfaltung von Verschiedenheit und das friedliche Austragen von Dissenz möglich sein. Vorstellungen homogener Zwangskollektive stehen diesem Ansinnen entgegen. Sie missachten die individuellen Charakter der Menschen.

Darum wenden wir uns gegen diese jüngste Raumnahme auf dem Campus und setzen ihr – gemeinsam mit euch – praktischen Antifaschismus entgegen. Ab sofort könnt ihr euch in unserem Büro im Studierendenhaus Spachtel abholen oder ausleihen, um in eurem Unialltag nebenbei solche Sticker abzukratzen. Für einen #CampusOhneAngst!

Abholung der Spachteln in unserem Büro im Studierendenhaus (Treppe runter, Büro rechts). Von Montag, 30. Mai bis Freitag, 03. Juni: 12.30 – 13.30 Uhr, sowie Mittwoch, 01. Juni von 15.30 – 17.00 Uhr.


Der neue deutsche Populismus

Warum ist der Rechtspopulismus in der Bundesrepublik gegenwärtig so erfolgreich?

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Vortrag und Diskussion | Dienstag, 31. Mai 2016, 18 Uhr | Volkshochschule Trier, Raum 5 (Domfreihof 1b) | mit Dr. des. Veith Selk

Die rechtspopulistische Empörungsbewegung PEGIDA hat lange Zeit für Schlagzeilen gesorgt. Sie wurde zu einem überregionalen Medienereignis gemacht, ist als eine Bewegung der Straße aber ein regionales Phänomen geblieben. Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) wiederum beginnt sich als rechtspopulistische Partei in ganz Deutschland zu etablieren. Sie feierte bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt große Erfolge und erhält in bundesweiten Umfragen steigende Zustimmungswerte. Damit scheint eingetreten zu sein, was viele befürchtet und nicht wenige erhofft hatten: der Rechtspopulismus ist zu einem politischen Faktor in der gesamten Bundesrepublik geworden.

Der Vortrag führt anlässlich dieser Entwicklung zunächst in die Geschichte des Populismus ein und erläutert insbesondere, was den Rechtspopulismus ausmacht. Anschließend soll geklärt werden, wieso der Rechtspopulismus in Deutschland momentan Erfolge erzielen kann und was diese Erfolge politisch bedeuten. Zum Schluss geht der Vortrag auf die gegenwärtig praktizierten Strategien gegen den Rechtspopulismus ein und gibt eine Erklärung für ihr Scheitern.

Dr. des. Veith Selk ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt. Sein Buch „Das Regieren der Angst. Eine politische Ideengeschichte“ befindet sich im Erscheinen. Zuletzt veröffentlichte er zusammen mit Dirk Jörke den Aufsatz „Der hilflose Antipopulismus“.


Falling Down. Ein ganz normaler Tag

Filmnacht #2

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Filmnacht und Diskussion | Montag, 23. Mai 2016, 18.30 Uhr Einlass / 19.00 Uhr Beginn | Universität Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt

Falling Down. Ein ganz normaler Tag

Filmsprache: Deutsch.
Ein heißer Tag in Los Angeles: William Foster (Michael Douglas) ist sauer. Die Lüftung im Auto funktioniert nicht, ebenso wenig der Fensterheber. Doch das Fass läuft nicht über. Noch nicht. Stattdessen steigt Foster kurzerhand aus, klemmt seine Aktentasche unter den Arm und lässt sein Auto stehen. Für den fluchenden Fahrer hinter ihm kommentiert er dies mit dem kurzen Hinweis, er gehe jetzt nach Hause. Auf diesem Weg begleitet ihn der Zuschauer und beobachtet, wie sein Geduldsfaden Millimeter um Millimeter weiter gespannt wird, bis er unweigerlich reißt und sich die dramaturgische Gewaltspirale zu drehen beginnt. Von einem Moment auf den anderen, so scheint es, hat der Alltagsstress einen harmlosen Nobody in einen gesetzlosen Psychopathen verwandelt, der sich am Ende mit einem halben Waffenarsenal den Weg zu seiner geliebten Tochter bahnt…

Wolfgang Schmitt ist Dozent im FB Germanistik und u.a. bekannt durch seinen Youtube-Channel Die Filmanalyse.

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Fluchtursache Islamismus

No way out?

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Vortrag und Diskussion | Dienstag, 10. Mai 2016, 18 Uhr | Universität Trier, Raum P12 | mit Klaus Blees (Aktion 3. Welt Saar)

Ein wesentlicher Teil der Menschen, die aktuell auf der Flucht sind, flieht vor Islamisten oder vor islamischen Regimen.

Sie fliehen vor von diesen ausgehenden Terrorakten und Kriegshandlungen ebenso wie vor Unterdrückung und Verfolgung.

Die Gründe dieser Verfolgung sind vielfältig: Dazu gehören die Unterdrückung von Frauen und die Verfolgung wegen der sexuellen Orientierung. Verfolgt werden Angehörige nichtmuslimischer Religionen und Atheisten ebenso wie Muslime, die einer anderen Art von Islam anhängen, als es dem Religionsverständnis der Machthaber entspricht. Der Verfolgung ausgesetzt sind immer wieder kritische Blogger und Journalisten. Steinigung bei Ehebruch, Hinrichtung von Schwulen, Todesstrafe für den Abfall vom Islam sind in einer Reihe von Ländern Teil des dort herrschenden islamischen Rechts, der Scharia. Für Schlagzeilen sorgte 2014 die Flucht von Angehörigen der jesidischen Minderheit im Nordirak vor dem IS. Auch außerstaatliche menschenfeindliche Praktiken, die zum Teil islamisch gerechtfertigt werden, spielen eine Rolle, wie Zwangsheiraten, Ehrenmorde und die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen.

In Deutschland stammt die weitaus größte Zahl der Flüchtlinge aus Syrien. Verantwortlich für ihre Flucht sind der „Islamische Staat“ und andere islamistische Milizen, aber vor allem die brutale Assad-Diktatur. Diese ist zwar säkular, wird aber von der Islamischen Republik Iran und von dieser gesteuerten Milizen wie der Hisbollah unterstützt. Ebenso fliehen viele Menschen unter anderem vor den Taliban aus Afghanistan, aus dem Irak, aber auch dem Iran.

Angesichts der zum Teil gewaltsamen Reislamisierungsbestrebungen der türkischen Regierung und des Krieges der Türkei gegen die Kurden ist vermehrt mit der Flucht von Menschen aus der Türkei zu rechnen.

Der Vortrag stellt vor allem die islamismusspezifischen Fluchtgründe bei nach Deutschland fliehenden Menschen dar. Dies schließt eine kritische Betrachtung der restriktiven Asylpolitik Deutschlands und der EU ein, unter der auch Menschen, die aus den genannten Gründen ihre Herkunftsländer verlassen, leiden. So ist aktuell geplant, künftig verstärkt afghanische Flüchtlinge abzuschieben. Bei der Abschottung gegen Flüchtlinge arbeitet Deutschland eng mit der islamisch-konservativen Regierung der Türkei zusammen.

Klaus Blees ist Mitarbeiter im Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar. Der Verein engagiert sich seit ihrer Gründung 1982 für die Rechte von Flüchtlingen, ist Gründungsmitglied des Saarländischen Flüchtlingsrates und arbeitet dort im Vorstand mit. Um Know-how zu bündeln und um Initiativen zu vernetzen, hat sie das Kompetenzzentrum Islamismus aufgebaut. Dort recherchiert und publiziert sie zu mit dem Islam begründeten Verletzungen der Menschenrechte, organisiert Fachveranstaltungen und vermittelt ReferentInnen.


Argumentieren lernen gegen Stammtischparolen

Anmeldung unter Angabe von Vornamen und Alter an astaanti@uni-trier.de erforderlich!

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Workshop | Freitag, 22. April 2016, 15-18 Uhr | Volkshochschule Trier, Raum 5 (Domfreihof 1b) | mit dem Netzwerk für Demokratie und Courage

Auf der Arbeit, an der Uni, in der Kneipe oder beim Anstehen an der Kasse, nahezu überall in unserem Alltag begegnen uns derzeit Diskussionen, die mit Statements wie: „Ich bin ja kein Rassist, aber…“ beginnen. Und viele stellen sich die Frage, wie diesen rechten Stammtischparolen begegnen und entgegentreten?
In dem Workshop werden wir uns mit aktuellen Diskursen um Migration und Flucht beschäftigen und diesen auf rassistische Argumentationen hin untersuchen. Im Anschluss werden wir uns Argumentationsstrategien gegen rassistische und rechte Argumente erarbeiten und diese ausprobieren. Ziel ist, die eigene Handlungsfähigkeit in Diskussionen und Gesprächen zu erhöhen um sich gegen Rassismus positionieren zu können.

Das Netzwerk für Demokratie und Courage macht rassismuskritische Bildungsarbeit und bietet Projekttage zu den Themen Rassismus und Handlungsmöglichkeiten dagegen, Menschen verachtende Einstellungen, extreme Rechte und Antidiskriminierungsarbeit u.a. für Schulen an. Zudem ist es durch spezielle Angebote in der Fortbildung von Lehrer*innen und Multiplikator*innen tätig.


Filmnacht #1

A Clockwork Orange

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Filmnacht und Diskussion | Montag, 18. April 2016, 18:30 Uhr | Uni Trier, Studierendenhaus | mit Wolfgang Schmitt

A Clockwork Orange
Das Gesicht starrt uns brutal an, bildschirmfüllend. Langsam fährt die Kamera zurück. Alex sitzt auf einer Couch der Korova Bar, umgeben von weißen Skulpturen nackter Frauen. Er nippt an seiner gedopten Milch, die „dich heiß macht, auf ein bisschen von der alten Ultra-Brutalität“.
So beginnt „Uhrwerk Orange“, eine qualvolle Reise in eine nahe Zukunft, durch verfallene Städte voll mörderischen Gesindels und alptraumhafter Methoden der Kriminalität und ihrer Bestrafung.
Im Mittelpunkt steht Alex, der kämpft, raubt, schändet und mordet wie ein gewissenloses Raubtier. Man verhaftet ihn und sperrt ihn ein. Er wird einem grausamen Verfahren unterzogen, das ihn wieder gesellschaftsfähig machen soll, funktionierend wie ein Uhrwerk Orange, äußerlich gesund und intakt, im inneren jedoch verkrüppelt und begrenzt auf Reflexe, die er selbst nicht mehr kontrollieren kann. Was aber kann die Gesellschaft noch für Alex tun – oder ihm antun – nachdem seine „Kur“ ihn verteidigungsunfähig der Rache seiner Opfer überlässt?

Wolfgang Schmitt ist Dozent im FB Germanistik und bekannt durch seinen Blog die-filmanalyse.de

Vor Ort gibt es vegane und vegetarische Pizza, Snacks und Getränke zu erwerben.


Die politischen Entwicklungen und die Repression in der Türkei

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Vortrag und Diskussion | Mittwoch, 17. Februar 2016, 21 Uhr | Uni Trier, A6 | mit Yilmaz Kahraman

Der Vortrag wird zum einen die Geschichte und Gründung der Türkischen Republik, die anschließende Homogenisierungspolitik und die Marginalisierung anderer Identitäten/Ethnien behandeln und zum anderen einen Blick auf die Frage „Wer sind die Aleviten? Wer sind die Kurden?“ und die aktuellen Ereignisse/Debatten sowie die gescheiterten Friedensverhandlungen werfen.

Yilmaz Kahraman ist studierter Islamwissenschaftler (M.A.) und Bildungsbeauftragter der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF). Er lehrt u.a. an der pädagogischen Hochschule in Weingarten.

