Am 17.02.2017 um 18:00 Uhr findet der Vortrag: „Prävention von Rechtsextremismus aus Geschlechterperspektive. Analysen und Herausforderungen für Soziale Arbeit“ in Raum B13 (Campus 1, Universität Trier) statt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem autonomen Queerfeministischen Frauenreferat, dem Referat für Antirassismus und Antifaschismus und dem FSR Erziehungswissenschaft der Universität Trier.

Über den Vortrag:
Prävention von Rechtsextremismus wird erst seit wenigen Jahren aus Geschlechterperspektive theoretisch fundiert und in der Praxis konzipiert bzw. umgesetzt. Dies verwundert, da rechtsextreme Lebenswelten in hohem Masse vergeschlechtlicht sind; der Orientierung an Bildern „der deutschen Mutter“ und „dem richtigen, soldatischen Mann“ kommen für Personen, die in rechtsextremen Gruppierungen leben und agieren, besondere Funktionen zu. Diese Analyse ist aus Perspektive der Prävention für verschiedene Handlungsfelder Sozialer Arbeit von Bedeutung. Um die Erscheinungsformen modernen Rechtsextremismus zu erkennen, ist eine geschlechterreflektierende Perspektive notwendig. Im Vortrag wird ein Focus auf Strategien rechtsextremer Frauen gelegt, die in der Nachbarschaft, im sozialen Nahraum mit ihren Einstellungen und Handlungen häufig übersehen werden. Hier zeigt sich, dass die Wahrnehmung rechtsextremer Frauen durch stereotype Bilder über „die Frau“ als „friedfertig“ und „unpolitisch“ überformt und eingeschränkt wird. Die Herausforderungen, die sich hieraus für Fachkräfte Sozialer Arbeit ergeben, werden mit Praxisbeispielen aus den Handlungsfeldern Jugendarbeit, frühkindliche Pädagogik und Familienhilfe diskutiert.

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Dr. Heike Radvan
Erziehungswissenschaftlerin und Referentin im Bereich „Arbeit gegen Antisemitismus“
Fachstelle Gender und Rechtsextremismus