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Lesung mit Leo Fischer

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Lesung | Freitag, 15. Januar 2016, 21 Uhr | Exhaus Trier (Zurmaiener Str. 114) | mit Leo Fischer

Leo Fischer kam 1981 auf die Welt und hat seither jeden Tag bereut. Um sich abzulenken, studierte er Literatur und Philosophie. Er ist Satiriker, Autor und Ex-Titanic-Chefredakteur.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Die Liste der Partei Die Partei Trier, dem Referat für Politische Bildung Asta Uni Trier, den SJ – Die Falken Stadtverband Trier und dem Referat für Antirassismus und Antifaschismus.


Der Fall Ethel und Julius Rosenberg

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Antikommunismus, Antisemitismmus und Sexismus in den USA zu Beginn des Kalten Krieges
Vortrag und Diskussion | Dienstag, 8. Dezember 2015, 18 Uhr | Universität Trier (Raum D033) | mit Dr. Sina Arnold und Dr. Olaf Kistenmacher

Am 19. Juni 1953 wurde das jüdische Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg in den USA hingerichtet. Angeklagt hatte man die beiden KommunistInnen wegen (angeblicher) Atomspionage für die Sowjetunion, als Hauptbelastungszeuge fungierte Ethels Bruder David Greenglass.
In der Ära McCarthy war der Fall Ausdruck nicht nur des weitverbreiteten Antikommunismus, sondern er stellte auch ein Beispiel für Antisemitismus und sexistische Geschlechtervorstellungen dar.
Während die Rosenbergs in Deutschland weitestgehend in Vergessenheit geraten sind, nehmen sie in der Erinnerungskultur vieler US-Linker eine bedeutende Rolle ein.

Sina Arnold und Olaf Kistenmacher (Von ihnen erschien zum Thema der Aufsatz „Die üblichen Verdächtigen“ in der Jungle World 28/2013)


Feindbild Mensch

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Ökofaschismus, Esoterik und Biozentrismus
Vortrag und Diskussion | Dienstag, 15. Dezember 2015, 18 Uhr | Volkshochschule am Domfreihof (Raum 5) | mit Peter Bierl

Umweltschutz ist nicht per se links, sondern hat braune Wurzeln. Am Anfang standen im Wilhelminischen Kaiserreich Lebensreform und Heimatschutz, Eugenik und Rassenhygiene. Ihre Ideen prägten noch die Anfänge der modernen Ökologiebewegung und der Grünen in den 1970er-Jahren. Eine zentrale Vorstellung ist die Legende von der Überbevölkerung oder gar „Bevölkerungsbombe“. Statt den Kapitalismus als Ursache für ökologische Zerstörungen anzugreifen, werden die Menschen im globalen Süden ins Visier genommen.

Für Ökofaschisten, Tiefenökologen und Biozentristen ist der Mensch eine Plage und das Krebsgeschwür der Erde, Einwanderung lehnen sie ab. Die NPD und ihr Anhang agitieren gegen Gentechnik und Atomkraft, weil sie deutsches Erbgut schädigen. Peter Singer, ein Vordenker der Tierrechtsbewegung, fordert Menschenrechte für Menschenaffen, während er Behinderte und Demente als lebensunwerte „Nicht-Personen“ diffamiert.

Umweltschützer und Globalisierungskritiker fordern, die Vielfalt der Kulturen zu bewahren, als handele es sich um verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Der Gedanke geht auf Vorstellungen der Neuen Rechten, der Nazis mit Abitur, zurück, die damit alte rassistische Lehren sprachlich kaschierten. Dabei haben sich Kulturen immer entwickelt und vermischt und manche kulturelle „Eigenheit“ wie etwa die Genitalverstümmlung sollte so schnell wie möglich zugunsten einer globalen Monokultur der Solidarität und Selbstbestimmung eingeebnet werden.

Der Journalist Peter Bierl stellt in seinem Vortrag die braune Geschichte des Umweltschutzes und aktuelle Erscheinungsformen kritisch dar. Er ist Autor von „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“ (Unrast-Verlag 2014), „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell“ (Konkret-Verlag, 2012) sowie „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“ (Konkret, 2005).


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Themenreihe: „Foulspiel in Zeitlupe“ – Für einen Fußball ohne Rassismus, Homophobie & Sexismus

Ein Spieler begeht ein Foul, der Schiedsrichter pfeift und es gibt einen Freistoß. In schlimmeren Fällen gibt es die gelbe, manchmal die rote Karte. So kennt es der Fußballfan aus Stadien, Sportplätzen oder halt aus dem Fernsehen.

Doch neben den Regelverstößen auf dem grünen Rasen gibt es auch viele versteckte Fouls, die jenseits der Regelkunde geschehen und die weniger im Fokus vieler fußballbegeisterter Zuschauer oder Spieler stehen.

„Ihr spielst wie die Schwuchteln“, oder auch mal „wie die Mädchen“. Manche Mannschaften fehlt es letztendlich an den „nötigen Eiern“ um ein Spiel gewinnen zu können (Oliver Kahn).

Das Fanprojekt Trier und der AStA der Universität Trier versucht mit ihrer Veranstaltungsreihe „Foulspiel in Zeitlupe“ diesen verbalen Fouls auf den Grund zu gehen, sie sozusagen in Zeitlupe näher zu betrachten.
Neben rechtsextremen Einflüssen auf den Fußball, ihre rassistischen und menschenfeindlichen Symbole und Botschaften, steht die „Machobranche Fußball“ sowie offene oder versteckte Homophobie im Blickpunkt der Veranstaltungsreihe. Mit dem Ziel für einen Fußball ohne Rassismus, Homophobie und Sexismus zu werben, werden namhafte Experten zu diesen Themen referieren, oder aus ihren Veröffentlichungen lesen. Eine Ausstellung zur Entwicklung der extremen Rechten in Rheinland-Pfalz und ein humorvolles Theaterstück zum Thema „wo ist der schwule Superspieler?“ stehen ebenso auf dem Programm.

 

Sämtliche Veranstaltungen finden statt im Exhaus Trier. Der Eintritt ist für alle Besucher*innen frei.

 

Ausstellung: „Tatort Rheinland-Pfalz“

 

 

Vortrag: „Das braune Leder“ – Fußball im Fokus der Rechtsextremen

 

Vortrag: „Umgang mit rechtsextremen Symbolen und Botschaften“ – Erfahrungen aus der Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen

 

Vortrag: „Fußball ist ne Machobranche“ – Androzentrismus im Fußball

 

Lesung: „Der Versteckspieler“ – Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban

 

Theater: „Steh deinen Mann“


Das Oktoberfestattentat

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Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann
Vortrag und Diskussion | Mittwoch, 4. November 2015, 18 Uhr | Universität Trier (Raum B13) | mit Ulrich Chaussy

Der Rechtsterror habe dem Nationalsozialistischen Untergrund eine neue Qualität erreicht, meinte Bundeskanzlerin Merkel kurz nach der Selbstaufdeckung des NSU im November 2011. Sie täuschte sich, was ihr als ehemalige Bürgerin der DDR noch eher nachzusehen ist: Mord an Migranten, ausländischen Bürgern in unserem Land, an Flüchtlingen und Asylanten, nur, weil sie nicht Deutsche sind, gab es schon Ende der siebziger Jahre in der Bundesrepublik. Zu nennen sind die Brand – und Sprengstoffanschläge der „Deutschen Aktionsgruppen“ in den Jahren 1979/1980. Bei ihnen verbrannten 1979 zwei Asylbewerber qualvoll nach einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Hamburg. Der fand im August 1980, gerade vier Wochen vor dem Oktoberfestattentat, dem schwersten einzelnen Terroranschlag in der deutschen Nachkriegsgeschichte statt. In München starben dabei 13 Menschen, darunter der mutmaßliche Bombenleger Gundolf Köhler, ein 21jähriger Student der Geologie aus Donaueschingen. Köhler war als Jugendlicher aktiver Sympathisant der „Wehrsportgruppe Hoffmann“, der in den siebziger Jahren größten paramilitärischen Miliz mit ca. 400 Aktiven aus rechtsextremen Gruppierungen in der gesamten Bundesrepublik.

Wer wie Ulrich Chaussy seit Jahrzehnten die Hintergründe des Oktoberfestattentats erforscht, dem konnte die Selbstaufdeckung des NSU und die seither immer klarer zu Tage tretenden Ermittlungsversäumnisse und Vertuschungen der Polizei, der Justiz und der Geheimdienste nur als großes Deja-Vu erscheinen: Alles schon mal dagewesen. Das beginnt mit der konsequenten Verharmlosung des rechtsextremen Gefahrenpotentials und endet fast immer zielgenau bei der Ermittlung von Einzeltätern.

Ulrich Chauss
y ist Journalist und Sachbuchautor.


Die Kriege in Syrien und im Irak und die Bedrohung durch den Iran und IS

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Vortrag und Diskussion | Mittwoch, 22. Juli 2015, 18 Uhr | Volkshochschule am Domfreihof (Raum 5) | mit Dr. Ayelet Banai und Thomas von den Osten-Sacken

Hunderttausende Tote und Millionen Flüchtlinge sind das grausame Ergebnis der Kriege im Irak und in Syrien. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Terrorgruppe Islamischer Staat hat weite Landstriche erobert, mordet, nimmt Geiseln, missbraucht Frauen als Sexsklavinnen und führt vor laufender Kamera bestialische Hinrichtungen durch. Die kurdische Bevölkerung und die Minderheit der Yeziden wehren sich verzweifelt gegen den drohenden Genozid. Währenddessen kontrolliert und finanziert das Mullah-Regime des Iran Terrorgruppen in Syrien, im Libanon, im Irak und im Jemen und schürt Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten, um seine Machtposition in der Region auszubauen. Gleichzeitig arbeitet es weiter am Bau einer Atombombe zur Vernichtung Israels. Doch die USA und Europa kooperieren mit dem iranischen Regime im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat. Eine riskante und fragwürdige Strategie.

Der Journalist Thomas von der Osten Sacken arbeitet mit der Hilfsorganisation Wadi e. V. seit Jahren im Irak. Er wird in seinem Vortrag über die aktuelle Situation in der Region berichten und die Strategie des Westens kritisch hinterfragen.

Im Anschluss erläuert Dr. Ayelet Banai, wie man in Israel die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten beurteilt und warum es nicht nur in der israelischen Gesellschaft, sondern auch in vielen arabischen Ländern einen breiten Konsens gegen den von Obama anvisierten Nukleardeal mit dem Iran gibt.


Podiumsdiskussion: Rassismus in den Medien – und wie er sich vermeiden lässt

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Podiumsdiskussion mit Input-Vortrag | Montag, 06. Juli 2015, 18 Uhr | Volkshochschule am Domfreihof (Raum 5) | mit Simone Rafael (Amadeu Antonio Stiftung), Michael Schmitz (Trierischer Volksfreund), Gerald Keßler (Südwestrundfunk), Hans-Jürgen Bucher (Professor für Medienwissenschaft)

Simone Rafael wird einen kurzen Inputvortrag halten, anschließend wird das Podium über zentrale Fragen im Umgang mit Rassismus in den Medien diskutieren. Später hat das Publikum die Möglichkeit Fragen zu stellen oder Einwände zu formulieren.

Ankündigungstext von Simone Rafaels Inputvortrag:

Es gibt rechtsextreme Medien, die offen rassistisch sind. Die werden aber auch fast nur von der eigenen Klientel gelesen werden. Die meisten Journalist_innen in Publikums-Medien verstehen sich als Aufklärer_innen, als vierte Gewalt im Staat, die mit ihrer Arbeit an der demokratischen Kultur der Gesellschaft teilhaben. Die wenigsten von ihnen wollen bewusst mit ihren Texten Menschen abwerten, rassistisch, sexistisch oder antisemitisch sein. Trotzdem ist Rassismus in der Medienberichterstattung an der Tagesordnung – weil Redakteur_innen nicht darüber nachdenken, wenn sie Rassismus reproduzieren, oder ihn so sehr verinnerlicht haben, dass sie ihn gar nicht wahrnehmen. Manch einer fühlt sich auch als „Kämpfer für die Meinungsfreiheit“, der mal „die Wahrheit“ ausspricht. Wie lässt sich Rassismus in Medien vermeiden? Wie berichteteine Redaktion verantwortungsvoll? Worauf kann jeder Redakteurin der täglichen Praxis achten?

***Simone Rafael (*1974) ist studierte Publizistin und Kunsthistorikerin. Neben dem Studium schrieb sie als freie Journalistin u.a. für Zitty, Die Welt, Brigitte.de, ART, Vanity Fair. Nach einem Volontariat an der Hamburger Henri-Nannen-Journalistenschule baute sie 2002 für den stern und die Amadeu Antonio Stiftung das Internetportal mut-gegenrechte-gewalt.de auf. Seit 2009 ist sie Chefredakteurin von Netz-gegen-Nazis.de, dem Internetportal mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung in Kooperation mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Daneben entwickelt sie Ideen gegen Rechtsextremismus im Internet, etwa das Argumentationstraining „Generation 50+ aktiv im Netz gegen Nazis“. oder das Jugendprojekt „no-nazi.net – Für sozialen Netzwerke ohne Nazis“.

***Michael Schmitz ist Chef der Lokalredaktion des Volksfreunds aus Trier.

***Gerald Keßler ist Studioleiter des SWR in Trier.

***Hans-Jürgen Bucher ist Professor für Medienwissenschaft und beschäftigt sich u.a. mit Medienrezeption, Theorien des Journalismus, Medienkritik und Wissensvermittlung in hypermedialen, non-linearen Kommunikationsformen.


Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre

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Vortrag und Diskussion | Dienstag, 30. Juni 2015, 18 Uhr | Scheinbar Trier (Weberbach 72) | mit ReferentInnen der Heroes aus Köln

HEROES ist ein Projekt für Gleichberechtigung und Menschenrechte, in dem sich junge Männer aus Ehrenkulturen gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre und für die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern engagieren.

In regelmäßigen Trainings setzen sich die jungen Männer mit Themen wie Ehre, Identität, Religion und Geschlechterrollen auseinander. Neben der Vermittlung von Fachwissen werden die Jungs in ihrer Wahrnehmung und Empathie sensibilisiert, in ihren Haltungen gestärkt und ihnen viel Raum für den Austausch von persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen miteinander geboten. Am Ende ihrer Trainingsphase werden sie zu anerkannten HEROES zertifiziert und sind in der Lage eigenständig Workshops zu geben.

Als offizielle HEROES besuchen sie anschließend Schulklassen, Ausbildungsstätten oder Jugendeinrichtungen, wo sie Workshops für Mädchen und Jungen zum Thema Ehre leiten. Die HEROES regen die Jugendlichen anhand von Rollenspielen dazu an, mit ihnen über Ehre zu diskutieren und animieren sie gegen Unterdrückung im Namen der Ehre Stellung zu beziehen. Ziel ist es gemeinsam mit ihnen Umstände in der Gesellschaft zu hinterfragen und den Jugendlichen alternative Sichtweisen anzubieten.

In ihrem Vortrag werden die Referentin und der Referent die methodische Konzeption der Projekttage vorstellen, von ihren Erfahrungen aus der Praxis berichten und Hintergrundinformationen zum Projekt geben. Im Anschluss stehen sie für Diskussionen zur Verfügung.


Polyamorie – Anders lieben im mononormativen Kapitalismus?

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Vortrag und Diskussion | Dienstag, 16. Juni 2015, 18 Uhr | Hörsaal 8, Universität Trier | mit Dr. Stefan Meretz

### RAUMÄNDERUNG: Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Veranstaltung in HÖRSAAL 8 (D-Gebäude) stattfinden! ###

Die uns gefühlt so vertraute Umgebung des Kapitalismus muss jenen Menschen an der Grenze hin zur Epochenwende in den Kapitalismus hinein ungeheuerlich vorgekommen sein. Emotional nicht erfühlbar, geschweige denn kognitiv antizipierbar. Zu groß war der Bruch mit den traditionellen Lebensweisen. Eske Bockelmann hat dies in seinem Buch „Im Takt des Geldes“ für die Sphären der Musik, der Poesie und der Wissenschaft gezeigt. Doch auch im Alltag in den Lebens- und Liebesweisen muss der Einschnitt drastisch gewesen sein.

Thesenartig möchte ich diskutieren, welche Rolle die Mononorm (die auch eine Heteronorm ist) — die Beziehung/Ehe von genau zwei Partnern als Kernelement des bürgerlichen Haushalts — bei der Durchsetzung des Kapitalismus spielte und vice versa. Über eine (gewiss sehr grobe) Rekonstruktion der Genese der neuen Vergesellschaftungsformen im Kapitalismus kann sichtbar werden, dass heute gehabte und als selbstverständlich empfundene Gefühle keineswegs „natürlich“ sind, sondern Anforderung und Produkt der seinerzeit völlig neuen kapitalistischen Logik der Exklusion und des Privateigentums. Dies ermöglicht es uns, heutiges Fühlen und Handeln im so persönlichen Bereich wie dem der Liebe und Sexualität als Gewordenes zu begreifen und die Frage zu stellen, wie in welchem Verhältnis die Gewordenheit heutiger Lebens- und Liebesweisen zu den natürlichen Grundlagen menschlicher Liebe und Sexualität steht. Davon ausgehend möchte ich die Frage diskutieren, inwieweit que(e)re und polyamore Liebes- und Lebensweisen eine emanzipatorische Potenz bergen oder doch nur eine dem Flexikapitalismus angepasste individuelle Lebensform darstellen.

Der Referent Dr. Stefan Meretz beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Kritischer Psychologie. Er ist Blogger auf keimform.de, Betreiber von grundlegung.de und Mitglied der AG »unknown pressures: Herrschaft, Autorität und das Unbewusste« am Klaus Holzkamp Institut (KHIS).

Der Vortrag wird organisiert vom Autonomen Seminar Kritische Psychologie Trier (http://www.kp-trier.de/).


Zwei Jahre NSU-Prozess

Eine Bestandsaufnahme

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Vortrag und Diskussion | Mittwoch, 10. Juni 2015, 18 Uhr | Volkshochschule am Domfreihof (Raum 5) | mit einem Vertreter der Initiative NSU-Watch

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) sich selbst enttarnte. Die rechtsterroristische Gruppe war über ein Jahrzehnt aktiv und mordete jahrelang, ohne dass ihre Existenz der Öffentlichkeit bekannt war. Im Mai 2013 begann ein erster Prozess gegen die überlebenden mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer.

Zwei Jahre nach Beginn des Prozesses bietet der Vortrag eine aktuelle Bestandsaufnahme und zeigt auf, welches Bild des NSU sich heute zeichnet. Es wird versucht, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex Antworten zu geben. Dabei geht es unter anderem auch um den staatlichen Umgang von Politik, Justiz und Behörden mit dem Rechtsterrorismus des NSU sowie die fragwürdige Aufarbeitung des Rassismus auf gesellschaftlicher Ebene.

Der Referent ist Mitarbeiter des apabiz – Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e. V., das sich mit anderen Initiativen zum Projekt NSU-Watch zusammengeschlossen hat. NSU-Watch begleitet kontinuierlich die Aufarbeitung des NSU-Komplexes und recherchiert selbst zum Thema. Zudem beobachtet NSU-Watch den Prozess in München und die laufenden Untersuchungsausschüsse und veröffentlicht ausführliche Berichte unter www.nsu-watch.info


Befreite Gesellschaft und Israel

Über das Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus
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Vortrag und Diskussion | Sonntag, 07. Juni 2015, 20 Uhr | Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde (Kaiserstraße 25, Trier) | mit Dr. Stephan Grigat

Während die Studierenden Ende der 1960er-Jahre in den Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus nach einem kurzen Erschrecken über ihre Eltern meinten, es sei eine prima Idee, dem „Volke zu dienen“ und einige sich gleich von den palästinensischen Fedajin ausbilden ließen, ahnten die nach Frankfurt zurückgekehrten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer schon früh, wohin dieser deutsche Aufbruch führen würde und setzten dagegen die Solidarität mit den prospektiven Opfern. Diese Solidarität führte zwar nicht dazu, die Bedeutung des Zionismus in vollem Ausmaß zu erfassen, aber sie implizierte ganz selbstverständlich die Solidarität mit Israel als Zufluchtsstätte für alle vom Antisemitismus Bedrohten.

Der Zionismus ist die unmittelbare Antwort sowohl auf den europäischen als auch auf den arabischen und islamischen Antisemitismus. Wie ist das zwangsläufig im Zionismus existierende Spannungsverhältnis zwischen Universalismus und aufgezwungenem Partikularismus zu fassen? In welchem Verhältnis stehen zionistische Emanzipation und eine kritische Theorie der Gesellschaft? Was meint der von Adorno formulierte kategorische Imperativ, alles Handeln und Denken im Stande der Unfreiheit so einzurichten, dass Auschwitz oder Ähnliches sich nicht wiederhole, angesichts der Bedrohung durch das iranische Regime, sunnitische Islamisten und ihre europäischen Förderer? Und warum versetzen allein schon diese Fragestellungen und die Bezugnahme auf die Kritische Theorie deutsche Liberale dermaßen in Rage, dass sie all ihre Propagandakünste aufbieten, um gegen die „Wirren der Dialektik“ und „falsche Freunde Israels“ zu wettern.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien und Graz, sowie Mitbegründer und Wissenschaftlicher Direktor des Bündnisses STOP THE BOMB. Grigat hat an der FU Berlin promoviert und war Forschungsstipendiat in Tel Aviv. Er ist Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“, Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital & die Kritik des Antisemitismus“ und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“. Ende letzten Jahres erschien sein neuester Buch „Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung“.


Der islamische Faschismus

Buchvorstellung und Diskussion | Sonntag, 06. Juni 2015, 18 Uhr | Ort folgt | mit Hamed Abdel-Samad

Der Vortrag ist ABGESAGT! Stellungnahme dazu ist auf facebook.com/astaantifa.trier

Der Faschismus ist hervorgegangen aus den Trümmern des Ersten Weltkriegs. Aus einem Gefühl der Niederlage und Demütigung erwuchsen nationale und rassische Überlegenheitsideen, die gewaltsame Ausgrenzung anderer sowie der Imperialismus. Die faschistische Ideologie vergiftet ihre Anhänger mit Ressentiments und Hass, droht Gegnern mit Vergeltung und glorifiziert Militarismus und Opferbereitschaft bis in den Tod. Hamed Abdel-Samad zeigt, dass diese und viele weitere Aspekte des Faschismus auch auf den Islamismus zutreffen. Und er geht noch einen Schritt weiter: Der faschistoide Charakter sei bereits im Ur-Islam angelegt. Ausgehend vom Koran und der Überlieferung Mohammeds schlägt er einen weiten Bogen über die wichtigsten Vordenker der Vergangenheit bis hin zu den vermeintlich gemäßigten Islamisten der Gegenwart. Seine fundierte Analyse macht deutlich, dass sich Demokratie und politischer Islamismus ausschließen. Solange die Unantastbarkeit der Religion gilt, kann die Macht nicht vom Volk ausgehen. Und solange das Prinzip des Dschihad als gottgewolltes Mittel gilt, um dem Islam zum Sieg über die Ungläubigen zu verhelfen, wird das Fundament von Terror und Unter-drückung nicht bröckeln.

Hamed Abdel-Samad ist einer der international wichtigsten Kritiker des politischen Islam, zumal des Islamismus. Seine Autobiographie „Mein Abschied vom Himmel“ und seine inzwischen eingetroffene Prognose eines Umbruchs im Nahen Osten „Der Untergang der islamischen Welt“ haben ihm massive Kritik in islamischen Ländern eingebracht. Für die These vom faschistoiden Charakter des Islamismus wurde gegen ihn 2013 ein religiös legitimierter Mordaufruf, eine Mord- Fatwa, verhängt.
Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Seit der gegen ihn verhängten Mord-Fatwa lebt er unter permanentem Polizeischutz. Trotz der Bedrohung seines Lebens tritt Hamed Abdel-Samad bei zahlreichen Lesungen und Vorträgen öffentlich auf: „Meine Gedanken können diese Fanatiker nicht erdrosseln.“


Islamkritik – Zwischen Aufklärung und Rassismus

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Vortrag und Diskussion | Mittwoch, 27. Mai 2015, 18 Uhr | Ort folgt | mit Mina Ahadi

Jeden Tag hören wir von Mord, Terror und Brutalität in islamischen Staaten. Wenn man in den Medien vom Islam hört warten wir auf schlechte Nachrichten von Enthauptungen bis Massenhinrichtungen. Ist Islamkritik richtig? Richtet sich unsere Kritik gegen Menschen mit islamischem Glauben, gegen Terror oder auch pauschal gegen eine Religion? Was ist der Unterschied zwischen Islam und anderen Religionen?
Die Antworten, die man im öffentlichen Raum auf diese Fragen bekommt bewegen sich einerseits zwischen rassistischen und fremdenfeindlichen Erklärungen einerseits und und menschenrechtsorientierten aufklärerischen Antworten andererseits.
Mina Ahadi stammt aus dem Iran und hat hautnah erlebt, was es bedeutet wenn eine politisch-religiöse Ideologie zur Staatsdoktrin erhoben wird. Vor ihrem persönlichen Hintergrund hat sie eine Kritik am politischen Islam und an Religionen im Allgemeinen entwickelt. Ihren Arbeitsschwerpunkt legt sie auf den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen in den islamischen Staaten. Dazu gehört auch eine Einstellung gegen Barbarei und Frauenrechtsverletzungen.

Mina Ahadi, geboren 1956 in Abhar (Iran), studierte Medizin an der Universität Tabriz und war aktiv in der linken Opposition gegen den Schah. Als die Revolution im Iran scheiterte, Islamisten die Macht ergriffen und Khomeini den Kopftuchzwang anordnete, organisierte Mina Ahadi Protestaktionen und Demonstrationen. Als regimekritische politische Aktivistin durfte sie nicht mehr weiter studieren und arbeitete in einer Fabrik. Ende 1980 durchsuchte die Geheimpolizei ihre Wohnung, während sie auf der Arbeit war. Dabei wurden ihr damaliger Mann sowie fünf Gäste festgenommen und kurz darauf hingerichtet. Mina Ahadi entkam.
Wegen ihrer politischen Aktivitäten steckbrieflich gesucht und später auch in Abwesenheit zum Tode verurteilt, lebte Mina Ahadi zunächst acht Monate im Untergrund (mitten in Teheran). 1981 flüchtete sie nach Iranisch-Kurdistan. Nach zehn Jahren Kampf in Kurdistan flüchtete sie 1990 nach Wien. Seit 1996 lebt Mina Ahadi in Köln.
2001 gründete Mina Ahadi das Internationale Komitee gegen Steinigung, ein Netzwerk mit 200 internationalen Organisationen, 2004 das Komitee gegen Todesstrafe. Als Koordinatorin und Sprecherin der beiden Komitees arbeitete sie weltweit mit Frauen- und Menschenrechtsorganisationen zusammen und rettete dadurch vielen zum Tode (mitunter auch zur Steinigung) verurteilten Menschen das Leben. Auf der Gründungsversammlung desZentralrats der Ex-Muslime wurde Mina Ahadi im Januar 2007 zur 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Seit der Veröffentlichung dieser Information im Februar 2007 steht Mina Ahadi unter Polizeischutz.
In 2007 wurde Mina Ahadi zur Säkularistin des Jahres in England gewählt und in 2008 erhielt sie den Medienpreis in Wien für ihr Buch Ich habe abgeschworen, welches sie 2007 mit Sina Vogt zusammen veröffentlicht hat.


Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt

06. bis 10. Mai 2015 | mind. 8 Plätze | Max. 200€ Teilnahmebeitrag
Hiermit laden wir euch ein, mit uns zum 70. Jahrestag der Befreiung an einer fünftägigen Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Ghetto, Konzentrations- und Durchgangslager Theresienstadt (heute Terezín) nach Tschechien teilzunehmen. Die Exkursion findet statt im Zeitraum vom 06. bis zum 10. Mai 2015 und kostet einen individuellen Teilnahmebeitrag von 150€. Darin enthalten sind sämtliche anfallenden Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung sowie für das geplante Programm vor Ort (siehe unten).

Die Fahrt wird begleitet von historisch und pädagogisch erfahrenen Teamer*innen sowie einer Zeitzeugin, die als junges Mädchen das Ghetto Theresienstadt selbst erlebt und überlebt hat. Organisiert wird sie Rheinland-Pfalz-weit von der Hochschulgruppe Geschichtsstätte der Universität Mainz und den Falken Rheinland-Pfalz in Kooperation mit den ASten der Universitäten Mainz und Trier. Die genaue Anzahl der freien Plätze ist abhängig von der jeweiligen Teilnehmer*innenzahl aus den anderen Städten; für Trierer Interessent*innen sind jedoch mindestens acht vorgesehen.

Im Vorfeld der Fahrt werden zusätzlich diverse Vorbereitungs- und Informationsveranstaltungen zum Thema Nationalsozialismus und Shoa im allgemeinen sowie zur Geschichte des Ghettos Theresienstadt im speziellen stattfinden. Die konkreten Termine veröffentlichen wir beizeiten an diesem Ort.

 

Programm:

Mittwoch, 6. Mai

  • Abfahrt aus Trier am frühen Morgen
  • Ankunft in Terezín gegen Nachmittag
  • Beziehen der Unterkünfte
  • Führung durch das ehemalige “Große Ghetto”

Donnerstag, 7. Mai

  • “Spurensuche” im ehemaligen “Großen Ghetto” in Zusammenarbeit mit der Begegnungsstätte
  • Besichtigung der Ghetto-Museen
  • Wissenschaftlich begleitete Vorführung der erhaltenen Fragmente des heute unter dem Namen „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ bekannten Nazi-Propagandafilms

Freitag, 8. Mai

  • Besuch des jüdischen Friedhofs
  • Teilnahme an Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Ghettos Theresienstadt
  • Besichtigung des ehemaligen Gefängnisses und Konzentrationslagers in der “Kleinen Festung”
  • Vortrag von Dr. Sarah Kass zum Thema Gedenkpolitik

Samstag, 9. Mai

  • Exkursion zur Mahn- und Gedenkstätte Lidice
  • Exkursion auf das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Leitmeritz
  • Alternativ: Eigenständiges Erkunden des ehemaligen Ghettos

Sonntag, 10. Mai

  • Abfahrt in Terezín am späten morgen
  • Ankunft in Trier am frühen Abend

 

Du möchtest gerne mitfahren und/oder hast weitere Fragen? Dann schreib einfach eine Mail an
astaanti[at]uni-trier.de und wir setzen uns umgehend mit dir in Verbindung!

 

Veranstaltungsreihe zur Vorbereitung vom 21. April bis 04. Mai 2015

  • Dienstag 21. April – 18 Uhr
    Haus Mainusch, Staudinger Weg 23

Terezín 1945
Vortrag der AG Quer-Elle

Innerhalb des Terror-Kosmos des Nazi-Regimes hatte das Lager Theresienstadt eine besondere Stellung. Am 28.10.1944 verliess der letzte sogenannte „Herbsttransport” Terezín Richtung Auschwitz. Jetzt waren im Lager Terezín noch etwa 11.000 Gefangene. Die Funktion als Durchgangslager in die Mordfabriken in Polen war nun beendet; das Sterben im Lager ging weiter. Und bisher noch „geschützte“ Menschen wurden aus dem Deutschen Reich nach Terezín verschleppt. Ab dem 20. April bis zum Ende trafen aus anderen Lagern, die geräumt worden waren, „Todestransporte“ in Terezín ein. Mit ihnen kam der Typhus. Befreit wurde das Lager am 8.5.1945 durch die Rote Armee.

  • Donnerstag 23. April – 18.30 Uhr
    DGB-Haus, Kaiserstr. 26-30

“Ich hab´ das Lachen nicht verlernt”
Zeitzeuginnengespräch mit Edith Erbrich

Edith Erbrich kam am 28.10.1937 in Frankfurt a. M. zur Welt. Sie war sieben Jahre alt, als sie am 14.2.945 von den Nazis gemeinsam mit ihrem Vater und der älteren Schwester Hella ins Lager Theresienstadt verschleppt wurde. Dort wurden die beiden Mädchen von ihrem Vater getrennt und kamen auf die Entlausungsstation. Ihnen wurden die langen Haare abgeschnitten und sie wurden desinfiziert. Hella musste die angekommenen Viehwaggons reinigen und die Toten herausschaffen.

Ediths Vater fand später durch die Russen heraus, dass ihr Transport XII/10 für die “Vergasung” am 9.5.1945 vorgesehen war – einen Tag nach der Befreiung des Lagers am 8. Mai.

  • Montag 27. April – 18.30 Uhr
    DGB-Haus, Kaiserstr. 26-30

Heydrich und das Blutbad von Lidice
Bebilderte Reportage von Hellmut G. Haasis

Der Gestapochef Reinhard Heydrich, geriet 1942 in Prag in ein Gefecht mit den Partisanen Gabcik und Kubis. Heydrich war ein halbes Jahr vorher nach Prag gekommen, um den Widerstand in Prag im Blut zu ersticken. Nach Heydrichs Ende befahl Hitler als Racheakt, das Bergarbeiterdorf Lidice zu zerstören.

Alle Männer ab 15 Jahren wurden erschossen, alle Frauen ins KZ Ravensbrück deportiert. 13 Kinder wurden, weil sie blond waren, von den Nazis in Lebensbornheimen einer “Germanisierung” unterzogen, die restlichen 85 endeten im Vernichtungslager Chelmno in Gaswagen. Alle Gebäude wurden gesprengt, das Dorf Lidice dem Boden gleich gemacht.

  • Mittwoch 29. April – 18.00 Uhr
    Infocafé Cronopius, Zanggasse 21

Lange Filmnacht

In der langen Filmnacht zeigen wir Dokumentation-, Kurz- und Spielfilme, die Theresienstadt, Lidice und die Befreiung vom deutschen Faschismus zum Thema haben. Die ZuschauerInnen haben die Möglichkeit Filme auszuwählen, gemeinsam anzusehen und im Anschluss darüber zu diskutieren.

Folgende Filme stehen zur Auswahl:

Auch Henker sterben
The Holocaust – Ghetto
Theresienstadt – the truth behind the nazi deception 1941-1945
Die geschenkte Stadt
Night will fall
Der gewöhnliche Faschismus
Geh und sieh
MOTYLI TADY NEZIJI, Terezin 1941 -1945

  • Montag 4. Mai – 18.30 Uhr
    Haus der Jugend, Mitternachtsgasse 8

Trude Simonsohn
Zeitzeuginnengespräch mit Trude Simonsohn

Trude Simonsohn ist Überlebende des Ghettos Theresienstadt und des KZ und Vernichtungslagers Auschwitz. 1921 in der Tschechoslowakei geboren, war sie in ihrer Jugend in der zionistischen Jugendbewegung organisiert und bereitete sich auf ein Leben in Palästina vor. 1942 wurde sie verhaftet und nach Theresienstadt deportiert, wo sie sich an der dortigen Bildungsarbeit beteiligte und unter den Bedingungen des KZ jugendliche Mädchen betreute. Nach der Befreiung emigrierte sie mit ihrem Mann Berthold, den sie in Theresienstadt kennenlernte zuerst in die Schweiz und in den 1950er Jahren nach Deutschland.

Adrian Oeser, der über Trude Simonsohn und die Widerständlerin Irmgard Heydorn den Dokumentarfilm „Eine Ausnahme…“ gedreht hat, moderiert die Veranstaltung.

 

Die Veranstaltungsreihe und Bildungsfahrt findet statt in Kooperation mit: SJD – Die Falken Mainz, DGB-Jugend Mainz, Bündnis “8.Mai”, AStA Uni Mainz, AlleFrauenReferat, AStA Uni Trier, Haus Mainusch, Infocafé Cronopius, Haus der Jugend Mainz


Linke Basics.

Eine Veranstaltungsreihe zum Semesterbeginn
Plakat_Basicreihe_fertigvom 5. November bis zum 12. Dezember 2014, 18 Uhr | wechselnde Orte | Eintritt: frei!


    • 5. November: Videoüberwachung im Lichte der Versammlungsfreiheit | Infoladen Trier (Hommerstr. 14) | 18 Uhr | Referent: Ermittlungsausschuss Köln

      Die Versammlungsfreiheit ist eines der wichtigsten Elemente demokratischer Willensbildung- und äußerung außerhalb von Parlamenten und Medien. Gerade in repräsentativen Demokratien ist sie das Mittel direkter Einflussmöglichkeiten auf politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse und oft die Basis für Veränderungen.
      Die Versammlungsfreiheit zu verteidigen, ist eine ständige und notwendige Aufgabe. Ein Beispiel dafür ist die seit einigen Jahren vor Gerichten verhandelte Videoüberwachung durch die Polizei bei Demonstrationen. Die geplante Veranstaltung soll beleuchten, wodurch die Versammlungsfreiheit bedroht wird. Dabei wird auch auf das in Rheinland-Pfalz gerade beim Oberverwaltungsgericht anhängige Verfahren zur Videoübertragung einer Demonstration 2012 eingegangen.

      5. November: Videoüberwachung im Lichte der Versammlungsfreiheit | Infoladen Trier (Hommerstr. 14) | 18 Uhr | Referent: Ermittlungsausschuss Köln

      Der Referent engagiert sich im Ermittlungsausschuss Köln (EA Köln). Der EA Köln unterstützt und berät politisch Aktive, die mit staatlicher Repression in Berührung kommen. Ihre Unterstützung geht von der Beratung über die Vermittlung von AnwältInnen bis hin zur Prozessbegleitung. Aktuell unterstützt der EA Köln die Klage zur Videoübertragung vor dem OVG Koblenz.


    • 12. November: Antiamerikanismus – die ganz große deutsche Koalition. Aspekte eines Ressentiments, das niemand wahrhaben will | Konferenzsaal im Mehrgenerationenhaus (Christophstr. 1) | 18 Uhr | Referent: Dr. Tobias Jaecker

      12. November: Antiamerikanismus – die ganz große deutsche Koalition. Aspekte eines Ressentiments, das niemand wahrhaben will | Konferenzsaal im Mehrgenerationenhaus (Christophstr. 1) | 18 Uhr | Referent: Tobias JaeckerOb in der Debatte um den NSA-Skandal oder die Ukraine-Krise: Antiamerikanismus ist so populär wie lange nicht mehr in Deutschland. In allen Bevölkerungsschichten und politischen Lagern, selbst bei Menschen, die sich als fortschrittlich verstehen. Aber was ist das überhaupt: Antiamerikanismus? Wie unterscheidet er sich von Kritik an der US-Politik? Und warum wird er so offensiv, teils aggressiv geäußert? Tobias Jaecker erläutert Ursachen, Funktionsweise und Auswirkungen des Antiamerikanismus. Er präsentiert dazu Beispiele aus den Medien von 9/11 über die Finanzkrise bis heute. Sie zeigen, wie sich der Antiamerikanismus zu einer gefährlichen Ideologie verdichten kann.

      Dr. Tobias Jaecker ist Kommunikationswissenschaftler, Politikwissenschaftler und Historiker. Er arbeitet als Redakteur beim rbb-Hörfunkprogramm radioeins. Jüngste Buchveröffentlichung: „Hass, Neid, Wahn. Antiamerikanismus in den deutschen Medien“
      (Campus, 2014).


    • 17. November: Israel, die Hamas und der jüngste Gaza-Krieg | Gemeindesaal der Synagoge (Kaiserstraße 25) | 19.30 Uhr | Referent: Dr. Matthias Küntzel | in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier

      Im jüngsten Gaza-Krieg kamen erneut Dutzende Israelis und Tausende Palästinenser ums Leben. Unzählige wurden verstümmelt, ganze Stadtteile in Gaza wurden zerstört.
      Die Medien rückten in erster Linie Israel ins Rampenlicht. Manchen warfen der Regierung Netanjahu Kriegsverbrechen vor. Von den Widersprüchen und die Ideologien, die die palästinensische Gesellschaft prägen, erfuhren wir hingegen wenig.
      So wurde nur selten über den islamischen Antisemitismus, der die Charta der Hamas prägt, gesprochen. Dass die Hamas Ende August mehr als 20 Palästinenser in aller Öffentlichkeit hinrichtete, war schnell vergessen; dass sie zwischen 1987 und 1994 mehr als 1.000 Palästinenser exekutierte, weil diese angeblich mit Israel zusammenarbeiteten, war nur englischsprachigen Medien zu entnehmen. Die Frage, warum die Hamas Siegerparaden inszeniert, wo ihre Raketen doch vor allem den Palästinensern Not, Elend und Tod brachten, blieb unbeantwortet.

      17. November: Israel, die Hamas und der jüngste Gaza-Krieg | Gemeindesaal der Synagoge (Kaiserstraße 25) | 19.30 Uhr | Referent: Dr. Matthias Küntzel | in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft TrierDer Referent wird über die Weltsicht der Hamas und über die Widersprüche im palästinensischen Lager berichten. Er wird vor diesem Hintergrund die aktuelle Situation Israels beleuchten und über die Folgen des jüngsten Gaza-Kriegs sowie über das Echo, dass dieser in den deutschen Medien fand, sprechen.

      Dr. Matthias Küntzel, ist Politikwissenschaftler und Historiker und lebt in Hamburg. Er ist assoziiertes Mitglied des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA) der Hebräischen Universität Jerusalem. Seit 2001 recherchiert und publiziert Küntzel hauptsächlich über Antisemitismus, Antisemitismus im Islam, Islamismus, Islamismus und Nationalsozialismus, Iran sowie die deutsche und europäische Nahost- und Iranpolitik. Sein publizistisches Werk umfasst zahlreiche Monographien und Aufsätze, darunter Der Weg in den Krieg – Deutschland, die NATO und das Kosovo (Berlin, 2000) und Djihad und Judenhass (Freiburg, 2002). Küntzels aktuelles Buch Deutschland, Iran und die Bombe. Eine Entgegnung – auch auf Günter Grass erschien 2012 im LIT-Verlag. Für sein Engagement gegen den Antisemitismus wurde er 2011 mit dem Paul Ehrlich – Günther Schwerin Menschenrechtspreis der amerikanischen Anti-Defamation League (ADL) ausgezeichnet.


    • 24. November: Antisemitismus heute, oder: Die unheimliche Popularität der „Israelkritik“ | Konferenzsaal im Mehrgenerationenhaus (Christophstr. 1) | 18 Uhr | Referent: Alex Feuerherdt

      38,4 Prozent der Deutschen vertreten einer Umfrage zufolge die Ansicht: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ 39,5 Prozent glauben: „Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen.“ Und gar 57,3 Prozent meinen: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ In deutschen Schulbüchern für das Unterrichtsfach Geschichte finden sich Sätze wie: „Israel stellt tagtäglich seine Überlegenheit als Besatzungsmacht demonstrativ zur Schau, indem es palästinensische Häuser zerstört, palästinensischen Grund und Boden beschlagnahmt, die Palästinenser demütigt und ihnen unmenschliches Leid zufügt.“ Sowohl die NPD als auch die Grünen reichen parlamentarische Anträge ein, in denen nahezu wortgleich eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus den israelischen Siedlungen gefordert wird; andere wollen sogar einen Warenboykott. Nach einer Studie wird kein anderer Staat der Welt in deutschen Medien dermaßen heftig kritisiert wie der jüdische. Und die weitaus meisten westlichen Politiker betrachten nicht etwa das iranische Atomprogramm oder Terrororganisationen wie die Hamas und die Hisbollah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als „Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten“. Wenn ihnen die Frage gestellt wird, warum Juden in einem prospektiven palästinensischen Staat eigentlich nicht leben dürfen sollen, sind sie hellauf empört.

      24. November: Antisemitismus heute, oder: Die unheimliche Popularität der „Israelkritik“ | Konferenzsaal im Mehrgenerationenhaus (Christophstr. 1) | 18 Uhr | Referent: Alex FeuerherdtWie kommt es, dass Israel immer wieder dämonisiert und ihm de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen? Warum wird diesen Feinden so viel Verständnis gezollt oder gar Sympathie entgegen gebracht? Weshalb ist die sogenannte Israelkritik vor allem hierzulande so ungeheuer populär, und was treibt sie an – in der Politik, in den Medien, in der Bevölkerung?

      Alex Feuerherdt (45) ist freier Autor und lebt in Köln. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu den Themen Antisemitismus und Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, Konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World.


    • 4. Dezember: Wie ist es möglich, dass Baums noch so guter Dinge sind? | Universität Trier (HS 10, Gebäude E) | 18:30 Uhr | Hochschulgruppe Alternatives Theater (Mainz)

      Eine Szenische Lesung der Hochschulgruppe Alternatives Theater (Mainz) zur Geschichte der Widerstandsgruppen um Herbert Baum.

      Baum_Plakat_NEUFrühjahr 1942: Der erwartete Blitzsieg über die Sowjetunion ist nicht gekommen, die Verluste an Menschenleben sind enorm. Ein zweites Jahr Ostfeldzug beginnt. Die Dinge im Reich selbst liegen währenddessen unter menschlichen Aspekten ähnlich barbarisch wie die an der Front. Oppositionelle und potentiell widerständige Menschen werden seit 1933 in immer neuen Wellen verhaftet, gefoltert, ermordet oder in die Konzentrationslager gesteckt. Für die als jüdisch definierten Menschen hat ein neuer Akt im Rahmen der ,,Endlösung“ begonnen; seit September 1941 werden sie gezwungen den Stern zu tragen, im Oktober desselben Jahres beginnen die Deportationen in die Vernichtung. In diesem gesellschaftlichen Kontext eröffnet in Berlin damals eine Ausstellung der Superlative: Auf 9000m² wird im Lustgarten das ,,Sowjet-Paradies“ gezeigt, eine ebenso antisowjetische wie antisemitische Ausstellung, die der Bevölkerung die Notwendigkeit des Ostfeldzugs vor Augen führen soll. Nach 10 Tagen wird ein Brandanschlag auf die Ausstellung verübt. Der Schaden ist gering, die Täter überraschend schnell gefasst: Neben den tatsächlich Verantwortlichen um Herbert und Marianne Baum wird auch nahezu ihr gesamter Freundeskreis verhaftet und hingerichtet: Es sterben mindestens 33 der Freunde, außerdem werden 500 jüdische Geiseln erschossen. Wer waren diese jungen Erwachsenen um Herbert und Marianne Baum?

    • Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=U7lH_KtAn2U

    • 9. Dezember: Antiziganismus und Arbeitswelt | Universität Trier (Raum C1) | 18 Uhr | Referentin: Roswitha Scholz

      antizigAntiziganismus ist ein weit verbreitetes Phänomen. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als »Zigeuner« diskriminiert und nicht selten verfolgt. In dem Vortrag werden antiziganistische Tendenzen im Kontext neuzeitlicher Disziplinierungsprozesse und der Herausbildung der Arbeitsgesellschaft analysiert. Dabei werden auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Antisemitismus aufgezeigt.

      Roswitha Scholz ist freie Publizistin und Redakteurin der linken Theoriezeitschrift Exit!, diverse Zeitschriftenpublikationen und Buchveröffentlichungen, darunter »Differenzen der Krise – Krise der Differenzen« (2005) und »Das Geschlecht des Kapitalismus« (2011).


  • 16. Dezember: „Entfernt die Parasiten. Wählt Kommunisten.“ – Über die Ursachen des personifizierten Antikapitalismus | Universität Trier (Raum B17) | 18 Uhr | Referent: Olaf Kistenmacher

    16. Dezember: “Entfernt die Parasiten. Wählt Kommunisten.” – Über die Ursachen des personifizierten Antikapitalismus | Universität Trier (Raum B17) | 18 Uhr | Referent: Olaf KistenmacherIm November 1925 erschien die Tageszeitung der Kommunistischen Partei Deutschlands, Die Rote Fahne, mit der Schlagzeile: „Entfernt die Parasiten. Wählt Kommunisten“. Die Abbildung auf der Titelseite zeigte einen riesigen Arbeiter, der in einer kleinen Stadt und einer Fabrik stand und in seinen Fäusten einen Kapitalisten und einen Großgrundbesitzer hielt. Die Botschaft war einfach und eindeutig: Um die Gesellschaft zu befreien, muss man die Repräsentanten der herrschenden Ordnung beseitigen. Damit erschien das Kapitalverhältnis zugleich als etwas, das dem Stadtleben oder der Industrie äußerlich war. Heutzutage gilt der Ausdruck „Parasit“ als verpönt. Aber an einem Ausdruck wie „Heuschrecken“ zeigt sich, dass die Biologisierung des Verhältnisses von Arbeit und Kapital auch im 21. Jahrhundert populär ist. Der Vortrag wird ausführen, wie in der Vergangenheit und in der Gegenwart antiamerikanische und antisemitische Denkweisen an solche Personifizierungen und Biologisierungen anknüpften. Zugleich wird er mit Rückgriff auf Karl Marx und Rosa Luxemburg deutlich machen, wie eine solche Wahrnehmung von Arbeit und Kapital kritisiert werden kann.

    Olaf Kistenmacher, Historiker, ist Mitglied im Villigster Forschungsforum zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus. Er promovierte zu antisemitischen Aussagen in der Tageszeitung der KPD, Die Rote Fahne, zur Zeit der Weimarer Republik; zusammen mit Hans-Joachim Hahn gibt er den Sammelband Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft. Zur Geschichte der Antisemitismusforschung vor 1944 (2015) heraus. Aktuelle Veröffentlichung zum Thema: Selbstbestimmung als Phrase. Zur Erinnerung an die antinationale Marxistin Rosa Luxemburg, in: Jungle World 1, 3. Januar 2014.


Antifaschistische Filmreihe

vom 25. Juni bis zum 30. Juli
jeden Mittwoch, 18 Uhr | wechselnde Orte | Eintritt: frei!


    • 25. Juni: Erhobenen Hauptes – (Überleben) im Kibbuz Ma’abarot | Scheinbar Trier (Weberbach 72) | 18 Uhr

      Das Bewusstsein zur vermutlich letzten Generation zu gehören, die noch selbst mit Verfolgten des Nationalsozialismus sprechen kann, lässt es umso wichtiger erscheinen, ein möglichst lebendiges Dokument dessen entstehen zu lassen, um auch bei nachfolgenden Generationen die Erinnerung wach zuhalten.
      Unser Dokumentarfilm „Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz“ wird sich deswegen an den Erzählungen und Biografien der Menschen im Kibbuz Ma’abarot orientieren und ihre Lebensgeschichten in den Mittelpunkt stellen. Die Kibbuznikim dort haben viel zu erzählen – von ihrer Zeit in Deutschland, ihrem Überleben, den ersten Jahren in Palästina und auch von ihren Einstellungen und Gedanken zu den Kibbuzim und dem heutigen Israel.

      Trailer:


    • 02. Juli: Deckname Dennis | Universität Trier (Hörsaal 5) | 18 Uhr

      Das Bild des Geheimagenten hat sich gewandelt. Vorbei die Zeiten, in denen man sich am Hochhaus abseilen, durch die Kanalisation kriechen und russische Agenten umpusten mußte. Im Zeitalter der Massenmedien sind alle Informationen öffentlich. Der Agent von heute ist Journalist. Forscher und Fanatiker, Vertriebene und Verrückte, Bastler und Behörden, Rechts- und Linksradikale – wenn die Kamera läuft, sagen sie alles. Man muß nur dumm genug fragen. Und keiner fragt so dumm wie Dennis.

      Trailer:


    • 09. Juli: Die Mondverschwörung | Broadway Kino (Paulinstraße 18) | 18 Uhr

      Eine satirisch-dokumentarische Reise in die Untiefen deutscher Mondverehrung

      Trailer:


    • 16. Juli: Bethlehem | Broadway Kino (Paulinstraße 18) | 18 Uhr

      Wenn der Feind Dein bester Freund ist.

      Trailer:


    • 23. Juli: Das radikale Böse | Universität Trier (Hörsaal 5) | 18 Uhr

      Das Doku-Drama Das radikal Böse arbeitet die Gedanken und Motivationen auf, die die Täter des Nationalsozialismus’ nach dem Untergang des Dritten Reiches zum Genozid äußerten.

      Trailer:


  • 30. Juli: Der blinde Fleck | Broadway Kino (Paulinstraße 18) | 18 Uhr

    Polit-Thriller über das Oktoberfest-Attentat von 1980 und eine auf dem rechten Auge blinde Justiz.

    Trailer:


I don’t like Mondays.

Die neurechte „Friedensbewegung“
Vortrag | 28. Juli 2014, 18 Uhr | Mehrgenerationenhaus (Konferenzsaal); Christophstraße 1 | mit Martin Niewendick

Eine Kooperation mit dem Referat für politische Bildung.

Seit einigen Monaten machen die sogenannten „Friedensmahnwachen“ von sich reden. Woche für Woche treffen sich deutschlandweit tausende Menschen in über 80 Städten, um angeblich für den Weltfrieden zu diskutieren. In Wahrheit tummeln sich dort Verschwörungstheoretiker, Nazis und Esoteriker jeglicher Couleur, um ihre Ansichten unter’s Volk zu bringen.

Sie alle eint eine strikte pro-Russische Haltung und eine aggressive, antiwestliche Polemik, die zuweilen in handfesten Antisemitismus umschlägt. So ist denn auch die Federal Reserve Bank als Code für „jüdisches Finanzkapital“ ein Hauptziel der Attacken.

Im Hintergrund ziehen vier einschlägig bekannte Personen die Fäden. Diese sind zum einen Lars Märholz, ein bis dato unbekannter Esoteriker. Er hatte die „Mahnwachen“ ins Leben gerufen, und fällt immer wieder mit geschichtsrevisionistischen Äußerungen auf.
Dazu gesellt sich der ehemalige Radiomoderator Ken Jebsen alias KenFM, der 2011 wegen antisemitischer Äußerungen seine Anstellung bei Radio Fritz verlor. Er inszeniert sich gerne als Verkünder unbequemer Wahrheiten und ist vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt.
Auch Andreas Popp zählt zu den „Promis“ der „Mahnwachen“. Der Verschwörungstheoretiker und Gründer der „Partei der Vernunft“ ist Verfechter der „911- Inside Job“-These. Zudem ist er bewunderer des NSDAP-Ideologen Gottfried Feder und dessen Schrift „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“.
Vierter im Bunde ist Jürgen Elsässer, der seine Querfront- und Verschwörungstheorien über sein „Compact“-Magazin verbreitet. Er ist stramm moskautreu und ist im russischen Staatsfernsehen ein gern gesehener Interview-Partner. Elsässer verbreitet weiterhin homophobe, sexistische und rassistische Pamphlete.

Zu diesen vier zentralen Figuren gesellen sich neuerdings auch einige „Linke“, so etwa der Ex-Attac-Aktivst Pedram Shayar. Auch Diether Dehm, MdB der Linkspartei, zählt dazu. Die „Mahnwachen“ werden von der traditionellen Friedensbewegung größtenteils abgelehnt. Im vergangenen Monat wuchs die Zahl antifaschistischer Gegendemonstrationen immer weiter an.

Über die neurechten „Mahnwachen“ referiert Martin Niewendick. Er ist Blogger und Journalist, unter anderem für die „Jungle World“. Niewendick beobachtet die „Mahnwachen“ von Beginn an und hat sich in mehreren Reportagen, Artikeln und Kommentaren mit den Hintergründen beschäftigt.


Die Rolle der Polizei im Alltag, bei Sondereinsätzen und Demonstrationen

Ein Einblick in Ab- und Hintergründe
Vortrag und Diskussion | 30. Juni 2014, 18 Uhr | Mehrgenerationenhaus, Konferenzsaal (Christophstraße 1) | mit Thomas Wüppesahl

Die 20 Polizeien die in der Bundesrepublik agieren hoheitlich – manchmal auch rechtswidrig. Im Vortrag wird die Verzahnung von Polizeiführung mit den politischen Entscheidungsebenen im Innenministerien dargestellt und aufklärend beschrieben, wer dort wen führt.

Wie es also um die politische Neutralität der Polizei in der Praxis bestellt ist, wird an Hand mehrerer Beispiele diskutiert, wobei die unterschiedliche Behandlung von Rechts- und Linksextremisten, Antifaschisten und Anti-Antifa nur eine Rolle spielt. Auch auf die Ermittlungen zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und die Auseinandersetzung um die Demonstration für das autonome Hamburger Kulturzentrum „Rote Flora“ wird an geeigneter Stelle einzugehen sein.
Erkenntnisreich ist außerdem der Vergleich polizeilicher Ermittlungsarbeit zu gut situierten Wirtschaftskriminellen einerseits und StraßenverkehrssünderInnen oder Kaufhausdiebstählen andererseits. Dabei werden aktuelle kriminologische Forschungsergebnisse genauso in den Vortrag eingewebt, wie die gesellschaftliche Realitäten in prekären Schichten und gesellschaftlichen Brennpunkten berücksichtigt werden.
Am liebsten steht der Referent für Fragen und für eine offene Diskussion zur Verfügung. Seine Lebens- und Berufserfahrungen prädestinieren ihn wie kaum jemand anderen diese sensiblen Fragestellungen zu beleuchten.

Thomas Wüppesahl, ist Bundessprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer PolizistInnen und war selbst über 30 Jahre im Hamburger Polizeidienst tätig. Er engagierte sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung und zeitweise bei den Grünen. Bis zu seinem Ausschluss aus der Bundestagsfraktion 1988 – nachdem er im Mai 1987 die Partei verließ – war er ein Jahr lang dessen innenpolitischer Sprecher. Als fraktionsloser Abgeordneter erstritt er vor dem Bundesverfassungsgericht stärkere Rechte für Abgeordnete. Heute engagiert er sich für Bürgerrechte und eine Kennzeichnungspflicht für PolizistInnen und ist im Compliance-Bereich von Großunternehmen tätig.

Siehe auch:
www.kritische-polizisten.de
www.Thomas-Wueppesahl.de
www.wueppesahl.de


Von Problemhäusern und Klaukids

Antiziganismus in Duisburg
Vortrag | 26. April 2014, 16 Uhr | Büro des Multikulturellen Zentrums (Balduinstraße 6) | mit VertreterInnen der Initiative gegen Duisburger Zustände

Seit nunmehr fast zwei Jahren breitet sich in Duisburg mehr und mehr eine antiziganistische Stimmung – bis hin zu Übergriffen – aus. In der Presse bestimmen Schlagzeilen über „Problemhäuser“ und „Klaukids“ sowie Panikmache vor vermeintlichen „Zuwandererströmen“ das Bild. Dadurch fühlen sich Rassisten aller Couleuer ermutigt ihrem Hass in sozialen Netzwerken freien Lauf zu lassen.

Auf der Straße formieren sich sogenannte „Bürgerproteste“ die in’s gleiche Horn stoßen. Auch an den Urnen der letzten Wahl hat sich diese Stimmung deutlich wiedergespiegelt. Dabei kommen die Stichwortgeber antiziganistischer und rassistischer Hetze nicht aus der radikalen Rechten, sondern aus der Mitte der Gesellschaft. Von Polizeisprechern bis hin zum Oberbürgermeister bricht sich ein xenophober Furor Bahn.

Der Vortrag wird versuchen die dahinter stehenden Ressentiments aufzuzeigen und mögliche Reaktionen diskutieren – und auch das lange Schweigen der radikalen Linken zu diesen Vorgängen einer (Selbst-)Kritik unterziehen.


Entstehung und Entwicklung der Alternative für Deutschland

Vortrag | 22. April 2014, 18 Uhr | Konferenzsaal des Mehrgenerationenhaus Trier (Christophstraße 1) | mit Andreas Kemper

Die Alternative für Deutschland hat scheinbar aus dem Nichts fast den Sprung in den Bundestag geschafft. Sowohl bei den Europawahlen im Mai 2014 als auch bei Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im Sommer 2014 würde die AfD nach den Hochrechnungen der letzten Monate einziehen.

Neben einer Darstellung der Daten und Forderungen der Partei wird der Soziologe Andreas Kemper auf die maßgebenden Gruppen und Einzelpersonen in den aufeinander folgenden Entstehungsphasen der AfD der letzten zehn Jahre eingehen.
Seit dem Jahreswechsel gibt es erhebliche innerparteiliche Richtungskämpfe zwischen nationalliberalen und neoliberalen Kräfte, in denen es auch darum geht, welche Rolle hierbei Rechtspopulist*innen einnehmen.

Nach dem Vortrag wird ausreichend Zeit für Nachfragen und kontroverse Diskussionen sein.

Andreas Kemper veröffentlichte neben dem Buch zur AfD „Rechte Euro-Rebellion“ eine Einführung in das Thema Klassismus (zusammen mit H. Weinbach), sowie kritische Bücher zum organisierten Antifeminismus/Maskulismus. Im Frühjahr 2014 erschien die Publikation „Sarrazins Correctness. Zur Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen“. Andreas Kemper promoviert in Münster zum Thema Klassismus.


Rechte Burschen

Ein Überblick über Burschenschaften und andere Studentenverbindungen
Vortrag | 22. Januar 2014, 18 Uhr | Mehrgenerationenhaus Trier, Balduinstraße 6 | mit Jörg Kronauer

Seit eh und je sind sie an den deutschen Hochschulen fest etabliert: die Studentenverbindungen, berühmt-berüchtigt vor allem für ihre Seilschaften, ihre Männerbündeleien und ihr altertümliches Gehabe inklusive merkwürdiger Trink- und Feierriten. Trotz aller Unterschiede – längst nicht alle Studentenverbindungen fechten etwa Mensuren – weisen sie zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, die von strukturkonservativen Einstellungen bis zu teils krassem Elitedünkel reichen. Immer wieder finden sich unter den Studentenverbindungen auch Rechtsaußen-Kräfte – nicht nur, aber vor allem in dem Dachverband „Deutsche Burschenschaft“, zu dessen Mitgliedern NPD-Funktionäre und andere Aktivisten extrem rechter Organisationen zählen. Auch in Trier und in anderen Städten in Rheinland-Pfalz sind Studentenverbindungen aktiv. Der Vortrag informiert über ihre Strukturen, über ihre Gemeinsamkeiten und ihre Differenzen.


Die Toten vor Lampedusa sind unvermeidlich. Fragt sich nur – wofür?

Vortrag | 16. Januar 2014, 19 Uhr | Mehrgenerationenhaus Trier, Balduinstraße 6 | mit Prof. Dr. Arian Schiffer-Nasserie

Auch wenn es niemand so sagen will: Die toten Flüchtlinge sind für die ökonomischen Interessen der führenden kapitalistischen Staaten und ihrer Unternehmen unvermeidlich! Sie sind als Teil der zivilen Opfer des europäischen Imperialismus notwendig!

• Die Toten sind nicht Opfer „gewissenloser Schleuserbanden“, die der Innenminister nun pressewirksam verantwortlich machen will, sondern sie sind die Folge einer effizienten Abriegelung der europäischen Außengrenzen, für die Herr Friederich entschlossen einsteht.
• Die Toten sind nicht Opfer „unserer aller“ Gleichgültigkeit und Ignoranz gegenüber dem Leid der Flüchten den, wie dies Presse und Bundespräsident glauben machen wollen, sondern sie sind Produkte der ökonomischen, politischen und militärischen Erfolgsstrategie eines Staates, dem Herr Gauck nicht ohne Stolz vorsteht.
• Die Toten bezeugen nicht das „Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik“, wie dies deutsche Flüchtlingsorganisationen in ihrer grenzenlosen Staatstreue postulieren, sondern sie sind Ausdruck erfolgreicher Grenzsicherung.

Auch wenn es niemand so sagen will: Die nun öffentlich zur Schau getragene Betroffenheit dient nicht den toten Flüchtlingen – wie sollte sie auch!

• Scham und Trauer gelten dem Ansehen des europäischen Staatenbündnisses, seiner Machthaber und seiner Werte!
• Angesichts von überdurchschnittlich vielen Grenztoten geht es Presse und Politik um die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit jener Werte, in deren Namen von Afghanistan bis Mali Krieg geführt wird!

Prof. Dr. Arian Schiffer-Nasserie ist Hochschullehrer an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum. Schwerpunkte Sozial- und Migrationspolitik. Im Vortrag wird er die o.g. Thesen erläutern; anschließend gibt es Gelegenheit zur Diskussion.


„Die Grenzen kann man sowieso nicht schließen“

Migrantische Selbstorganisation – zivilgesellschaftliches Engagement zwischen Ausschluss und Partizipation
Lesung und Diskussion | 10. Dezember, 18 Uhr | Univeristät Trier, C01 | mit Dr. Daniel Josten

Selbstorganisationen von MigrantInnen setzten der bundesrepublikanischen Praxis, welche eher behördliche Bedürfnisse repräsentiert als jene von Minderheiten, seit den 1960er Jahren vornehmlich emanzipative Bestrebungen entgegen. Dies blieb zumeist als einzige Möglichkeit, am öffentlichen Meinungsbildungsprozess teilzunehmen und gegen die einflussreichen ethnisierenden, kulturalisierenden und spaltenden Vorstellungen zu opponieren.

Fähigkeiten im Umgang mit migrationsbedingter, gesellschaftlicher Vielfalt jenseits nationalstaatlicher Logik finden sich bereits im urbanen Alltag. Von hier aus werden sie in globale Diskurse eingebracht. Demgegenüber steht im national verfassten Staat allerdings (noch) das machtvolle Beharren auf der Ziehung von Grenzen.


Bustickets zur Antifademo in Remagen

Bustickets | 15. November 2013, 19 Uhr | Infoladen Trier

Während der Antifa Kneipe gibt es die Möglichkeit Bustickets zur Antifa-Demo in Remagen zu erweben. Jedes Ticket kostet 5€. Interessierte können Tickets auch via Mail an astaanti[at]uni-trier.de reservieren.


Stadtrundgang zum Gedenken an die Pogromacht vor 75 Jahren

  • Samstag, 09. November 2013, 15 Uhr
    In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Frieden
    um 15.00 Uhr an der Gedenktafel Sichelstraße 36 (Haus Fetzenreich in Trier)

Aktionstage: „Break the Silence“

    • vom Samstag, 21.10. – Freitag, 15.11.
      Alle Veranstaltungen – bis auf die Party – beginnen um 18 Uhr! In Kooperation mit dem queerfeministischen Frauenreferat, der Feministischen Aktion Trier und der Autonomen Antifa Trier.

 

  • 21.10. Podiumsdiskussionzum Thema “Sexismus im Alltag?!” im Mehrgenerationenhaus
  • 22.10. Vortrag„Geschlechterbilder in der extremen Rechten“ im Infoladen Trier
  • 25.-27.10. Seminar„Awearnessgroups“ in der Scheinbar der KSJ Trier
  • 28.10. Vortrag„Sexualisierte Gewalt“ im Raum B22 an der Universität Trier
  • 04.11. Vortrag„Kapitalismus und Patriarchat“ ‚Geschlecht & Arbeit – Geschlechterverhältnisse als Produktionsverhältnisse‘ im Mehrgenerationenhaus
  • 11.11. Vortrag„Gleichberechtigter Heterosex* vor der Hintergrund hierarchischer Geschlechterverhältnisse“ im Raum B22 an der Universität Trier
  • 13.11. Filmvorführungim Infoladen Trier
  • 15.11. Party„We Break the Silence“ in der villaWuller

 


Vortrag: „Die extreme Rechte in RLP vor der Bundestagswahl“

  • Donnerstag, 19. September 2013, 18 Uhr
    im Mehrgenerationenhaus, Balduinstraße 6, 54290 Trier
    Referentin: Chris Ritter

Vortrag: „80 Jahre Antifaschistische Aktion“

  • Freitag, 05. Juli 2013, 18 Uhr
    im Mehrgenerationenhaus, Balduinstraße 6, 54290 Trier
    Referent: Bernd Langer

Vortrag: „Die Türkische Rechte in Deutschland“

  • Dienstag, 04. Juni 2013, 18 Uhr
    in HS 5 an der Universität Trier
    Referent: Dr. Kemal Bozay

Vortrag: „Die extreme Rechte in Europa in Zeiten der Krise“

  • Montag, 03. Juni 2013, 18 Uhr
    im Mehrgenerationenhaus, Balduinstraße 6, 54290 TrierReferent: Jörg Kronauer[Mehr]

Gedenkstättenfahrt: Theresienstadt

  • 08. bis 12. Mai 2013
    Eigenbeteiligung: 100€
    Abfahrt: 19:13 Uhr vom Hbf Trier
    Vorbereitungstreffen: Sonntag, 21.04, 14:00 Uhr im Multikulturellen Zentrum Trier
    [Mehr]

Vortrag: „Wenn Menschen zu Mördern werden – Zur Psychologie von KZ-Aufseher*innen“

  • Sonntag, 28. Oktober, 15:00 Uhr
    in der Scheinbar, Weberbach 72, 54290 Trier
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Ausstellung „Kinder im KZ Theresienstadt“

  • Von Sonntag, 14.10. bis Sonntag, 28.10.2012
    im KSJ Diözesanbüro Trier, Weberbach Straße 72, 54290 Trier
    [Mehr]

Lesung: „Mirjam Ghettokind“

  • Sonntag, 21. Oktober, 15:00 Uhr
    im KSJ Diözesanbüro Trier, Weberbach 72, 54290 Trier
    [Mehr]

Vortrag: „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“

  • Dienstag, 03. Juli 2012, 20 Uhr in Raum B22 (Universität Trier)
    Referent: Stephan Grigat
    [Mehr]

„festival contre le racisme“ in Trier

  • Vom 02.06. – 16.06.2012
    in Trier
    [Weitere Information auf dem fclr-Trier-Blog]

Filmvorführung „Shoah“

  • Freitags, den 27.04., 11.05., 18.05. und 25.05.2012 um 20 Uhr
    im Infoladen Trieren
    [Mehr]

Gedenkstättenfahrt zum ehem. Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

  • Mittwoch, 29. Februar bis Montag, 05. März 2012
    5-tägige Gruppenexkursion
    120 Euro Eigenbeteiligung
    Für alle Studierenden unter 27

    [Mehr]

Vortrag: „Antisemitismus von Links – eine Bestandsaufnahme“

  • Donnerstag, 02. Februar 2012, 18:00 Uhr in Raum C 9 (Universität Trier)
    von Stefan Kunath und Benjamin Krüger (BAK Shalom)
    [Mehr]

Vortrag: „Sexismus in der Linken – Feministische (Denk-)Bewegungen als Kritik“

  • Montag, 30. Januar 2012, 18:30 Uhr in Raum B 12 (Universität Trier)
    von Heike Mauer
    [Mehr]

Lesung: „Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen „


Vortrag: „Mit Kritischer Theorie gegen Wissenschaft und Gesellschaft „

  • Dienstag, 22. November 2011, 19:00 Uhr in Raum A12 (Uni Trier)
    von zwei Referenten der Jungen Linken
    [Mehr]

Exkursion: Tagung „Kritische Theorie und Emanzipation“

  • Freitag, 11. November 2011 bis Samstag, 12 November
    • Treffpunkt: Hauptbahnhof Trier
    • Abfahrt: 11. November, 07:59 und 15:59 Uhr, Gleis 13 Nord, Hauptbahnhof Trier
    • Transport, Übernachtung und Teilnahme kostenlos!
    • Begrenzte Teilnehmer*innenzahl!
      [Mehr]

Exkursion: Gedenkstättenfahrt zur Wewelsburg

  • Samstag, 05. November 2011, ab 8:00 Uhr (ganztägig)
    • Treffpunkt: Studihaus
    • Transport, Eintritt und Führung kostenlos!
    • Begrenzte Teilnehmer*innenzahl!
      [Mehr]

    Symposium „Deutsche Ideologie(n) – Wandlungen und Kontinuitäten“

    • Samstag, 15. Oktober 2011, ganztätig an der Universität Bonn

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    Vortrag: „Hoyerswerda – schon vergessen? „

    • Freitag, 14. Oktober 2011, 20:00 Uhr im Infoladen Trier
      von einem antifaschistischen Zeitzeugen aus Bonn
      [Mehr]

    17. Juni bis 14. Juli 2011: Ausstellung „Residenzpflicht – Invisible Borders“

    Für Flüchtlinge im Asylverfahren oder mit Status der Duldung existieren in Deutschland an alltäglichen Orten unsichtbare Grenzen. Sie dürfen sich z.B. aufgrund der sogenannten „Residenzpflicht“ nur innerhalb eines ihnen zugewiesenen Bereiches bewegen. Gleichzeitig werden sie verpflichtet, in Flüchtlingsheimen und -lagern oft am Rande oder außerhalb von Siedlungsgebieten zu wohnen. Gutscheinsysteme statt Bargeldleistungen, aber auch Personenkontrollen von als „fremd“ wahrgenommenen Menschen an Bahnhöfen und in Zügen führen zur Markierung von Flüchtlingen und tragen zur gesellschaftlichen Isolation bei.

    Die Ausstellung ›Residenzpflicht — Invisible Borders‹ dokumentiert anhand von Modellen, Plänen, Texten, Fotografien und einem kurzen Film die dabei produzierte Geografie mehrfacher Einsperrung und Ausgrenzung, die durch sie verursachte Raumwahrnehmung aber auch Strategien des Widerstands.

    Die Ausstellung wird vom 17. Juni bis 14. Juli im Atrium der VHS Trier (Domfreihof 1 b, Palais Walderdorff, 54290 Trier) stattfinden und dabei von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet:

    • Vortrag: Der Weg eines Asylbewerbers bis nach Trier
      Datum: Dienstag, 14. Juni 2011, 16 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referent: Markus Pflüger (von der AG Frieden Trier)
    • Buchlesung: Zwischen Traum und Trauma: Innenansichten aus der Abschiebungshaft in Ingelheim
      Datum: Donnerstag, 16. Juni 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referentin: Alena Thiem (Autorin)
    • Vortrag: Mannheim-Schönau und die Darstellung kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge
      Datum: Montag, 20. Juni 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referent: Matthias Möller (Kulturwissenschaftler und Autor)
    • Vortrag: Fluchterfahrungen
      Datum: Mittwoch, 22. Juni 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referent: Rex Osa (vom Flüchtlingsforum „the voice „)
    • Film: Little Alien
      Datum: Freitag, 24. Juni 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
    • Vortrag: Frauen und Flucht
      Datum: Montag, 27. Juni 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referentin: Florence Humbert (von der Terre de Femmes Trier e.V.)
    • Vortrag: Freiheit statt FRONTEX
      Datum: Donnerstag, 07. Juli 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referent: Hagen Kopp (Gruppe „kein mensch ist illegal „)
    • Film: The Truth lies in Rostock
      Datum: Freitag, 08. Juli 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
    • Vortrag: Moderne Barbarendiskurse – Ausgrenzung als Herrschaftsinstrument
      Datum: Montag, 11. Juli 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referent: Fabian Jellonek (vom Multikulturellen Zentrum Trier e.V.)
    • Vortrag: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
      Datum: Donnerstag, 14. Juli 2011, 19 Uhr
      Ort: Volkshochschule Trier, Raum 005 (Vortragssaal)
      Referentinnen: Christiane Steuer und Maria Stock (vom Multikulturellen Zentrum Trier e.V.)
    • Film: Abschiebung im Morgengrauen
      Datum: offen!
      Ort: offen!

    Weitere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen sowie zur Ausstellung selbst findet ihr stets aktuell auf unserem Blog ibtrier.blogsport.eu.


    Vortrag: Geschichte des Antisemitismus

    • Donnerstag, 26. Mai 2011, 18:00 Uhr an der Universität Trier in Raum B 21
      von Michael Fehrin, Antirassistisches Bildungsforum Rheinland
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    Vortrag: Entschwörungstheorien

    • Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:00 Uhr an der Universität Trier in Raum B 12
      von Daniel Kulla
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    Vortrag: Tierversuche – „Versprechen“ und „Erfüllung“

    • Mittwoch, 15. Dezember 2010, 20:00 Uhr an der Universität Trier in Raum B16
      von Dr. med. Dipl.-Biochem. Wolfgang Wegert, Ärzte gegen Tierversuche e.V.
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    Vortrag: Infoveranstaltung zur Situation der MigrantInnen in Calais

    • Donnerstag, 09. Dezember 2010 um 18:00 Uhr an der Universität Trier in Raum B 13
      von zwei Aktivistinnen der „no Border“-Gruppe Frankfurt am Main
      [Mehr]


    Vortrag: Autonome Nationalisten

    • Montag, 6. Dezember 2010 um 18:00 Uhr an der Universität Trier in Raum C 22
      von Jürgen Peters
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    „So, wie es ist, bleibt es nicht!“ – Der umsGanze!-Kongress zu Arbeit und Krise 3.- 5. Dezember 2010, Ruhr Universität Bochum

    • Studierende der Universität Trier haben die Möglichkeit im Rahmen einer Weiterbildungsfahrt am Kongress teilzunehmen. Fahrtkosten werden übernommen.

    Anmeldung und/oder Fragen: Schreibt uns eine E-Mail an astaanti@uni-trier.de Anmeldefrist bis zum 30.11.2010!
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    Vortrag: Fußballfans, Ultras und die extreme Rechte

    • Donnerstag, 25. November 2010, 18:00 Uhr an der Universität Trier in Raum B13
      von zwei Referenten aus den Fanszenen des SC Preußen Münster und des FC St. Pauli
      [Mehr]


    Vortrag: Vertrieben, verfolgt, vergessen – die Kontinuität des Antiziganismus

    • Mittwoch, 17. November 2010, 18:00 Uhr an der Universität Trier in Raum B22
      von Johannes Hartwig von der Bildungsinitiative Münsterland
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    Vortrag: Rechtsentwicklung, Antisemitismus und extreme Rechte in Ungarn


    Vortrag: Die „zarte Wiederentdeckung des Deutschen“ – Hauptmomente der Reartikulation nationaler Identität in Deutschland


    Vortrag: Reproduktion von Rassismus im Bildungssystem

    • Donnerstag, 01. Juli 2010, 18:00 Uhr in Raum B20
      von Dr. Andreas Hieronymus vom Institut für Migrations- und Rassismusvorschung e.V.

    Vortrag: Gibt es Heterosexualität?


    Vortrag: Faschismus & Antifaschismus heute

    • Montag, 21. Juni 2010, 18:00 Uhr in Raum B20
      Wie man die Neonazis kritisieren sollte – und wie nicht
      von Dr. Peter Decker

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    Vortrag: Recht extrem – Die Auswirkungen der Extremismustheorie

    • Donnerstag, 17. Juni 2010, 18:00 Uhr in Raum B17
      von Jörg Kronauer mit Unterstützung des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland
      [Mehr]

    Vortrag: Geschlecht und Nationalismus um Fußball


    festival contre le racisme

    • Montag, 07. Juni – Freitag, 11. Juni 2010[Mehr]
      • Freitag, 11. Juni 2010
        Raven gegen Rassismus

        Ein antirassistischer Grillabend mit lauter Tanzmucke zum Abschluss
        Anmerkung: Leider ist es uns nicht gelungen, für diese Veranstaltungen einen „offiziellen“ Raum zu finden. Der Grillabend wurde daher „privat“ finanziert und organisiert. Nichtsdestotrotz haben eine Menge Menschen den Weg zu uns gefunden und gemeinsamen nicht nur für einen tollen Abend gesorgt, sondern auch dafür, dass wir unsere Unkosten nahezu auf den Cent genau begleichen konnten. Vielen Dank hierfür an alle Anwesenden!

 

  • Donnerstag, 10. Juni 2010, 18:00 Uhr in A8
    Vortrag: Frauen in der extremen Rechten – Eine Bestandsaufnahme
    von Kerstin Reichel
    In Kooperation mit dem autonomen feministischen Frauen- und Lesbenreferat
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  • Mittwoch, 09. Juni 2010, 18:00 Uhr in B21
    Vortrag: Antikapitalismus von rechts – über die Nationalisierung der sozialen Frage

    von Jan Henning Schmitt mit Unterstützung des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland
    [Mehr]
  • Dienstag, 08. Juni 2010, 18:00 Uhr in B21
    Vortrag: Europa von rechts – Eine Bestandsaufnahme über die extreme Rechte in Europa

    von Jörg Kronauer mit Unterstützung des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland
    In Kooperation mit dem Referat ausländischer Studierender
    [Mehr]
  • Montag, 07. Juni 2010, 20:30 Uhr in HS2
    Filmvorführung: Ein Augenblick Freiheit

    Ein Film über iranische Menschen auf ihrer beschwerlichen Flucht nach Europa
    [Mehr]

 


Filmvorführung & Diskussion: Abortion Democracy


Vortrag: Arbeit, Ausgrenzung und soziale Diskriminierung